M² München startet: „Warum ich an das Gute in jedem glaube“

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16. Juni 2016

Image: „Puerta Oeste de Munich“ by Pedro J Pacheco on Wikimedia Commons is licensed under CC BY-SA 3.0 DE.

Ich glaube an das Gute. An das Gute im Menschen und an das Gute in dieser Welt. Oft habe ich aber den Eindruck, mit diesem Glauben sehr allein zu sein. Erst gestern hatte ich wieder eine aufwühlende Diskussion darüber, ob der Mensch gut sei, wie er ist, oder zu gutem Handeln gezwungen werden müsse.

Am Nachmittag war ich bei einer Freundin zu Besuch. Sie erzählte mir von ihrer Beziehung und neuen Erfahrungen, die sie gerade macht. Einiges davon kam mir gut bekannt vor, wir hatten Spaß und lachten. Im Gegenzug erzählte ich ihr, wie ich Manuel und mit ihm Move Meta kennengelernt hatte. Als ich aber sagte, dass er Hartz IV in Anspruch nehme, um frei seine Berufung leben zu können, reagierte sie kritisch.

Wir diskutierten, ob es ok wäre, vom Staat Geld zu nehmen, um sich selbst verwirklichen zu können. Ich versuchte, ihr meine Sicht zu erläutern, was aber ihre Meinung nicht veränderte. Unser Gespräch drehte sich immer im Kreis, ohne sich einer Lösung zu nähern. Egal, ob ich Verständnis für ihre Meinung zum Ausdruck brachte, oder Argumente für meine – es half nichts. Irgendwann fühlte ich mich nur noch hilflos und traurig. Ich hatte den Eindruck, dass es völlig egal war, was ich sagte.

Später auf dem Heimweg erkannte ich, warum es keine Lösung für unsere Diskussion gab. Wir waren von unterschiedlichen Annahmen ausgegangen: „Der Mensch ist im Innersten gut“ vs. „Der Mensch ist weder gut noch schlecht“. Natürlich konnten wir uns da nicht einig werden. Ich glaube an das Gute im Menschen, und dass Gutes entsteht, wenn ich aus Freude und Liebe handele.

Nun könnte man fragen: Wie kann ich daran bloß glauben, an das Gute im Menschen? Gibt es nicht genug Gegenbeispiele in dieser Welt? – Ja, Menschen tun Dinge, die andere verletzen und ihnen schaden. Aber warum tun sie das? – Weil sie keinen anderen Weg sehen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen!

Jeder Mensch strebt immer danach, seine Bedürfnisse zu erfüllen. Und zwar, um sich gut zu fühlen. Diese Bedürfnisse sind wertfrei; es gibt keine guten und keine schlechten Bedürfnisse. Sie alle sind menschlich und universell. Doch nur das, was ich davon annehme – an mir genauso wie an anderen –, kann sich im Guten entwickeln. Nur aus Angenommensein und Selbstannahme können wir gute und bessere Wege finden, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Anstatt sie blindwütig zu erfüllen, egal um welchen Preis.

Mein Glaube an das Gute im Menschen entspringt meinen persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Ich habe erlebt, dass ich wachsen und mich entwickeln kann. Dass ich mich und andere annehmen und lieben kann, wenn ich das wirklich will. Dass Freude und Freiheit mich motivieren, mich hinzugeben und etwas zu erschaffen. Nicht Angst, nicht Druck, nicht Zwang, nicht Stress, nicht Qual!

Ich habe Freude daran Gutes zu tun, weil ich mich dabei gut fühle. Das Gute fühlt sich eben auch gut an! Aus dieser inneren Erfahrung heraus glaube ich nun, dass auch andere Menschen das können. Dass sie ebenfalls das Gute in sich finden und hervorbringen, wenn sie die Chance dazu bekommen, so wie ich.

Und wenn nun der Mensch doch nicht gut wäre? Selbst dann würde ich an so etwas nicht glauben wollen. Ich möchte ein positives Menschenbild haben, weil es mich motiviert, Gutes zu tun. Es ermöglicht mir, mit Freude und Hingabe meine Ideen und Fähigkeiten in die Welt zu tragen. Würde ich glauben, dass ich (wie jeder andere) im Innersten schlecht bin und mich mit Gewalt zu allem Guten zwingen muss, hätte ich bald keine Energie mehr, überhaupt noch etwas Gutes zu tun.

Der Glaube an das Gute macht mich glücklich. Selbst wenn er für nichts anderes gut ist, so hat er damit bereits seinen gesamten Zweck erfüllt. Deshalb entscheide ich mich dafür, auch weiterhin daran zu glauben. Und diesen Glauben an das Gute möchte ich teilen und weitergeben.

Ich möchte einen Raum öffnen, in dem Menschen sich so zeigen können, wie sie sind. Einen Raum, in dem sie erfahren: „Ich bin gut, so wie ich bin“. Um diese SelbstLiebe für viele Menschen spürbar zu machen, in ehrlichen und tiefen Begegnungen, gründe ich Move Meta bei mir in München.

Wir starten am 5. Juli 2016. Mehr unter Mitmachen und über den Lokalverteiler von Move Meta München.

Caro
caro@movemeta.org

Ich bin Caro und möchte mich für eine liebevollere und schönere Welt einsetzen. Ich moderiere die Leipziger M² Gruppe und liebe echte Begegnungen, in denen ich mich verbunden fühle. Ich mag lebendige Beziehungen, in denen ich wachse - und schreibe gern darüber.

1 Kommentar
  • Manuel Fritsch
    Veröffentlicht am 07. Juli 2016 um 15:43 Uhr Antworten

    Liebe Caro,

    ich bin total dankbar für diesen Abend! Es war erstaunlich, wie schnell die Münchner unsere Free Hugs angenommen haben, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Und dann haben wir sogar jemanden neu für die Gruppe gewonnen, die uns dort gefunden hat. Zehn Leute waren wir zum Start, und ich habe so wundervolle tiefe Momente erlebt, so außergewöhnliche Geschichten gehört. Danke, dass du uns das ermöglichst!

    Alles Liebe
    dein Manuel

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