Kei­ne Macht für Nie­mand? Wozu wir bei M² eine Hierarchie brauchen

Al­le Hier­ar­chi­en sind bö­se – wer das nicht einsieht, dem bin ich doch klar über­le­gen!
Mann auf Bergspitze bei Sonnenaufgang, in die Ferne blickend

26. August 2017

Ich hatte mir das schon schlau ausgedacht. Move Meta sollte besser sein als alle Bewegungen für Liebe, die es je gegeben hatte. Jede einzelne war gescheitert, insbesondere die katholische Kirche, und woran? Völlig klar: An der Gier und Machtbesessenheit ihrer Führer. Die Lösung lag auf der Hand: Bei Move Meta sollte erst gar keiner Macht haben. Dann kann sie auch keiner missbrauchen. Stimmt doch, oder? Oder!?!

Macht? Ich? Niemals!

Sicherlich, als Initiator hatte ich der Bewegung unsere Drei Prinzipien mitgegeben. Auch musste irgendwer die neuen Gründer betreuen. Und die Website machen. Und Accounts verwalten. Und eine gute Geschichte erzählen. Und Newsletter rausschicken. Und Zuschriften beantworten. Und es war auch nicht so, dass man sich um meine Arbeit gerissen hätte. Aber bloß, weil ich alle Fäden zog, hatte ich ja wohl lange noch keine Macht. Dachte ich bei mir, und strich ein paar passive Mitleser aus unserem Aktivenverteiler.

Eine verschleierte Hierarchie nennt man das. De facto lag die Macht bei mir, aber ich habe es geleugnet. Und unsere Gründer haben es geglaubt. So konnte ich zwar im Hintergrund vieles entscheiden, aber bei unserer wichtigsten Arbeit war jeder alleine verantwortlich: Den Treffen vor Ort. So entwickelte auch jeder Gründer und Moderator sein eigenes Format. Manches haben wir voneinander gelernt, wie Check-In und Check-Out. Anderes fiel uns schwerer – wie die rechtzeitige, persönliche Einladung zu jedem Treffen.

Wenn alles lief, war es prima. Doch wenn es nicht lief, konnte ich unseren Aktiven nur gut zureden. Ich wollte ihnen nichts zu sagen haben, und das war für uns alle ein Problem. Für sie, weil ich ihnen dieselben Anliegen monatelang hinterhertrug: „Hm, es wäre gut, wenn du das jetzt mal machst. Okay? Bitte?“ Für mich, weil ich meine Zeit besser hätte investieren können. Und für unsere Teilnehmer, die uns regelrecht ihr Leben anvertrauen, aber lange keine verlässliche Qualität erwarten konnten. Wir waren schlicht nicht bereit, uns voneinander sagen zu lassen, wie es geht. Selbst, wenn es einer wirklich besser wusste.

Keiner sollte mir sagen, was bei mir nicht stimmt. Keiner.

Ich selbst wollte ja auch auf niemanden mehr hören. Seit Januar 2013 wollte ich nur noch tun, was sich für mich gut und richtig anfühlt, und sonst nichts. Ich wollte mein Leben auf Freude bauen, meine Talente für eine bessere Welt einsetzen und allen zeigen, wie viel glücklicher wir sein könnten. Dafür schmiss ich sämtliche „normalen“ Glaubenssätze achtkantig aus meinem Hirn, wie „Nur wer Geld verdient, verdient zu leben“ oder „Man muss sich auch quälen“. Fickt euch, dachte ich mir, ich habe mich lange genug gequält für dieses System. Ab jetzt mache ich nur noch, was *ich* will. Und nur so konnte Move Meta überhaupt jemals entstehen. Alles begann damit, dass ich 100% mein Ding drehen wollte, und es war eine geile Zeit.

Dennoch war ich oft auch unglücklich. Mein Bauchweh morgens nach dem Aufwachen, das mich durch mein Studium begleitet hatte, kehrte zurück und wechselte sich ab mit einem rätselhaften Schnupfen. Obwohl meine Berufung mich erfüllte, schien ich nur sporadisch in der SelbstLiebe anzukommen – immer dann, wenn ich mich vollends mit Worten umgab und nur noch über (meine) Liebe schrieb. Ließ ich aber davon ab und wendete mich anderen Aufgaben zu, schien ich zurückzufallen.

