Unser erstes Rendezvous.

04. Januar 2015

Bitte beachte: Ältere Artikel von mir können überholt sein. 1) Bis Februar 2017 ging ich davon aus, Liebe sei ausschließlich eine Tätigkeit. Ich glaubte, nur ich selbst könne meine Liebe machen. Heute weiß ich: Liebe ist und war zugleich immer schon da, und wird immer da sein, in mir und in der Welt. 2) Bis Juni 2017 hielt ich monogame Beziehungen für überholt und Polyamorie für das überlegene Modell. Heute weiß ich: Bevor ich mit vielen Frauen tiefe Beziehungen eingehen kann, muss ich es überhaupt erstmal mit einer Frau schaffen... 3) Bis August 2017 wollte ich alles an Menschen unterschiedslos annehmen. Heute weiß ich: Nicht alles ist Licht. Tief in uns kann es auch Muster geben, mit denen wir uns und anderen schaden und die es darum auszuschalten gilt. — Manuel

Schon einmal hat Move Meta voll erfüllt, was ich mir ausgemalt hatte. Das war, als wir im April die Gruppe in Bochum gegründet haben. Neun Monate später liegt nun unser erstes Rendezvous hinter uns, unser erstes „großes“ Treffen als Bewegung – und es war so liebevoll, herzlich und aufrichtig, wie zuvor in meiner Fantasie.

Den Anfang machten wir im Bochumer Hauptbahnhof. Lag es am Datum, oder doch an unseren tollen Schildern?: Unsere große Runde Free Hugs wurde gut angenommen, eine Frau kaufte sogar Plätzchen für uns. Kurz, nachdem wir uns unter der Zugfahrtafel aufgestellt hatten, fand sich dann ein Chor aus Teilnehmern eines christlichen Festivals (BÄM) ein. Auf Schildern offerierten sie auch Free Prayers, also „kostenlose Gebete“. Wir hatten unsere Selbstliebe im Angebot, während die Jugendlichen von BÄM versicherten, alle Liebe komme von Gott… jedem, was er braucht. (Ich selbst wende hier Ockhams Rasiermesser an.)

Mein Highlight des ganzen Rendezvous war dann das spontane Kuscheln nach dem Abendessen. Mit manchen Leute ist es so wunderbar entspannt, zu *sein* – wenn solche Menschen zusammenkommen, entsteht eine Move Meta Kuschelecke! Dabei ging es nicht darum, irgendwas von irgendwem zu „wollen“ (darum wurde es so harmonisch!), sondern einfach zuzulassen, was entsteht. Besonders intensiv durfte ich dieses bedingungslose, absichtslose Zulassen mit einer Frau erleben, deren offene und liebevolle Ausstrahlung mich schon erfasst hatte, als wir uns zum ersten Mal trafen. Solche Begegnungen hatte ich bisher nur im Traum!

Nach einer praktisch alkoholfreien (check!), harmonischen und gerade darum erst Recht zu kurzen Nacht ging unser erstes Rendezvous am nächsten Morgen weiter. Wir starteten mit selbstgemachter Neujahrsbrezel und einem tiefen Einblick in das Funktionieren einer offenen Beziehung. Das hat uns sehr interessiert, und so sprachen wir stundenlang darüber, wie es zur Öffnung der Beziehung kam und wie sich anfühlt, so frei zu sein und einander einfach *sein* zu lassen. Gerade innerhalb einer Partnerschaft! Bemerkenswert viele Außenstehende scheinen darauf wohl so zu reagieren: Man würde ja selbst gerne, aber der Freund…

Neben einem Spaziergang durch mein Viertel und weiteren Gesprächen – ohne – eine – einzige – peinliche Pause (dank Aufrichtigkeit!) gingen wir dann vor dem Abendessen (wahlweise fleischlich oder vegan) zum Singen über. Mir war dieser Programmpunkt besonders wichtig, mit gutem Grund: Selbst|Liebe ist eine Tätigkeit. Um sie zu spüren, muss man etwas tun! Singen ist dafür ideal, denn es ist ein kunstvoll-schöpferischer Akt, für den man wenig braucht außer der eigenen Stimme sowie ggf. (Voll-)Playback. Ich selbst singe leidenschaftlich (am Computer mit), und ich glaube, wir hatten alle Freude daran, uns zu produzieren.

Ich hatte eigentlich erwartet, nach dem Abendessen wäre man dann allgemein erschöpft und wollte Filme sehen/nach Hause, aber von wegen. Es kamen sogar noch zwei dazu! Die letzten gingen erst um Mitternacht zum Bahnhof, und der allerletzte erst am nächsten Morgen zum Fernbus. Dieses Rendezvous möge sich bald wiederholen, hieß es … und hier kommt ihr ins Spiel! Denn das war erst der Anfang. Ihr alle seid herzlich aufgefordert, selbst ein Rendezvous auszurichten, und mit uns bekannt zu machen! Dazu braucht es offensichtlich viel weniger Programm, als ich gedacht hatte. Hauptsache, man hat es warm und gemütlich.

Unsere Bewegung ist um einen Raum reicher geworden. Unser erstes Rendezvous hat gezeigt, wie viel innere Schönheit sichtbar wird, wo jeder bedingungslos okay ist. Sogar noch mehr, als in unseren Gruppen; denn wir haben mehr Zeit füreinander und für außergewöhnliche Aktionen. Auch kann jeder sich aussuchen, was er aus seinem Rendezvous machen will: Die Vielfalt der Möglichkeiten (und Orte!) ist größer, und es kommen Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnen würden – das alles in einem geschützten Rahmen. Ich bin so gespannt, wie viel wir alle gemeinsam aus diesem Format machen werden!

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2014 verbindet unsere Bewegung Menschen, die SelbstLiebe lernen wollen – eine aufregende, alles erschütternde Reise zu uns selbst. Über meinen eigenen Weg dorthin schreibe ich hier im Blog.

1 Kommentar
  • Holger
    Veröffentlicht am 11:03h, 05 Januar Antworten

    Hallo,
    Manuels Ausführungen kann ich nur unterstreichen. Ich habe selten ein so schönes Silvester erlebt.
    Eine wunderschöne Free Hugs Aktion und nur entspante Menschen. Gerne bin ich auch bein nächsten mal wieder mit dabei.
    LG Holger

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