The Missing Piece Meets the Big O

10. April 2016

Das feh­len­de Teil sucht das eine, zu dem es passt. Um end­lich glück­lich zu sein. Emotionale (Un-)Abhängigkeit ganz zart auf den Punkt gebracht – genial.

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2014 verbindet unsere Bewegung Menschen, die SelbstLiebe lernen wollen – eine aufregende, alles erschütternde Reise zu uns selbst. Über meinen eigenen Weg dorthin schreibe ich hier im Blog.

6 Kommentare
  • Chris
    Veröffentlicht am 00:49h, 24 April Antworten

    Hi Manuel,

    tolles Video. Macht klar worum es geht.

    Trotzdem seh ich einen Knick in der Logik. Nehmen wir an ich bin zu 100% ganz und „eins“ wie der Kreis am Ende…. Wozu sollte ich mich dann noch vereinigen wollen? (z.b. durch Beziehungen, Sex, etc.)
    Wenn ich vollkommen satt bin, gehe ich doch auch nicht zum Kühlschrank und mache mir was zu essen :) ?
    Kurz gesagt: Ich kann mir nicht vorstellen, dass man als Mensch in diesem Leben wirklich 100%ige, vollkommende Ganzheit und damit 100%ge emotionale Unabhängigkeit erreichen kann.

    LG Chris

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 12:29h, 24 April Antworten

      Lieber Chris,

      in der herkömmlichen Klötzchen-und-Euro-Logik ergibt deine Frage Sinn – wo etwas entweder wahr oder falsch, entweder das eine oder das andere sein muss.
      Liebe gehorcht aber nicht der klassischen, einwertigen, aristotelischen, materiellen Wahr-Falsch-Logik, sondern der paradoxen Logik (vgl. Wikipedia). Darin kann etwas zugleich das eine und das andere sein.
      In Liebe eins sein, heißt daher mit sich selbst *und* der ganzen Welt eins sein. Ich kann also mit jemandem Sex haben, und dabei mit mir selbst eins sein. Ich muss sogar mit mir selbst eins-sein, um mich wirklich mit jemandem verbinden zu können.
      Vollkommene Ganzheit umfasst also Eins-Sein mit mir und allen anderen zugleich – deshalb heißt es bekanntlich: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, und nicht: „Liebe dich selbst oder deinen Nächsten“.
      Sehr abstrakt gesprochen: Liebe ist Eins-Sein auf allen logischen Ebenen. Sobald ich versuche, zwei Formen des Eins-Seins zu trennen, verstoße ich gegen ihr Wesen.

      • Chris
        Veröffentlicht am 15:26h, 24 April Antworten

        Hi Manuel,

        danke fürs antworten. Die Frage ist ja letztendlich: Warum? :)
        Warum sollte ich mich noch vereinigen wollen, z.b. durch Sex, wenn ich schon eins-bin?
        Noch einsiger als eins-sein geht nicht :)
        Und wenn ich zum Eins-Sein dazu gehört, dass ich mich auch aktiv mit der Außenwelt vereinigen muss
        tja… dann es ist eben doch so, dass mir etwas fehlt zum vollkommenen Eins-Sein. Ergo bin dann von Natur aus nicht eins.

        Kann sein, dass ich den Ansatz der paradoxen Logik nicht verstehe. Aber ich finde hier kommt man auch mit dieser nicht weiter. (die scheinbar eine Erfindung von Fromm ist nach Wikipedia und keine eigenständige Tradition hat?).

        Ich mein, es kann ja nicht die Lösung sein, dass man jede Un-Sinnigkeit (in Sinne des Wortes) mit paradoxer Logik auflöst :) ?
        Dann sind wir ganz schnell auf dem argumentativen Niveau von Gläubigen. (z.b. Nichts geschieht ohne Gottes Willen und trotzdem ist der Mensch selbst zu 100% verantwortlich)

        LG Chris

        • Manuel Fritsch
          Veröffentlicht am 18:07h, 24 April

          Lieber Chris,

          die Auflösung lautet, dass es im Leben darum geht, sich gut zu fühlen. Und jeder Mensch fühlt sich eben zu jeder Zeit für etwas anderes gut. Gefühle kennen darum kein wahr und falsch, kein entweder-oder. Alle Logik ist nur dazu gut, unsere Gefühle zurechtzuargumentieren. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen – wir handeln nicht aus Verstand, sondern benutzen ihn hinterher, um zu beweisen, warum eine Entscheidung die beste war.

          Paradoxe Logik ist also einfach nur ein besseres rhetorisches Werkzeug als die aristotelische. Am Ende machen wir ausschließlich, wonach wir uns fühlen, und die paradoxe Logik bietet die Möglichkeit, dies in logische (!) Erklärungen zu fassen. Mehr steckt nicht dahinter. Wozu wolltest du begründen, warum du Sex willst – nach allem, was ich weiß, ist es ein Urinstinkt. Das Leben ist sich selbst Begründung genug. Die paradoxe Logik ist eine Botschaft des Universums an den Kopf: „Hör auf zu denken, und überlass deinen Gefühlen ihren rechtmäßigen Platz.“

          Nach Fromm versuchen wir Menschen fortwährend, unser Alleinsein im Universum zu überwinden, zu transzendieren. Für mich geht das mit hingebungsvoller Arbeit genauso wie mit hingebungsvollem Sex. Mal fühle ich mich nach dem einen, mal nach dem anderen. Auch hier: kein wahr, kein falsch. Alles ist wahr und falsch zugleich.

  • Chris
    Veröffentlicht am 15:16h, 25 April Antworten

    Ich frage mich dennoch, wie es sein kann, dass man ganz ist und einem nichts fehlt.
    Und man sich trotzdem noch vereinigen möchte, um sein Alleinsein und seine Trennung zu transzendieren (unabhängig von seinen Trieben/Sex).

    LG Chris

  • Anna
    Veröffentlicht am 11:49h, 23 Mai Antworten

    Interessantes Video! In mir schlummert ja noch immer ein wenig der romantisch-verklärte Mythos von den Kugelmenschen. Und grundsätzlich glaube ich schon, dass es Menschen gibt, die uns „vervollständigen“ bzw. zu „mehr“ machen als wir alleine wären. Wichtig ist aber wahrscheinlich tatsächlich zu erkennen, dass wir auch allein schon „vollkommen“ sind.

Dein Kommentar ist willkommen.

Ich akzeptiere

Liebe dein Leben. Werde Teil unserer Revolution.