Nichtsdestoweniger ging es mir in den letzten Jahren besser als je zuvor. Und so wollte ich meine (Hyper-)Autonomie auch unseren Gründern zugestehen. Keiner sollte irgendwem sagen, was er zu tun hat. Gemeinsam mit anderen wollte ich der Welt zeigen, wie weit man alleine kommen kann. Die Unwucht in diesem Gedanken fällt mir erst heute auf. Wichtiger als kühle Logik war mir damals, dass wir Gefühle endlich über Geld stellen: „Wenn jeder macht, womit er sich gut fühlt, kommt ganz viel Gutes heraus.“ Das war meine Arbeitshypothese, nach der Logik: Was gut ist, fühlt sich auch gut an.

Warum wir so oft tun, was uns am Ende schadet…

Doch wir sind eben nicht alle nur Licht und Liebe. Gewiss sind wir es im tiefsten Inneren, aber das ist bei uns allen (erstmal) vergraben unter einer dicken Schicht von Schatten und Mustern. Schatten sind, was wir an uns und unserer Vergangenheit nicht sehen wollen; Muster sind, was diese Schatten vergessen machen soll. Muster haben die Macht, uns gegen unseren Willen an Fluppe und Flasche nuckeln zu lassen – als Ersatz für die Liebe, die Mama uns nicht geben konnte. Im Gegenzug stellen sie uns Sport als etwas Scheußliches hin, weil wir in der Schule immer als letzte in die Mannschaft gewählt wurden.

„Scheißegal, ob du mit 50 an Leberverfettung stirbst! Hauptsache, nie wieder diesen Schmerz spüren!“ Könnten Muster sprechen – so würden sie sich anhören. Muster sind wie Programme, die uns zu Automaten machen. Ihre Macht über uns ist kaum zu überschätzen; sie können sogar unsere Gefühle abschalten oder uns einschlafen lassen, wenn das nötig ist. Hauptsache, wir sehen unsere Schatten nicht.

Als wir klein waren, hatten diese Programme ihren Nutzen. Wir konnten an unserer Situation nichts ändern und brauchten irgendwas, um das Leben trotzdem auszuhalten. Aber jetzt sind wir groß. Und aus einer erwachsenen Perspektive sind Muster strunzdumm, niemals liebevoll (denn Liebe würde uns mit unseren Schatten = verdrängten Gefühlen vereinen) und nehmen uns die Integrität.

Alleine war ich blind für das, was ich nicht sehen wollte.

Integrität heißt für mich, spüren zu können, was gut und richtig für mich ist: „Was gut ist, fühlt sich gut an. Was schlecht ist, fühlt sich schlecht an.“ Muster machen nun, dass sich gut anfühlt, was schlecht für mich ist – und anders herum. Muster machen mich blind für mein höheres und das Wohl der Gemeinschaft. Und weil jeder sie hat, ist keiner so integer, dass er ganz alleine spüren und entscheiden könnte, was gut und richtig ist. Niemand ist eine Insel. Wir brauchen einander, um zu lernen, zu wachsen, Muster auszuschalten und Integrität zu entwickeln.

Auch ich war lange blind für meine Muster und Schatten. Ab 2013 wollte ich erstmal mein eigenes Spiel spielen, nach meinen Regeln, und zwar allein. Das Problem war nur, dass ich dort stehen blieb. Ich wollte einfach immer weiter nur Ich sein und mein Ding durchziehen. Von Schatten und Mustern wollte ich gar nichts wissen. Allein die Begriffe fand ich schon furchtbar! Und das war keineswegs Zufall. Auch dort waren meine Muster am Werk – und machten mir Angst, um sich selbst zu schützen. Denn die Wahrheit ist:

Auch in mir war und ist ein enttäuschtes Kind, das sich an der Welt rächen und endlich geliebt werden will. All das und noch mehr habe ich aber lange verdrängt und mir eine Reihe von Mustern zugelegt, die mir und anderen das Leben vermiesen. Als ich dann dieses Jahr endlich Menschen traf, die mir dafür die Augen öffneten (und ich mich darauf einließ!), wurde mir schnell klar: Alleine komme ich weit. Mit anderen komme ich noch viel, viel weiter. Im spirituellen Wachstum folgt auf ein starkes Ich ein starkes Wir – und vielleicht von allen Gemeinschaften am meisten versteht davon eine, die Go & Change getauft wurde.

Was, die haben Hierarchie? Wie kann das Liebe sein?

