Der innere Drang, Liebe weiterzugeben

28. März 2015

Bitte beachte: Ältere Artikel von mir können überholt sein. 1) Bis Februar 2017 ging ich davon aus, Liebe sei ausschließlich eine Tätigkeit. Ich glaubte, nur ich selbst könne meine Liebe machen. Heute weiß ich: Liebe ist und war zugleich immer schon da, und wird immer da sein, in mir und in der Welt. 2) Bis Juni 2017 hielt ich monogame Beziehungen für überholt und Polyamorie für das überlegene Modell. Heute weiß ich: Bevor ich mit vielen Frauen tiefe Beziehungen eingehen kann, muss ich es überhaupt erstmal mit einer Frau schaffen... 3) Bis August 2017 wollte ich alles an Menschen unterschiedslos annehmen. Heute weiß ich: Nicht alles ist Licht. Tief in uns kann es auch Muster geben, mit denen wir uns und anderen schaden und die es darum auszuschalten gilt. — Manuel

Immer wieder begegne ich Menschen, die sagen, sie würden sich selbst (oder andere) lieben. Und die zugleich nichts tun, um Liebe weiterzugeben. Ich glaube: Das ist keine Liebe. Für mich bringt reife Liebe mit sich, sie mit allen zu teilen – anstatt alles für mich allein zu behalten. So entsteht Liebe ja erst: durchs Geben!

So erlebe ich es selbst: Liebe ist ein so großartiges, wundervolles Gefühl, dass ich einfach nicht mitansehen kann, wie andere Menschen *nicht* lieben. Seit ich dieses Gefühl kenne, bringt sich aus meiner Sicht jeder ums Leben, der nicht liebt – weil er das Beste am Leben verpasst: Die Freude daran. (Meine) Liebe will sich darum teilen, vermehren und fortpflanzen. Nicht nur auf die offensichtliche Weise, körperlich, sondern eben auch geistig. Unterlasse ich das, schwindet meine Liebe – schenke ich sie anderen, wird sie mehr. Wie zum Beispiel, wenn wir in Bochum kostenlose Umarmungen verteilen.

Für Erich Fromm war das Lieben eine Kunst. Sein berühmtes Buch habe ich lange nicht verstanden, weil mir nicht klar war, wofür das alles gut sein soll. Warum soll ich mich anstrengen? Wofür der Aufwand, das Lieben zu lernen? Fällt Liebe nicht einfach irgendwann vom Himmel, wenn man den/die Richtige/n trifft? Heute weiß ich es: Liebe ist die Freude am Leben (allem Leben!), und Lieben heißt, diese Freude aktiv in sich zu fördern und nach außen zu bringen. Darum mache ich das hier, und stecke so viel Zeit in Move Meta! Diesen Drang zu geben und zu teilen, der erwartet jeden, der sich auf diesen Weg macht. Ob nun als Autor, oder als Bäcker.

Liebe ist eine Entscheidung, aber eine Entscheidung, die ich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute erneut treffen darf. Liebe ist nichts, was ich mir in Buchform kaufe, und dann ins Regal stelle: Liebe ist nichts, das man *haben* kann. Liebe ist eine innere Haltung, die sich fortwährend selbst belohnt; in Fromms Worten: „Ausdruck eines produktiven Charakters“. Vereinfacht gesagt bedeutet das, zutiefst zu spüren: Geben ist seliger denn Nehmen. Und es darum auch zu tun.

Früher habe ich übrigens nie verstanden, was am Geben so toll sein soll. Ich dachte nämlich, der Satz meinte: „Geld geben ist seliger denn Geld nehmen.“ Das hielt ich immer für Quatsch, habe alles für mich behalten und dazu noch mehr gewollt. Heute weiß ich, was er wirklich bedeutet: Mein Leben für das Glück anderer hinzugeben, indem ich meine Stärken und Talente entfalte, und gerade deshalb selbst das größtmögliche Glück zu spüren: Liebe. Zu mir und anderen zugleich. Hätte mir das mal jemand so erklärt, mit Glück und Gefühlen, hätte ich das mit dem Geben und der Liebe bestimmt schon vor 27 verstanden. Mit 3 oder so.

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2014 verbindet unsere Bewegung Menschen, die SelbstLiebe lernen wollen – eine aufregende, alles erschütternde Reise zu uns selbst. Über meinen eigenen Weg dorthin schreibe ich hier im Blog.

2 Kommentare
  • Sabire Şahin
    Veröffentlicht am 09:03h, 06 April Antworten

    Als ich verstanden habe nicht auf Liebe zu warten sondern sie selbst zu verteilen, hat sich mein Leben auf eine wunderschöne Art verändert. Ich erkläre es wie folgt: Einen Stein in einen See zu werfen. Erst kleine Wellen dann immer größere und weitere in einem ruhigen und vertrauensvollen Rhythmus. Stellt euch einfach vor, viele Menschen würden verstehen nur zu lieben und diese Liebe nur zu verteilen……… Augen zu…….. wie warm es auf einmal wird im Herzen, denn du verstehst, dass sie dann wieder zurückkommen wird. …………. Ich liebe es zu lieben……………..

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 21:41h, 06 April Antworten

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! „Ich liebe die Liebe“, das habe ich auch vor einiger Zeit festgestellt. Menschen kommen und gehen, und bleiben auch in meinem Herzen, aber die Liebe selbst liebe ich vor allem.

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