M² Deep Talk – wie wir gemeinsam unsere SelbstLiebe entzünden

Herz aus Teelichtern auf rotem Teppich bei Dunkelheit

23. Juli 2017

Stell dir vor, du liebst dein Leben. Darum geht es bei Move Meta. Mit unserem Deep Talk begleiten wir dich dahin – es ist das, wofür wir unsere Gruppen vor Ort gründen, als soziale Bewegung für SelbstLiebe. In diesem Artikel zeige ich dir, was dich beim Deep Talk erwartet und warum wir einander brauchen, um SelbstLiebe zu lernen. Dieser Artikel ist für dich, wenn du neu bei Move Meta bist, noch nie bei unseren Treffen warst und/oder überlegst, deine eigene Gruppe zu gründen.

Deep Talk heißt, eine neue Welt zu erkunden

Wie viele Menschen kennst du, die ihr Leben lieben? Den größten Teil meines Lebens hätte ich gesagt: Keinen. Schließlich ist es ganz normal, dass man seine Arbeit/Ausbildung/Uni/Schule hasst und im Wesentlichen darauf wartet, in Rente zu gehen. Bis dahin fliegt man 1-2x im Jahr in Urlaub, am Wochenende ist Party und montags geht alles wieder von vorne los. „Liebe zum Leben“ – die Idee klingt abgehoben.

Vielleicht das Traurigste an diesem Dasein ist, dass jeder allein ist. Jeder kämpft gegen jeden, ob im Job oder beim Autofahren. Mit den Nachbarn wechseln wir kaum ein Wort; Fremden trauen wir noch weniger. Es ist, als ob unsere Herzen längst stillstehen. Kein Wunder, dass zu Fastnacht so viele Zombies sind.

Das Leben lieben lernen, umgeben von so viel Hass aufs Leben – das ist wie Wattwandern bei Sturmflut. Darum bringen wir Menschen zusammen, die eine Revolution wollen. In unseren Gruppen zeigen wir einander: Du bist gut, so wie du bist. Bedingungslos. Immer. Überall. Mag die Liebe auch tief in uns vergraben sein – gemeinsam befreien wir sie. Denn in unserem Innersten sind wir alle Liebe. (Glaubst du das?)

Mit Move Meta wirst du der Fels, auf dem du stehst. Der Moment mag kommen, wo andere dich nicht mehr verstehen: Weil du spinnst – denn dieses Leben kann keiner lieben. Weil du ein Egoist bist – denn es ist Sünde, sich selbst zu lieben. Weil du ein Schmarotzer bist – denn du verdienst nicht, deine Gabe zu finden und deine Berufung zu leben, anstatt dich im Job zu quälen. Und so weiter. Egal aber, wie viele an dir zweifeln werden: Mit Move Meta gewinnst du die Kraft, deinen eigenen Weg ins Licht zu gehen.

Deep Talk heißt, mehr zu fühlen

Liebe kann man fühlen. Und fühlen kann ja jeder. Doch *wie viel* wir fühlen, ist eine andere Frage. Für Inder ist höllisch scharfes Essen ganz normal – während ich froh bin, wenn ich beim Inder essen kann, ohne Feuer zu speien. Genauso dachte ich auch jahrelang, mit meinen Gefühlen sei alles ganz normal. Bis ich begann, bewusst auf Gefühle zu achten. Da erst fiel mir auf, wie viel mir bis dahin entgangen war.

Als Kind habe ich z. B. am liebsten Actionfilme geschaut. Heute spüre ich, dass ich in Wahrheit die wenigsten Filme ertrage. Viel zu weit dringen Bilder von Gewalt in mich ein. Noch tagelang bin ich abgestumpft, nachts habe ich Alpträume. All das habe ich früher nie bemerkt! Ich war zu betäubt, um den Schmerz zu spüren. Seit ich auf Gefühle achte, merke ich, was Gewaltkonsum mit mir macht.

Wirklich zu fühlen ist im Alltag fast unmöglich: Weil wir von allen Seiten beschallt und beflackert werden. Weil wir einen Job machen, der uns stresst. Weil wir Drogen nehmen (auch Zucker, Salz und Fett können Drogen sein – Koffein, Nikotin und Alkohol sowieso). Weil wir gemobbt werden. Weil wir Ziele über Gefühle stellen. (Haus, Auto, Kinder, Geld…) Weil wir keinen haben, der mit uns fühlt. All das ist ganz normal!

In unseren Gruppen üben wir darum, zehnmal so viel hinzuspüren. Es läuft weder Musik noch Fernseher, wir führen weder Sachdiskussionen noch Stammtischdebatten. Stattdessen sind wir achtsam miteinander, beieinander. So können unsere Gefühle aus ihren Verstecken kommen und endlich gefühlt werden.