„Liebe ist bedingungslos und Liebe ist Eins-Sein. Folglich muss Liebe heißen, dass alle unbedingt gleich sein müssen und keiner durch irgendeine Hierarchie von anderen getrennt sein darf.“ Nach dieser (linearen, aus-A-plus-B-folgt-C-)Logik hatte ich Move Meta erdacht und geschlossen, dass alle hierarchischen Organisationen (pfui!) des Teufels sind und folglich auch zum Teufel gehen werden.

So war ich erstaunt, als ich von Go & Change erfuhr, dass man dort eine „Leitung“ habe. Aha, dachte ich mir, so ist es also um deren SelbstLiebe bestellt. Sie wollen Liebe für die Welt, aber sich von anderen sagen lassen, was richtig und was falsch ist. Ganz schön armseliger Haufen. Wie wäre es, wenn ihr mal selber denkt, selber fühlt und selber liebt? Aber nein, das wäre ja anstrengend. Ruht euch lieber darauf aus, was andere für euch entscheiden. Passt nur auf, wohin euch das führt, wohin ihr da geführt werdet.

Dennoch war Caro, unsere Leipziger Gründerin, von dieser Gemeinschaft überzeugt. Irgendwas musste daran so gut sein, dass sie sogar einen ganzen Monat dort leben wollte. Das machte mich neugierig. Und da ich zugleich ein wenig Angst hatte, sie an Go & Change (und für Move Meta) zu verlieren, beschloss ich, für eine Woche hinzuzukommen. Was dann dort geschah, haben sie und ich ausführlich beschrieben. Noch nie haben wir, und habe ich in so kurzer Zeit so viel gelernt. Und zwar, weil wir geführt wurden.

Hierarchie ist Liebe, wenn sie mir wachsen hilft.

Das ist es, was mich überzeugt hat: Bei Go & Change führen Menschen, die mir auf den ersten Blick mein Leben erklären können, dass mir der Kiefer herabhängt; die es besser wissen als ich und dazu stehen, anstatt mich meinen Mustern und Schatten zu überlassen; und die mich auf meinem Weg zur SelbstLiebe damit schneller voranbringen als je zuvor. Solche Führung, die mich wachsen lässt, genieße ich sehr.

Jeder bei Go & Change hat entschieden, sich auf höhere Perspektiven einzulassen – danach zu handeln, auch ohne alles schon zu durchschauen. So formen alle zusammen ein Feld, in dem der Kompetenteste zum Wohle aller (!) entscheiden kann, ohne herumdiskutieren zu müssen. Wer von etwas am meisten versteht, macht die Ansagen dazu. Die anderen halten sich daran – nicht, weil sie dumm und naiv wären, sondern weil sie schlau sind. Was ist klüger, als heute schon zu handeln, als wäre ich so weit wie morgen? Und dadurch morgen schon zu ernten, was ich alleine erst in zehn Jahren gesät hätte, wenn überhaupt?

Ein Wir-Fel­d mit Kompetenzhierarchie: Darin wachsen al­le um Po­ten­zen schnel­ler, als wenn je­der nur sein ei­ge­nes Ding dreht, nur sei­nen ei­ge­nen Na­bel be­schaut und nur sei­ne ei­ge­nen Feh­ler macht. Im Ver­gleich da­zu war Move Meta be­schränkt – wir konnten Men­schen nur bis ins Ich bringen. Das ist zwar ein wichtiger Schritt, und wir waren auch voll im Mainstream damit. Aber eine liebevolle Welt braucht mehr als lauter starke Egos. Dar­um ler­nen wir auch ab so­fort von Go & Chan­ge, so viel wir kön­nen, und nicht von ir­gend­ei­ner Hip­pie­kom­mu­ne, Idea­lis­ten­al­li­anz, Wel­ten­ret­te­rei oder gar – mö­ge mich der Schlag tref­fen – kom­mer­zi­el­len Un­ter­neh­mung. Wir wollen von denen lernen, die Ich und Wir vereinen.

Bringen wir zu uns, was unsere SelbstLiebe braucht.

Das Erste, was wir (Aktiven) uns von Go & Change abschauen werden, ist die offene Kompetenzhierarchie. Es wird keinen überraschen, wenn ich nun schreibe: Seit unserer Gründung habe ich, Manuel, in vielen Bereichen von Move Meta (Strategie, Gruppen/-treffen, Website/IT, Inhalte, Marketing usw.) die größte Kompetenz. Solange das so ist, treffe ich dort auch die Entscheidungen – nicht autonom, aber ultimativ. Sobald jemand dank höherer Perspektive in einem Bereich bessere Entscheidungen treffen kann, übernimmt derjenige dort. Florian etwa versteht mehr von Facebook als ich und erkennt mehr Wert darin; also wird er diesen Bereich verantworten. (Unser neues FB-Titelbild ist klasse! Danke!)

