Irene aus Magdeburg: Innere Ruhe

02. August 2015

Selbstliebe. Mich so annehmen, wie ich bin. Zu fühlen: Es ist gut, wie ich bin. Dort bin ich angekommen, vor ein paar Monaten bei Move Meta Berlin. Der Weg dahin war vorher bereits geebnet, doch wie sah er aus und wie hat es Move Meta geschafft, mich an meine Selbstliebe glauben zu lassen und sie wahrzunehmen?

Die meiste Zeit in meinem 29-jährigen Leben habe ich mich sehr minderwertig gefühlt. Zu Hause verhielt ich mich, obgleich eines von drei Kindern, wie man es sonst nur einem Einzelkind zuschreibt: zickig, Rockzipfelkind, braucht viel Aufmerksamkeit, heult bei jeder Kleinigkeit. Die Gründe für mein Verhalten sah ich immer bei anderen: „Na wenn die sich so verhalten, ist doch klar, dass ich so reagiere“ o.a.; dementsprechend fühlte ich mich auch schlecht behandelt und weniger wertvoll. In der Schule war ich nie so gut wie der Großteil meiner Freundinnen, und war auch gar nicht motiviert, mich anzustrengen. Da ich mir einbildete, seit meinem 9. Lebensjahr eine schlimme Krankheit zu haben, sah ich keinen Grund, mir Stress zu machen. Wofür, wenn ich doch sowieso bald sterben würde…

Und doch habe ich mich gerade deshalb über jeden Tag gefreut. So habe ich gelernt, die Dinge in Ruhe auf mich zu kommen zu lassen. Ich konnte es eben nicht ändern, dass z.B. die Uhr schneller lief, als ich meine Aufgaben in der Mathearbeit lösen konnte. Diese Ruhe blieb mir auch, nachdem sich herausstellte, dass ich wohl doch kerngesund war. Wenn etwas nicht klappte oder auf der Kippe stand, etwas Wertvolles meiner Eltern kaputt ging, ich Angst vor Prüfungen hatte ö. ä., galt für mich immer: „Ist doch nicht so schlimm“, „Na, das Leben wird schon weiter gehen“ oder „Hauptsache, ich bin am Leben“.

Meine Eltern waren oft deshalb verzweifelt, weil ich mit einer „Arschruhe“ die Dinge anging. Und das, obwohl sie mir doch „sogar“ immer mal Druck gemacht hatten, an meine „Vernunft“ appelliert hatten („Mensch Irene, du bist doch eigentlich so ein vernünftiges, schlaues Mädchen, … streng dich doch mal an, sonst wird nichts Ordentliches aus dir“). Trotz der Fähigkeit, meine innere Ruhe leicht wiederherstellen zu können, spürte ich natürlich diese Ablehnung und gewann immer mehr das Gefühl, nichts richtig zu können oder zu nichts Bestimmten zu taugen.

In meinen Liebesbeziehungen hatte ich dann ebenfalls das Gefühl, nicht zu reichen. Ich wußte einfach nicht, was ich wert bin, und suchte in ihnen Halt und meinen eigenen Wert. Natürlich wollte ich auch gerne perfekt sein und von meinen Partnern als etwas ganz Besonderes angesehen werden. Sie müssten es ja beurteilen können, dachte ich mir. Und doch war ich am Ende meist verlassen mit dem Gefühl, es wieder nicht wert gewesen zu sein. Mein Selbstwertgefühl baute ich jeweils dadurch wieder auf, dass ich mich von jemand anderen umschwärmen ließ.

Dann fand ich jemanden, der sehr gut zu mir war. Bei ihm hatte ich das Gefühl, auszureichen. Dieses Gefühl wollte ich nie mehr missen. Nie wieder wollte ich mich minderwertig oder verlassen fühlen. Die Begegnung/Beziehung mit diesem Menschen hat mir insgesamt sehr gut getan und ich spürte sein gutes Wesen, das sich mit mehr als Oberflächlichkeiten beschäftigte.

Eines Tages spürte ich aber, dass ich weiter, von ihm gehen müsse. Weil vieles nicht zusammen passte, und auch, um etwas an mir sehen zu können, was ich in unserer Beziehung niemals hätte sehen können. Ich konnte es nicht beschreiben, was genau das war; nichts hätte es getroffen. Ich musste es erst fühlen, um es sehen und dann beschreiben zu können – mich selbst. Die Tatsache, dass ich nicht durch eine Beziehung meinen eigenen Wert erhalte, sondern einzig und allein durch mich selbst. Das war es, was entdecken zu müssen ich gespürt hatte.

Ich spürte, dass ich erst wieder eine Beziehung haben kann, wenn ich auch wieder alleine in mir ruhen und mich selbst wertschätzen kann. Es war so unglaublich schwierig, diesen Schritt zu wagen, und dabei einen wichtigen Menschen teilweise oder womöglich komplett zu verlieren. Doch ich spürte, dass jetzt der Moment gekommen war, der mein Bewußtsein für mich selbst für immer verändern sollte. Ich fühlte mich sehr frei, konnte wieder besser schlafen. Mein Herz, das sich vorher oft eingeengt gefühlt hatte, fühlte sich entspannter an. Ich konnte mit mir allein sein, was ich mir schon lange gewünscht hatte.

So begann mein Weg zur Selbstliebe, wenn auch wackelig und unsicher. Mit der Begegnung durch Move Meta, durch einen wunderbaren Austausch mit meiner besten Freundin und mit Manuel bei der Gruppeneröffnung in Berlin, habe ich eine sehr große Bestätigung erhalten: Das, was ich immer gespürt habe, und das, woran mein Unterbewusstsein immer geglaubt hat, ist wahr – nämlich, dass es gut so ist, wie ich bin, und ich ausreiche. Ich brauche kein Geld der Welt und mir auch keine besondere Fähigkeit anzueignen, um zu beweisen, dass ich ein wichtiger Teil der Welt bin. Der Zugang zu meiner inneren Ruhe war wieder hergestellt.

