„Lebe ich selbst, oder werde ich gelebt?“

24. Juli 2014

Bitte beachte: Ältere Artikel von mir können überholt sein. 1) Bis Februar 2017 ging ich davon aus, Liebe sei ausschließlich eine Tätigkeit. Ich glaubte, nur ich selbst könne meine Liebe machen. Heute weiß ich: Liebe ist und war zugleich immer schon da, und wird immer da sein, in mir und in der Welt. 2) Bis Juni 2017 hielt ich monogame Beziehungen für überholt und Polyamorie für das überlegene Modell. Heute weiß ich: Bevor ich mit vielen Frauen tiefe Beziehungen eingehen kann, muss ich es überhaupt erstmal mit einer Frau schaffen... 3) Bis August 2017 wollte ich alles an Menschen unterschiedslos annehmen. Heute weiß ich: Nicht alles ist Licht. Tief in uns kann es auch Muster geben, mit denen wir uns und anderen schaden und die es darum auszuschalten gilt. — Manuel

Diese Frage fasst den gestrigen, sehr aktiven Abend in Bochum wunderbar zusammen. Das Leben, das wir führen, ist immer eigene Entscheidung – und wenn mir mein Leben nicht gefällt, ist es meine Verantwortung, das zu ändern. Nicht das „System“ ist „schuld“, wenn es mir „schlecht“ geht, sondern ich habe schlicht entschieden, von anderen gelebt zu werden: auf meine Kosten, nach ihren Regeln und Vorstellungen.

„Ich bin für meine Liebe selbst verantwortlich“ – das ist die Dritte Regel bei Move Meta. Selbstverantwortung heißt nun eben weder, wie ich persönlich früher glaubte, sich mehr zu quälen und abzuverlangen, noch, dem Spaßkonsum zu verfallen. Es ist vielmehr beider Gegenteil, ein Prinzip der Freude: Mich für jedes kleine und große Glück in meinem Leben verantwortlich zu machen und nach Wegen zu suchen, wie mein Glück und das der anderen übereinkommen.

Diese Wege zum Glück beginnen nicht mit den großen, monumentalen Entscheidungen, wie einer Kündigung oder Scheidung nach zehn Ehejahren, sondern mit den vielen, vielen kleinen alltäglichen Momenten. Wir können trainieren, auf unser Inneres zu hören, feinste Gefühle wahrzunehmen und ihnen gerecht zu werden. Sitze ich bequem? Schmeckt mir das Essen, das ich gerade reinschaufele? Bin ich müde, habe ich Durst, kann ich meine Arbeit nicht ausstehen?

Wenn ich all diese kleinen täglichen Momente gegen meine Bedürfnisse entscheide, also zu meinem eigenen Schaden – und damit nicht aus Selbstliebe handle, sondern aus Selbsthass – dann bin ich ein gut trainierter Selbsthasser, aber niemand, der sich erfolgreich selbst liebt. Entscheide ich jedoch im Kleinen für das, was gut für mich ist, so werde ich im richtigen Moment auch die ganz großen Entscheidungen erfolgreich treffen – aus geübter Verantwortung für mich selbst.

Ich nenne das radikale Selbstliebe, und empfehle sie allenthalben. Denn es hilft kein bisschen, sich noch einen Rest von 20, 10 oder 0,5% Selbsthass zu bewahren. Wer soll davon etwas haben, wenn ich selbst hasse? Wo hat Hass jemals Gutes bewirkt? Mag sein, dass radikale Selbstliebe ein hehres Ideal ist, aber es ist ein klares, einfaches und leuchtendes. Je einfacher die Regel, umso leichter ist sie zu merken. Und die Umsetzung ist simpel: Der Weg ist das Ziel.

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2014 verbindet unsere Bewegung Menschen, die SelbstLiebe lernen wollen – eine aufregende, alles erschütternde Reise zu uns selbst. Über meinen eigenen Weg dorthin schreibe ich hier im Blog.

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