Wie genau erkennen wir, wer von uns am weitesten blicken kann? Ich persönlich erkenne höhere Perspektiven als meine regelmäßig daran, dass jemand mir die Welt erklären kann und plötzlich alles einen Sinn ergibt (wo vorher noch nicht einmal Fragen waren). Auch scheinen von dort getroffene Entscheidungen eine tiefe Weisheit zu bergen und am Ende mehr Liebe, Heilung, Lebensqualität… zu bewirken. Obendrein verleihen sie intellektuelle, emotionale, körperliche usw. Anmut, Ausstrahlung und Anziehungskraft.

Die Menschen bei Go & Change erlebe ich oft so, und beuge mich gerne ihrer Kompetenz. Bei Move Meta weiß ich derzeit keinen, der meine Kompetenz in den genannten Bereichen übertreffen oder in Frage stellen würde. Darum stelle ich fest, dass dort derzeit ich die besten Entscheidungen treffen kann.

Das Zweite, was wir (alle) uns von Go & Change abschauen werden – um das für alle Gruppen entscheiden zu können, brauchte ich die offene Kompetenzhierarchie –, ist die Kultur radikaler Transparenz. Mit ihr werden wir von jetzt an auch das erkunden, was unserer SelbstLiebe im Wege steht: Die Schatten (abgespaltene Gefühle und Anteile unserer Persönlichkeit) sowie Muster (Programme in uns, die mit automatisiertem lieblosen und egozentrischen Verhalten dafür sorgen, dass wir unsere Schatten nicht sehen).

Diese radikale Transparenz fehlte uns bislang. Wir haben allem Möglichen eine Bühne gegeben und pauschal alles angenommen. Wir haben nicht hinterfragt, ob sich da womöglich ein Muster produziert, das einen Menschen in seiner SelbstLiebe hemmt. Wir haben nicht differenziert zwischen dem, was anzunehmen ist, und dem, was es loszuwerden gilt, und zwar mit aller Kraft. Das aber ist keine Liebe! Wir haben uns blind gestellt, anstatt wirklich hinzusehen. Damit ist Schluss. Liebe erfüllt uns erst, wenn wir einander voll erkennen. Wer Move Meta vertraut, soll zu sich selbst finden. Keine Versteckspielchen mehr.

In Zukunft werden wir uns darum in allen Gruppen direkt und liebevoll spiegeln, wie wir einander wahrnehmen. Das bedeutet, nichts mehr unausgesprochen zu lassen und zugleich zu üben, es möglichst liebevoll mitzuteilen. Das gilt für Verhalten, Körpersprache und Ticks, Stimme, offene oder unterdrückte Gefühle… einfach alles, was uns auffällt, Gutes wie Schlechtes. Zugleich ist das ein exzellentes Training für Achtsamkeit und Bewusstsein, weil es uns herausfordert, genauestens hinzusehen, hinzufühlen, uns zu verbinden, eins zu werden im Wir – und das bedeutet ebenfalls: zu lieben! Spiegeln ist also gleich doppelt gut, um Lieben zu lernen und in die SelbstLiebe zu kommen.

Ansonsten wird sich zeigen, was wir von Go & Change noch abkupfern können (und anders herum). Alle unsere Moderatoren werden noch in diesem Jahr für mindestens eine Woche in diese Gemeinschaft fahren, um sich selbst gründlich zu erkunden, das Spiegeln zu üben und spirituell zu wachsen. Wir Aktiven lassen uns ein auf eine fordernde, herausfordernde Zeit, um für euch vor Ort noch besser da zu sein. Für ein neues Move Meta, eine mitreißende Bewegung für SelbstLiebe, die sich ständig weiterentwickelt.

Willkommen beim neuen Move Meta.

Move Meta war lange meine persönliche Egonummer. Es war eine geile Zeit: Sie hat mich gelehrt, wie weit ich alleine komme, und wo ich steckenbleibe. Bei Go & Change habe ich nun erfahren, wie gut es mir tut, mir von anderen helfen zu lassen. Sowohl, indem ich gespiegelt werde – als auch, indem ich einer überlegenen Führung vertraue. So wachse ich noch schneller, und so wird unsere Vision noch schneller wahr: Eine liebevolle Welt. Darum bringen wir beides jetzt auch zu uns, Kompetenzhierarchie und Spiegeln.

