Warum ich meine Arbeit liebe, und wie das jeder schaffen kann

Handwerker

18. März 2016

Ich will eine Welt voll Liebe. Ich weiß, das klingt naiv. Doch ich möchte nicht, dass Menschen in China die Organe geraubt werden, weil sie Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht üben. Ich möchte nicht, dass weltweit 30 Millionen in der Sklaverei leben und 60 Millionen auf der Flucht. Ich will eine Welt voll Liebe. Und weil lieben heißt, bedingungslos zu geben, mache ich genau das: Ich tue, was ich liebe, und schenke es der Welt. Machst du mit?

Lieben heißt, mich hinzugeben

Mit der Liebe ist es ganz einfach. Um sie zu spüren, muss ich geben, ohne zu verlangen. Ich kann Aufmerksamkeit und Wertschätzung geben, oder kostenlose Umarmungen und ein Lächeln, oder meine Talente in einem Ehrenamt. Was genau ich mache, ist egal. Entscheidend ist, dass ich mich dabei doppelt freue. Und zwar, weil ich mich selbst verwirkliche, und zugleich (!) anderen ein besseres Leben ermögliche. So spüre ich meine Liebe, und andere mit mir: Indem ich mich hingebe.

Ich lebe dieses Leben schon jetzt. Mit Hartz IV habe ich mich von der Angst befreit, wie ich im nächsten Monat Miete und Essen verdiene. Stattdessen kann ich ungehindert herausfinden, wie ich anderen maximalen Wert stifte. Dabei verfolge ich einen sehr langfristigen Plan, und baue eine soziale Bewegung auf. Genauso gut könnte ich auch ein Repair-Café eröffnen, Workshops für Schreiben und Websitebau geben, oder Pflegekinder betreuen. (Im Grunde mache ich all das sogar.)

Natürlich könnte ich auch einfach viel Geld mit meinem Diplom verdienen, und den Löwenanteil spenden. Doch das hieße nicht, mein Leben zu lieben. Das hieße, mein Leben der Leistung und den Ergebnissen zu opfern – dem goldenen Kalb. Anstatt anderen meine Liebe zu schenken, und darin Erfüllung zu finden. Beides schließt einander aus: Bedingungslose Liebe oder Leistung für Gegenleistung. Ich muss mich schon entscheiden, ob ich (mein Leben) lieben will. Oder nicht.

Liebe verlangt keine Gegenleistung

Spirituelle Physiker argumentieren spätestens hier gerne mit: „Aber der Energieausgleich!“ – und richtig: Wir können nicht einfach *nur* geben. Wir müssen auch nehmen. Ich persönlich nehme z. B. Strom aus der Wand, Müsli vom Biomarkt und Apfelsaft aus dem Internet. Doch zu lieben, heißt an einer Stelle in das System hineinzugeben – und an anderer Stelle etwas herauszubekommen. Liebe freut sich über einen Dank, doch sie verlangt und erwartet eben keine direkte Gegenleistung. Denn nur ohne Gegenleistung bin ich frei, meinem Inneren zu folgen. Nur so kann ich geben, was sich *in mir drin* nach Liebe anfühlt. Lasse ich mich hingegen bezahlen, folge ich *äußeren* Anreizen. Und wenn ich einmal materiell abhängig bin, kann ich es mir nicht mehr leisten, unabhängig zu denken und zu fühlen.

Deswegen leben wir in einer so scheußlichen Welt. Es für Geld zu tun, finden wir nämlich ganz normal. Und da jeder sich verkauft, sitzen wir alle hässlich in Ketten. Doch stell dir vor, es wäre umgekehrt! Stell dir vor, wir hören auf, unsere Gaben und Talente zu verkaufen (=was auch uns bloß geschenkt wurde). Stell dir vor, auch du schenkst, was dich am meisten erfüllt. Entweder parallel zu einem (anderen!) Job, oder sogar ganz erfüllt, in Vollzeit aus Hartz IV. Wie glücklich könntest du sein?

Als ich mein Diplom hatte, wollte ich auch beides: In Teilzeit dick Asche einfahren, und den Rest meiner Zeit frei sein, das Gute und Richtige zu tun. Erst nach einem halben Jahr Jobsuche erkannte ich, welches Geschenk Hartz IV eigentlich ist. Denn so konnte ich erst einmal mit meiner gesamten Zeit tun, was mich erfüllt. Und durfte erfahren, wie viel mehr ich geben kann, wenn ich in Vollzeit frei bin. Heute bin ich umso glücklicher, gerade weil mein Teilzeit-Plan nicht aufgegangen ist.

Loslassen ist einfach – für etwas Besseres

Seit Tausenden von Jahren verkaufen wir Arbeit gegen Geld. Und alte Angewohnheiten neigen zum Klammern. Doch das wird ihnen auch nichts nutzen. Ich persönlich bin echt schlecht darin, Liebgewonnenes loszulassen. Doch was ich so richtig gut kann, und was wir alle ganz prächtig können, ist das Bessere zu nehmen. Darum glaube ich, dass wir mit Leichtigkeit aufhören werden, unser Leben der Gier zu widmen – sobald wir sehen können, dass das Glück im Geben liegt.

Und genau deshalb schenke ich meine Arbeit. Denn *ich* liebe mein Leben, indem ich bedingungslos gebe. In *anderen* wächst dadurch das Verlangen, ebenso erfüllt zu sein. Und wenn dann *jeder* entdeckt, was Liebe für ihn ist – und davon so viel gibt, wie er nur kann – dann können wir reicher gar nicht sein. Es geht also gar nicht darum, zu verzichten, sondern etwas noch Besseres zu bekommen: Etwas, das sogar noch geiler ist, als der totale Konsum. Geben ist geiler als nehmen!

Das ist die Revolution, die ich meine. Sie beginnt nicht in Ägypten oder Syrien, sondern bei uns, in den reichsten Ländern der Erde. Was wir haben, wollen alle anderen nämlich auch. Und darum hat unser Vorbild eine Macht, der das alte System nichts erwidern kann. So wird eine Welt der Liebe zu einer Frage der Zeit. Heute schenke ich meine Arbeit – vielleicht schon morgen du. Denn nur wer Liebe gibt, kann auch sein Leben lieben! Und vielleicht willst du das ja auch…

Image courtesy of Mark Stig, idoartbylight.com.

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2013 lebe ich nach einem einzigen Satz: Ich bin gut, so wie ich bin. Heute liebe ich mein Leben. Bei Move Meta erzähle ich davon.

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