Was tust du, um dich täglich selbst zu lieben?

04. Februar 2015

Bitte beachte: Ältere Artikel von mir können überholt sein. 1) Bis Februar 2017 ging ich davon aus, Liebe sei ausschließlich eine Tätigkeit. Ich glaubte, nur ich selbst könne meine Liebe machen. Heute weiß ich: Liebe ist und war zugleich immer schon da, und wird immer da sein, in mir und in der Welt. 2) Bis Juni 2017 hielt ich monogame Beziehungen für überholt und Polyamorie für das überlegene Modell. Heute weiß ich: Bevor ich mit vielen Frauen tiefe Beziehungen eingehen kann, muss ich es überhaupt erstmal mit einer Frau schaffen... 3) Bis August 2017 wollte ich alles an Menschen unterschiedslos annehmen. Heute weiß ich: Nicht alles ist Licht. Tief in uns kann es auch Muster geben, mit denen wir uns und anderen schaden und die es darum auszuschalten gilt. — Manuel

Diese Frage stellte mir Alexandra vor kurzem in einem Interview. Um genau zu sein, hatte sie mir die Frage sogar schon eine Woche vorher geschickt. Und es war eine gute Frage, denn zu jener Zeit hatte ich meine Selbstliebe schon eine Weile nicht mehr gespürt. Ich musste also erstmal überlegen, was ich darauf Kluges antworten könnte – und dann fiel mir heute morgen die Antwort ein. Natürlich erst, nachdem das Interview längst gelaufen war.

Vor allem morgens geht es mir so, dass ich oft noch aufwache und nicht gerade glücklich bin. Es gab Zeiten in meinem Leben, da war meine „Morgendepression“ der Standard; einschließlich laufender Nase und Bauchschmerzen. Ich dachte natürlich, allen anderen ginge es genauso – klar, sonst stünde ich ja noch übler da, wenn es mir allein so dreckig ginge. Später habe ich dann mal nachgefragt: Nein, anderen geht es nicht so. Da war ich dann schon etwas… überrascht.

Was man 27 Jahre lang trainiert, davon hat man erstmal was. Bei Muskeln ist das gut, bei schlechten Gefühlen ist das nicht so dolle. Weil ich irgendwann aber auch mal genug davon hatte, traf die höchste Instanz meines Inneren – seinerzeit mein Kopf – eine radikale Entscheidung: „Jetzt hab ich schon so viel versucht im Leben: Leistung, netter sein, weniger Fernsehen, Leistung, mehr Sport, ’ne Freundin, Leistung und alles, aber es geht mir immer noch schlecht – dann probier ich es halt mal mit dem reinen, unbedingten Guten, mit Liebe.“

Und diese Entscheidung ziehe ich jetzt seit über zwei Jahren radikal durch. Manchmal vergesse ich es, weil ich ziemlich vergesslich bin (ich vergesse z. B. auch mal Geburtstage meiner Eltern), und dann fällt mir irgendwann auf, dass es mir morgens schon wieder schlecht geht und, überhaupt, das Leben keinen Sinn hat. Aber dann erinnere ich mich wieder: Mein Leben habe ich der Liebe gewidmet. Mache ich mir das bewusst, geht es mir schlagartig besser, und ich spüre neue Energie. Und mit dieser Energie gehe ich an meinen Tag heran – um wirklich aus Liebe zu handeln (sonst bliebe das alles ja eine Illusion).

Die Sache ist also ziemlich fair: Widme ich mein Leben der Liebe, geht es mir gut, ansonsten geht es mir halt nicht gut – meine Entscheidung. (Drittes Prinzip) Wenn mir mal nicht einfällt, was ich für Liebe tun kann, denke ich mir: „Mach halt, was du am besten kannst, und was dir am meisten Freude macht.“ (Zweites Prinzip) Und wenn das auch nicht hilft, ziehe ich einmal über Los, und streiche bedingungslose Selbstannahme ein: Eine Runde „Ich bin OK, du bist OK“ für alle. (Erstes Prinzip)

Und was macht ihr, um euch täglich selbst zu lieben?

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2014 verbindet unsere Bewegung Menschen, die SelbstLiebe lernen wollen – eine aufregende, alles erschütternde Reise zu uns selbst. Über meinen eigenen Weg dorthin schreibe ich hier im Blog.

5 Kommentare
  • Daniela
    Veröffentlicht am 14:55h, 05 Februar Antworten

    Das Erste was ich morgens mache, ist mir mit einem Lächeln im Spiegel begegnen.
    Ab sofort lebe ich jeden Tag im „Jetzt“! Mir bewusst zu machen, dass ich in genau in diesem Moment mein Leben selber im Griff habe, lässt mich liebend „Einfach Sein“.

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 18:49h, 05 Februar Antworten

      Liebe Daniela,
      wir haben ja schon persönlich darüber gesprochen – ich finde es wundervoll, was du aus dir machst, und wie du deine Liebe feierst! Es ist so spannend, deinen Weg zu verfolgen.
      Herzliche Grüße
      Manuel

  • Holger
    Veröffentlicht am 09:00h, 08 Februar Antworten

    „Und was macht ihr, um euch täglich selbst zu lieben?“

    Deinen Blog lesen :-)

    mir dann die Frage stellen:
    „Wer bin ich heute, und welche herlichen und großartigen Abenteuer werde ich heute erleben?“

    Und dann den Tag kommen lassen!

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 13:25h, 09 Februar Antworten

      Vielen lieben Dank für das Kompliment! Das Blog soll uns allen gehören, ich bin nur oft derjenige, der mal wieder etwas geschrieben hat :)
      Ein toller Ansatz, deinen neuen Tag zu beginnen! Dankeschön, und danke für das schöne Wochenende bei und mit euch!
      Herzliche Grüße
      Manuel

  • Liebe
    Veröffentlicht am 13:29h, 26 März Antworten

    Mehrmals täglich sage ich zu mir selbst in den Spiegel Dinge wie: „Ich liebe dich“ Nicht wenig lächle ich dabei. Dann meistens irgendwo unterwegs versuche ich so oft wie möglich jede Bewegung an mir wahrzunehmen, laufe aufrecht, lächle, versuche mein Sein zu spüren. Ab und zu gibt es dann urplötzliche Glücksmomente, z.B. letztens an einer wenig schönen und stark befahrenen Straße im Ghetto meiner Stadt: Bing! Der Moment! Alles war schön! Im Herzen! In der Welt….und das hatte garantiert nichts mit aktuellen Lebenssituationen zu tun, welche wahrlich eher bedrückend wirken.

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