Move Meta ist die erste und einzige soziale Bewegung für SelbstLiebe, mit immer mehr Gruppen vor Ort. Wir haben viel erreicht, und nun geht noch viel mehr. Mit Hilfe von Go & Change sichern wir selbst (!) zum ersten Mal unsere Qualität. Wir stellen uns dem, was unserer SelbstLiebe im Weg sein mag, und entscheiden mit größter Weitsicht, wie wir unsere Bewegung weiterentwickeln. Für das beste Angebot an unser höheres Selbst, das wir gemeinsam erschaffen können. Herzlich willkommen!

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2014 verbindet unsere Bewegung Menschen, die SelbstLiebe lernen wollen – eine aufregende, alles erschütternde Reise zu uns selbst. Über meinen eigenen Weg dorthin schreibe ich hier im Blog.

12 Kommentare
  • Baukje
    Veröffentlicht am 11:57h, 27 August Antworten

    Lieber Manuel,
    mal wieder ein sehr schöner Text und mal wieder (wie durch Zufall ;-) ) auch sehr passend zu meiner eigenen Situation. Auch ich beschäftige mich gerade viel mit Fragen der Macht und Hierarchie, und auch ich frage mich immer wieder, warum es ohne so schwer ist und mit irgendwie nicht mehr geht. Die Antwort ist die Kompentenzhierarchie, das sehe ich genauso wie du. Aber es erfordert ein sehr großes Maß an persönlicher Reife und Feedbackkultur und ist deswegen leider nicht für alle Gruppen geeignet. Ich schätze mal, das es bei Move Meta schon besser gehen wird als anderswo.
    Trotz allem ist es der Weg, den gehen zu lernen wir uns auch als Gesellschaft erarbeiten sollten. Ein schönes Beispiel für Holocracy findest du auch im Team von „Mein Grundeinkommen“. Der Artikel dazu ist schon etwas älter, aber falls du ihn noch nicht kennst hier der link: https://www.mein-grundeinkommen.de/news/8g416J00Y8eIKYCg0CSys
    Liebe Grüße
    Baukje

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 13:10h, 27 August Antworten

      Liebe Baukje,
      schön, mal wieder von dir zu lesen, und ein exzellenter Hinweis auf die schier unvorstellbaren Möglichkeiten (aus Sicht des herkömmlichen Denkens und Lebens), wie viel schöner es „auffe Arbeit“ sein könnte – wenn wir die Arbeit dem Menschen anpassen, und nicht wie seit 250 Jahren anders herum.
      Es wird wohl am Ende so sein: Unsere Generation wird sich in einem atemberaubenden Tempo dorthin entwickeln, wird sich keine andere Arbeitswelt mehr bieten lassen. Weil wir, erfüllt, viel effektiver und effizienter arbeiten, werden unsere Startups mit einem Bruchteil der Angestellten denselben Wert schaffen wie die alten Konzernmonster, wo der größere Teil der Arbeitszeit (empirisch nachgewiesen) mit Büropolitik und Intrigenspinnerei verbracht wird und der verbleibende Rest mit „Papier von links nach rechts auf dem Schreibtisch“. Und das zusammen wird der alten Arbeitswelt in naher Zukunft den Garaus machen. Es wird schlicht keiner mehr gebraucht, der sich nicht anpassen will oder kann.
      Womit wir wieder beim Grundeinkommen wären – als Chance, mal ein paar Jahre lang aufzuholen. Zum Beispiel in einem Sabbatical in einer dafür geeigneten Gemeinschaft. Wer noch außer mir sieht einen gigantischen Bedarf für solche Gemeinschaften am Horizont aufziehen? Alles sicher finanziert per BGE? Wenn es mir noch darum ginge: Das wäre mein Weg zur ersten Milliarde.
      Alles Liebe
      Manuel

  • Josh
    Veröffentlicht am 00:06h, 28 August Antworten

    Hey Manuel,
    mit Spannung habe ich den neuen Blogeintrag gelesen.
    An einer Stelle durfte ich laut schallend auflachen. Danke besonders dafür! :-)
    Es war folgende:

    „Wir bringen zu dir, was deine SelbstLiebe braucht.

