SelbstLiebe lebt von Güte

20. November 2014

Bitte beachte: Ältere Artikel von mir können überholt sein. 1) Bis Februar 2017 ging ich davon aus, Liebe sei ausschließlich eine Tätigkeit. Ich glaubte, nur ich selbst könne meine Liebe machen. Heute weiß ich: Liebe ist und war zugleich immer schon da, und wird immer da sein, in mir und in der Welt. 2) Bis Juni 2017 hielt ich monogame Beziehungen für überholt und Polyamorie für das überlegene Modell. Heute weiß ich: Bevor ich mit vielen Frauen tiefe Beziehungen eingehen kann, muss ich es überhaupt erstmal mit einer Frau schaffen... 3) Bis August 2017 wollte ich alles an Menschen unterschiedslos annehmen. Heute weiß ich: Nicht alles ist Licht. Tief in uns kann es auch Muster geben, mit denen wir uns und anderen schaden und die es darum auszuschalten gilt. — Manuel

Ich kenne zwei grundlegende Zutaten, damit eine Begegnung mit anderen sich zutiefst harmonisch anfühlt. Die erste Zutat ist, dass ich jeden – wirklich jeden – Menschen annehme, wie er ist. Früher war mir das fremd, doch heute ist es unverzichtbar für mich: Nur dann bin ich innerlich in Ruhe, bin ich zu-frieden, führe ich keinen Kampf gegen mich und andere. Ich muss aufhören, in mir selbst zu kämpfen (für Leistung, Frieden in der Welt, gegen das Böse etc. etc. – was nichts bringt, da kein Kampf je das Kämpfen beenden kann). Erst dann kann ich beginnen, selbst zu lieben.

Die zweite Zutat ist, genau dies auch wirklich zu tun: Zu lieben. Das bedeutet, aus meinem Herzen die Botschaft auszustrahlen: Ich bin gut, du bist gut. Um diese Botschaft spürbar zu machen, habe ich gelernt: Ich muss gütig sein wollen – und lernen, es zu werden. Mit aller Kraft, die ich in mir finden kann. Nur so entsteht in mir selbst das Gefühl: Gut. Gütig sein, und mich gut fühlen (mit anderen, oder für mich allein): Das beides ist ein- und dasselbe.

Gestern Abend im Eden, in unserer Bochumer Gruppe, ist uns die Güte irgendwie abhanden gekommen. Wir haben uns noch gewundert, warum dieser Abend so „eckig“ war! Erst zu Hause wurde es mir deutlich: Güte ist für Move Meta unverzichtbar. Gütig sein wollen ist nur ein anderer Ausdruck für unsere Zweite Regel. Ob Güte, also Liebe da ist oder nicht, können alle sofort spüren. In meiner Anmoderation will ich das in Zukunft noch besser und einfacher erklären: Erste Regel – jeden Menschen annehmen; Zweite Regel – gütig sein. (Es sein zu wollen, war eine der bedeutsamsten Entscheidungen meines Lebens.) Auch unser Willkommenspaket habe ich noch gestern überarbeitet (die aktuelle Version erreicht jeder über seine eigene Ausgabe, mit dem Link ganz oben).

Ein Erlebnis des Eins-Seins, der Harmonie mit anderen und mir selbst wird erst möglich, wenn dieses Eins-Sein in mir selbst beginnt. Erst wenn ich bereit bin, mich mit ausnahmslos allen Menschen auf einer tieferen (oder wahlweise höheren) Ebene zu verbinden, bedingungslos und gütig/herzlich/liebevoll, werde ich mir selbst damit das Gefühl schenken: Ich bin eins mit anderen, bin aufgehoben in der Menschheit und ein wertvoller Teil von ihr. Diese tiefe Ruhe und Gewissheit in mir zu nähren und im Herzen zu tragen, nennt man Urvertrauen. Auch dies: Tätigkeit und Gefühl zugleich. Um Vertrauen zu haben, muss ich vertrauen wollen.

Und auch, wenn das gestern auf Widerspruch stieß: Ja, das gilt für jeden. Wenn ich Menschen aus meinem Herzen ausschließe, egal wie „schlecht“ diese Menschen sein mögen, zerstöre ich meine Selbstliebe. Wenn ich mein Herz hart mache, dann bin ich eben nicht eins mit der Welt. Dann heißt es: Gehe zurück ins Gefängnis – in die Einsamkeit, Abgetrenntheit und letztlich Verzweiflung. Diese Entscheidung kann ich niemandem abnehmen, aber ich werde auch nicht diskutieren, ob das denn wirklich nötig sei. Liebe ist nur mit Liebe zu haben – nur wenn ich restlos lieben will, kann ich auch mich selbst restlos lieben.

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2014 verbindet unsere Bewegung Menschen, die SelbstLiebe lernen wollen – eine aufregende, alles erschütternde Reise zu uns selbst. Über meinen eigenen Weg dorthin schreibe ich hier im Blog.

Dein Kommentar ist willkommen.

Ich akzeptiere

Liebe dein Leben. Werde Teil unserer Revolution.