Dabei helfen auch unsere Moderatoren. Sie sorgen dafür, dass es bei uns genauso respektvoll und dezent zugeht, wie ehrlich und direkt. Denn Liebe fühlst du nur, wenn du dich gut *fühlst*. Darum zeigen wir dir immer wieder, was du im Innersten bist: Liebe. Was dich allerdings vom Fühlen abhält (Ideen, Glaubenssätze, Muster…), dafür werden wir dir ebenso die Augen öffnen. Alles, damit du leuchten wirst.

Deep Talk heißt, zu sehen und gesehen zu werden

Wir alle wollen gesehen werden. Und gleichzeitig haben wir größte Angst davor. Anderen länger als einige Sekunden direkt in die Augen zu schauen, vor allem Unbekannten, ist vielerorts tabu. Gleichwohl ist es eine schwere soziale Strafe, jemanden überhaupt nicht mehr anzusehen. Wie kann das sein? Es scheint, als wären Blicke wie Feuer. Wir wollen uns daran wärmen, aber nicht darin verbrennen.

Kinder haben noch kein Problem damit, andere minutenlang anzusehen. Im Gegenteil, sie wünschen sich das, fordern es sogar und genießen die Aufmerksamkeit. Erst später wird es zum Problem, sich zu zeigen – dann nämlich, wenn wir uns immer mehr Masken und Rollen zulegen, um in der Welt voranzukommen. Damit wächst auch unsere Furcht, durchschaut zu werden. Obwohl wir dringend gesehen werden wollen! Wir opfern Echtheit für Applaus; dabei wünschen wir uns doch eigentlich bloß, dass andere uns sehen. Denn das bedeutet, dass wir dazugehören, dass wir wertvoll sind, dass wir geliebt werden.

Selbst privat spielen wir unsere Rollen, ob in der Familie oder mit den Liebsten. Ich für meinen Teil habe jahrelang geübt, Menschen in die Augen zu sehen, ohne sie wirklich zu sehen. Vor allem Frauen! Von denen habe ich mich immer gerne ansehen lassen, und zwar als Held der Liebe. Sie sollten sich *mir* öffnen und gerne auch mit mir ins Bett gehen. Mich allerdings *ihnen* zu öffnen und mich mit ihren Gefühlen zu verbinden, war kein Teil der Aufführung.

Ge­se­hen zu wer­den heißt, geliebt zu werden – wahrhaft hinzuse­hen heißt folg­lich, zu lie­ben. Bei Move Meta se­hen wir dar­um genau hin. Nichts ist so span­nend wie ein an­de­rer Mensch. Sich so viel Aufmerksamkeit zu schen­ken, mag un­ge­wohnt sein. Vielleicht wird es dir auch so ge­hen. Dann wird un­ser De­ep Talk dich um­so mehr be­rüh­ren.

Deep Talk heißt, radikal ehrlich zu sein

Ich will, dass du ehrlich bist und mir die Wahrheit sagst. Bloß, dass ich nichts hören will, das meine Gefühle verletzen könnte, mein Selbstbild beschädigt, meinen Glauben beleidigt oder mir einfach nicht passt. Außerdem will ich nicht, dass du anderen etwas über mich erzählst. Und jetzt sag mir: Bin ich zu dick?

Anderen Leuten die Wahrheit sagen: Das ist ungefähr so ersprießlich, wie sich die Nasenhaare ausreißen. Es bringt nicht viel, dafür hat man höllischen Ärger. Auch unsere Gesellschaft baut darauf, dass wir uns verkneifen, was wir wirklich denken, und stattdessen sagen: Du siehst super aus. Hast du abgenommen? (Idealerweise läuft der andere daraufhin zu Weight Watchers und gibt Geld aus, anstatt seine Gefühle mit uns zu teilen, womit kein Umsatz zu machen ist und was darum keinerlei Wert hat.)

Miteinander vollkommen aufrichtig zu sein, ist darum selten. Auch bei mir hat sich wohl jahrelang keiner getraut, zu zeigen, wie ich rüberkomme. Erst, als ich bei Go & Change war, sagten mir ein Dutzend Leute beim Spiegeln: Ich wirke, als würde ich das mit der Liebe alles zu sehr betonen, wäre mehr Schein als Sein und überhaupt nicht authentisch. Unnötig zu erwähnen, dass ich nach meinem ersten Abend dort monatelang beleidigt war und über ihre Gemeinschaft herzog, wann immer sich die Gelegenheit ergab. Mit ihrem Feedback hatten sie nämlich voll ins Schwarze getroffen – siehe meine Artikel von Anfang 2017.