    Das Erste, was wir uns von Go & Change abschauen werden, ist die offene Kompetenzhierarchie. Es wird keinen überraschen, wenn ich nun schreibe: Seit unserer Gründung habe ich, Manuel, in vielen Bereichen von Move Meta (Strategie, Gruppen/-treffen, Website/IT, Inhalte, Marketing usw.) die größte Kompetenz. Solange das so ist, treffe ich dort auch die Entscheidungen – nicht autonom, aber ultimativ.“

    :D
    Wahrlich, dass du das so schreibst, hat mich, der ich M2 nun schon eine Weile beschnuppere, tatsächlich nicht überrascht! :D Ach, herrlich …! ;-)
    Ich spüre, WIR werden wirklich noch ne Menge lernen …! :-)
    Der Hauptunterschied zwischen Go & Change und M2 ist wohl, dass G&C als (Lebens-)Gemeinschaft gegründet wurde, bei der wohl jedes Gemeinschafts(gründungs)mitglied von Anfang an die vorhandenen Kompetenzen beim Andern anerkannte (wodurch eine von allen getragene Kompetenzhierarchie innerhalb einer mit „sozial-emotionalem Kitt“ verbundenen Gruppe, in der jedes Mitglied die anderen kannte, geboren wurde), während dies bei M2 nicht der Fall ist. Das wird natürlich auch enorme Unterschiede in der jeweiligen Entwicklung beider Gruppen zeitigen … Nur so als Denkanstoß …
    Ich bin gespannt, wie’s sich entwickelt …
    Die – noch – aktuelle Oya-Ausgabe übrigens befasst sich in 2 Artikeln auch mit diesem Thema („Autorität und Macht“, „Macht und Ohnmacht in Gemeinschaften“).

    Liebe Grüße
    Josh

    PS: Ist das Wort „das“ in der Formulierung „Solange das so ist (…)“ eigentlich darauf bezogen, dass du in einigen – den genannten – Bereichen die größte Kompetenz habest, dass du dies (dir zu)schreibst oder dass es keinen überrasche, dass du dies schreibst? :-)

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 11:01h, 28 August Antworten

      Lieber Josh,
      es war mir eine Freude, dich zum Lachen zu bringen! Das „das“ bezieht sich auf die Kompetenz. Du spielst natürlich mit darauf an, dass es keine göttlich-überlegene Instanz gibt, die mir diese zuschreibt, sondern in diesem Moment bloß ich selbst; wir werden also darauf vertrauen müssen, dass ich integer genug sein werde, auch mich selbst in der Kompetenzhierarchie unterzuordnen, wenn es soweit ist, und ggf. faktische Macht angemessen abzugeben (ein Mailverteiler ist leicht bedient, das braucht keine große Kompetenz – aber wer sollte das insgesamt tun? Woran machen wir das fest?). Eben darum ist G&C auch für mich so wertvoll, weil man mir dort keine Nicht-Integrität durchgehen lassen wird. Ich werde dort noch viel lernen, und das wird auch für Move Meta das Beste sein.

      Ja, es war eine knifflige Sache, die Kompetenzhierarchie – nicht einzuführen, meinte Chris aus Magdeburg, eher aufzudecken: Weil sie vorher eigentlich immer schon da war. Insofern lief es aber immer noch ziemlich flüssig, einfach weil wir lediglich offengelegt haben, was vorher sowieso den meisten klar war. Und wir sind auch intern eng genug vernetzt und befreundet, dass unser eigener sozialer Kitt entstanden ist. Dafür hatte ich – vielleicht aus Vorahnung – beizeiten darauf geachtet, dass z. B. alle regelmäßig an unseren Skypekonferenzen teilnehmen. Und genau diejenigen, die sich dem von Anfang an verweigert hatten, ziehen sich jetzt auch zurück. Das war wirklich keine Überraschung.

      Jetzt machen wir mit denjenigen weiter, die mit vollen Herzen für unsere Vision gehen, und einer davon ist mir lieber als zehn, die eine bessere Welt mit halbem Herzen wollen.
      Liebe Grüße
      Manuel