Seit dieser Begegnung weiß ich, dass ich nicht stärker tun muss, als ich wirklich bin. Ich brauche nicht nach außen fit, super angepasst und perfekt zu sein. Meine Allergie, die ich unbedingt loswerden wollte, habe ich mit einem Mal an mir angenommen. Ich habe gespürt, dass sie ein Teil meines nun eben nicht so robusten Körpers ist, und das dieser Körper gut ist, so wie er ist. Wenn ich mir kaltherzige Äußerungen von liebenswert geglaubten Menschen zu Herzen nehme, ist das zwar schmerzhaft, aber nichts, was ich an mir bekämpfen muss. Ganz im Gegenteil: Es ist meine Fähigkeit, zu fühlen. Denn alles, was an schönen Eindrücken auf mich trifft, kann ich darum ebenfalls aufnehmen und intensiv wahrnehmen. Mein Körper, der sich mir als schwächlich zeigte, ist nun eher ein für viele Eindrücke aufnahmefähiger Avatar.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich aufgrund familiärer Einflüsse immer alles allein schaffen wollte. Allein diese Tatsache habe ich erst einmal angenommen. Und wenig später habe ich erkannt, dass ich nicht alles allein zu können brauche. Ich bin wertvoll, obwohl ich nicht perfekt bin und alles alleine organisieren, schaffen, künstlern kann. Ich kann Dinge, Aufgaben, Entscheidungen abgeben und bin trotzdem eine starke Frau.

Diese kleinen Erkenntnisse haben Großes in mir angestoßen und mir bei Situationen, die früher unmöglich beherrschbar zu sein schienen, schon jetzt geholfen. Zum Beispiel bei der Begegnung mit meiner Tante, die ein „Oh wie einfallsreich“ kommentierte, als ich mir einmal Nudeln kochte. Ich hatte zwar gespürt, dass das wohl witzig gemeint sein sollte; aber auch mitschwang, was sie tatsächlich dachte – wie es mir hinterher auch bestätigt wurde. Als ich nämlich nochmal betonte, dass mich solche Äußerungen verletzen, sagte sie im selben überheblichen Ton: „Ach Irene, nimm doch nicht immer alles so genau.“ Als ich dann meinte, dass sie damit ja wohl schon etwas Bestimmte sagen wolle, erwiderte sie: „Na Irene, wenn ich ehrlich bin, habe ich dich noch nie etwas anderes kochen sehen!“

Darüber habe ich mich natürlich geärgert und in meiner Magengegend große Wut über ihre Reaktion gespürt. Und doch blieb meine alte, kindliche Verhaltensweise aus – also, beleidigt etwas wie „ich hasse dich, du bist so arrogant“ zu rufen, wütend die Tür zu knallen und die Treppe hochzustampfen. Stattdessen nahm ich diese Wut, alleine in meinem alten Zimmer, das erste Mal bewusst wahr, durchlebte sie; ja, freute mich sogar darüber, dass ich dieses Gefühl empfinden kann und darf.

Das tat so gut, in mir drin wütend sein zu dürfen, die Situation so wie sie war anzunehmen und nicht wegzudrücken, was sie mit mir machte. Ein Wegdrücken hätte sich angefühlt, als würde ich etwas in mir bekämpfen, was in diesem Moment Platz braucht und da sein darf. So konnte ich den Hintergrund, das große Ganze und die Ursache dieser negative Begegnung mit meiner Tante begreifen und einen leichteren Umgang damit finden. Nun war ich im Annehmen meiner Selbst, der ganz große Anfang: Nämlich der, dass ich ein unangenehmes Gefühl an mir erkenne und einfach bloß als Teil von mir annehme.

Es ist ein großer Anfang für mich, der mir nun ermöglicht, wie von selbst alle möglichen Verhaltensweisen in bestimmten Situationen bewusst zu erkennen, wahr- und anzunehmen. Ich nehme mich selbst immer mehr als Ganzes an, um dadurch auch andere Menschen mit all ihren Makeln anzunehmen, wie sie sind, und sie das auch spüren zu lassen. So können auch sie durch ihre eigene Selbstannahme wiederum andere leichter annehmen, und helfen mir so, meine Selbstannahme in die ganze Welt zu vervielfachen – bis jeder Mensch Angenommensein und Liebe spüren kann. Wodurch dann mein bereits aus Kindertagen erwachsener Wunsch eines Tages tatsächlich erfüllt sein wird: nämlich gemeinsam in Frieden auf der Welt zu leben.

Irene
irene@movemeta.org

Hej, ihr da draußen. ich habs ausprobiert und es ist wie ein Dominoeffekt: Jeden Tag erkenne ich mehr und mehr meinen eigenen Wert und kann besser andere Menschen und die Welt so annehmen wie sie sind. Die Suche danach geliebt zu werden habe ich eingestellt. Liebe kommt jetzt zu mir, weil ich sie schenke, von Herzen gerne. Ich wünsche euch ein liebevolles, glückliches Leben und hoffe, ihr findet Bereicherung durch Move Meta und das was dahinter steckt: Akzeptanz und Liebe für euch selbst, wodurch ihr sehr leicht glücklich werdet!

1 Kommentar
  • Andreas
    Veröffentlicht am 22:58h, 05 Dezember Antworten

    Danke, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hat :-) tut gut!

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