      • Josh
        Veröffentlicht am 20:16h, 28 August Antworten

        Ach ja, hier auch noch eine Antwort: :-)
        Lieber Manuel,
        ok, ich merke, es herrschte ein grundlegendes Missverständnis darüber vor, wer/was M2 eigentlich ist. Ich ging davon aus, dass M2 erst mal grundsätzlich alle derzeit 787 Menschen (s. oben rechts in der Website) sind. Aber das war natürlich eine etwas idealistische Lesart, bei der ich gar nicht beachtete, dass z. B. in dem genannten Text den 787 ein „wir“ gegenübergestellt ist, das diese 787 erst zusammenbringt (auch wenn nicht klar ersichtlich ist, wie nun dieses „wir“ definiert ist, aber wahrscheinlich bestehend aus denjenigen, die auf der Startseite unter „Diese Menschen engagieren sich bei M2“ o. ä. vorgestellt sind oder die bei „M3 Vision“ sind). Ergo: Ich als einer der derzeit 787 bin nicht M2, das M2-Wir ist noch mal eine andere Gruppe Menschen. So wird auch die im letzten Kommentar schon zitierte Zwischenüberschrift „Wir bringen zu dir, was deine Selbstliebe braucht“ verständlicher … Möge das M2-Heil über mich kommen. Ich gelobe: Ich habe es verdient, so geliebt zu werden, wie ich bin. Amen. Oder so ähnlich. Ich möchte schließlich nicht zu den Luschen gehören, die eine bessere Welt nur mit halbem Herzen wollen (also in ihrer Essenz wohl auch nur halbe Liebe sind, diese unnützen Untermenschen …). ;-) [Verzeihe mir bitte den Sarkasmus, er hat sich gegen Ende des Absatzes einfach so frei entwickelt. :D Er dient ja nur einem guten Zweck. ;-)]
        Ich spielte im letzten Kommentar auf nichts an, nein. Aber man kann sich natürlich verschiedenste Gedanken zu anderen Gedanken machen. Ich versuche nur zu klären, zu erörtern, bewusst zu machen.
        Ob es ein Aufdecken einer vorhandenen Kompetenzhierarchie, eine Einführung einer Kh. oder etwas anderes war/ist, ist die Frage, auf die wohl das zukünftige M2 erst eine klare Antwort wird offenbaren können.
        Wie gesagt, ich bin gespannt!
        :-)

        • Manuel Fritsch
          Veröffentlicht am 17:54h, 29 August

          Lieber Josh,

          ich habe den entsprechenden Absatz + Überschrift angepasst, um klarer zu stellen, wer hier genau was ist.

          Für mich gibt es einmal die Aktiven, unsere Gründer und Moderatoren, die vor Ort Verantwortung übernehmen. Dann gibt es unsere Teilnehmer, die sich unserer Moderation anvertrauen und gemeinsam mit uns zur SelbstLiebe finden wollen. Und schließlich gibt es unsere Abonnenten, von denen viele – so wie du – oft jahrelang zwar lesen, sich aber nie bei uns blicken lassen und aktiv werden. Was natürlich nie so gedacht war, denn SelbstLiebe ist nichts, was man sich anlesen könnte. Aber sei es drum – ich betrachte es als meine Herausforderung, so gut zu schreiben, dass Menschen irgendwann spüren: Mann, das will ich auch!

          Wir alle zusammen sind für mich die Bewegung. Nur, dass wir bei vielen noch auf den Tag warten dürfen, da sie sich und ihre SelbstLiebe ernst genug nehmen werden, um an dieser Bewegung mit vollen Herzen teilzuhaben.

          Alles Liebe
          Manuel

  • Jamma
    Veröffentlicht am 07:41h, 28 August Antworten

    Wenn man das Wort Hierarchie durch Ordnung übersetzt, schwingen nicht so viele Assoziationen mit.

    Guck dir vielleicht auch einmal Holacracy (dt: Holakratie) an – Hierarchie assoziiere ich mit einer Baumstruktur, die ist aber oft nicht passend.

    Von Annehmen sollte man nicht abrücken! Das ist die Bedingung für weitere Schritte: ein Muster, das ich nicht zunächst angenommen habe, werde ich nicht los. Erst wenn ich es angenommen habe, habe. ich die Freiheit und Klarheit, zu entscheiden, ob ich es behalten möchte. Nicht alle Muster müssen weg, es gibt viele hilfreiche und für manches ist man noch nicht reif.

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 11:29h, 28 August Antworten

      Lieber Jamma,
      danke, von der Holacracy hatte ich auch schonmal gehört. Hier ein kurzer Überblick aus einem Blog, für alle, die sich interessieren.
      Ob man Muster zunächst annehmen sollte, oder rundheraus ablehnen und abschaffen – das ist eine spannende Frage, auf die ich im Moment keine Antwort habe. Ich selbst neige zu ersterem, einfach um das Vergangene angemessen zu würdigen, allerdings kann es ja auch sein, dass das allzu schnell abdriftet in ein: Ach, so schlimm war es doch nicht, eigentlich war es okay, eigentlich ist alles super (…und das Muster wird immer stärker…).
      Alles Liebe
      Manuel

  • Margarete Hohner
    Veröffentlicht am 15:20h, 30 August Antworten

    Jeder Satz ein Goldnugget. Danke

  • Josh
    Veröffentlicht am 19:16h, 30 August Antworten

    [Antwort auf Manuels Antwort im Kommentarstrang mit mir oben. Irgendwie geht’s nur bis zu vier Antwortebenen in einem Gesprächsstrang.]

    Lieber Manuel,
    ja, das Missverständnis zwischen uns schlüsselt sich so natürlich noch weiter auf:
    Ich verstand mich als Teil von M2 so, dass ich mich im Innern zur allgemeinen Absicht/Haltung von M2 zugehörig fühlte. Unabhängig davon, ob ich eine offiziell als M2-Gruppe deklarierte Gruppe besuche/mitbilde (was du wohl erst als „aktiv werden“ ansiehst), möchte ich in meinem Leben die Liebe spüren. Und so wie ich (wirklich) denke, so erlebe ich dann auch das Leben. Also, klar: das will ich auch [(er)leben], nur bisher eben nicht in einer M2-Gruppe. Insofern war bei mir die Ernsthaftigkeit und die Teilhabe mit vollem Herzen schon gegeben (meistens ;-)), nur eben auf diese Art abweichend von deiner Vorstellung, wie sie sich als M2 zu manifestieren habe … ;-)

    Alles Liebe dir!
    Josh

    PS: Wenn dich das ärgert(e), ist das für mich nachvollziehbar. Aber dann brauchst du doch nicht gleich wieder überheblich zu werden (ja, ‚böse‘ Formulierung, sorry, aber nötig: s. u.), die Leute mit dir und begnadetem M2-Kreise zu vergleichen und sie als weniger heil(ig), zu unernsthaft in Bezug auf (Selbst)Liebe, also (noch) minderwertig (weil noch nicht durch M2-Gruppe veredelt) darzustellen. (Solange die Leute also nicht nach deiner Vorstellung [bei] M2 sind, sind sie [noch] nicht richtig so, wie sie sind?) Und du kennst sie ja nicht einmal.
    Du machst dir deine ;-) Bewegung gerade kaputt (zumindest sofern du nicht bereit bist zu fallen und wieder aufzustehen, um laufen zu lernen – also Fehler als Fehler mit all ihrer Tragweite/Konsequenz anzuerkennen, um aus ihnen zu lernen [und nicht nur so zu tun, als ob …]). Willst du das?(!) – Ich erwarte keine Antwort auf die Frage; sie ist nur für dich zur Reflexion gedacht.
    (Ich werde hier vorerst keine Zeit mehr investieren, da ich sehe, dass [momentan] mein Feedback an dich nicht angemessen von dir aufgenommen wird, es also keinen Nutzen bringt. Ich werde wohl erst beim Erscheinen des nächsten Blogartikels wieder vorbeischauen.)

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 19:36h, 30 August Antworten

      Lieber Josh,
      als Menschen sind für mich alle gleich viel wert. Worte wie „Untermenschen“, „weniger heilig“ und „nicht richtig so, wie sie sind“ stammen sämtlich von dir.
      Egal, wie politisch korrekt ich mich ausdrücke: Am Ende gibt es Menschen, die ihr Leben der Liebe widmen, und Menschen, die es nicht tun. Alle sind gleich viel wert, aber nur erstere sind für mich ein ernsthafter Teil (m)einer Bewegung für SelbstLiebe. Die anderen, so viel möchte ich ausdrücken dürfen, sind noch (!) nicht an Bord – aber deshalb genauso liebenswert. Deshalb widme ich ihnen ja so viele Artikel, um gerade sie für die Liebe zu gewinnen.
      Nicht jeder Unterschied ist böse, so wie auch nicht jede Hierarchie böse ist.
      Alles Liebe
      Manuel

  • Ich ziehe ins Kloster
    Veröffentlicht am 16:25h, 19 November Antworten

    […] Gast waren diese Muster überrumpelt. So nahm ich anfangs noch deutlich wahr, wie viel Liebe bei Go & Change herrscht. Nun laufen meine Muster zur Hochform auf, weil ihnen der Kampf angesagt wurde. Deshalb habe ich […]

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