Als ich sie das nächstes Mal besuchte, wusste ich, dass sie radikal ehrlich sein würden. Also hielt auch ich nicht mit meinen Ansichten hinter dem Berg. Und das war das Ende und der Anfang meiner Beziehung zu Caro. Ich zeigte ihnen, was ich unter Beziehungen verstand, und sie gaben mir zurück, wie ausgesprochen wenig das war. Caro hielt zu mir – und gab mir die Chance, meine erste echte Beziehung zu beginnen. Heute bin ich mit ihr glücklicher als je zuvor.

Dieselbe radikale Transparenz bringe ich darum auch in meine Gruppe. Ich habe keine Lust mehr, Leuten dabei zu helfen, sich in die Tasche zu lügen. Wir öffnen einen Raum, wo jeder gut ist, wie er ist – während und weil wir einander spiegeln, was wir wahrnehmen. „Gut, so wie ich bin“ bedeutet: Gut, so wie ich *wirklich* bin. Tief drinnen sind wir alle Liebe. Unsere Masken und Rollen verdecken das bloß. Also weg damit.

Deep Talk heißt, endlich anzukommen

Apropos Go & Change. Als ich mich bei meinem Besuch im Juni dort öffnete, durfte ich spüren, wie es ist, in einer Gemeinschaft willkommen und angenommen zu sein. Das hatte ich im ganzen Leben noch nie erfahren. Alle sahen mich an, und ich war so erschüttert. Endlich kam ich an meine tief verschütteten Gefühle heran. Alleine hätte ich das wohl nie geschafft. Mir kommen die Tränen, während ich dies schreibe.

Früher war ich immer der Außenseiter. Deshalb lernte ich, mein eigenes Ding zu drehen. Auch unsere Bewegung ist Teil dieser Geschichte. Als ich mir Move Meta ausdachte, wollte ich allen zeigen, wie sie ihre Liebe selber machen; wie sie es allein schaffen, so wie ich. Einer der Gründer von Go & Change durchschaute das wohl gleich. „Move Meta fehlt das Wir“, sagte er zu mir. Kein Wunder: Ich war immer um mich selbst gekreist. Echte Gemeinschaft kannte ich nicht; also überlegte ich mir etwas, das ohne auskommt.

In Lülsfeld habe ich erlebt, was ein Wir-Raum vermag. Hätte ich gewusst, was mir entging: Vielleicht hätte ich Move Meta nie gegründet, sondern wäre gleich in eine Lebensgemeinschaft gezogen. Der Punkt ist aber gerade, dass ich davon nichts ahnte. Move Meta hat mir überhaupt erst ermöglicht, mich auf den Weg zu machen zu neuen Erfahrungen, Erkenntnissen, Wünschen und Träumen. Und so wollen vielleicht auch manche anderen erstmal reinschnuppern in Liebe und SelbstLiebe, Sehen und Gesehenwerden, Fühlen und Wir-Räume. An einem Ort in ihrer Nähe. Für einen Abend, vorzugsweise.

All das sollen Menschen bei uns erleben können. Ein liebevoller Wir-Raum auf Zeit, der Lust macht auf mehr. Letzten Montag zum Beispiel ist ein Neuer in meiner Gruppe tiefer ins Gefühl gekommen als in seinen beiden ersten Ehen. Niemand sonst habe ihn je spüren lassen: Du bist willkommen, mit allen deinen Gefühlen. Zwei andere weinten ebenfalls, und eine war wütend. Unser Raum hat das mühelos getragen. Es war der tiefste Deep Talk, seit wir in Bochum begonnen haben.

Deep Talk: Dein Leben lieben lernen.

Eine neue Welt erkunden. Fühlen. Sehen und gesehen werden. Ehrlich und transparent sein. Ankommen in Gemeinschaft. All das und noch mehr, gratis und umsonst, in immer mehr Städten vor Ort. Das ist Deep Talk mit Move Meta – was wir machen, um zu spüren: Ich liebe mein Leben. Dafür gibt es unsere Gruppen. Und wenn es bei dir keine gibt: Gründe eine neue. Du kannst es. Wir freuen uns auf dich!

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2013 lebe ich nach einem einzigen Satz: Ich bin gut, so wie ich bin. Heute liebe ich mein Leben. Bei Move Meta erzähle ich davon.

16 Kommentare
  • Josh
    Veröffentlicht am 28. August 2017 um 02:18 Uhr Antworten

    Hey Manuel,
    danke für diesen Artikel! Er hat mich stellenweise sehr berührt.
    Mich beeindruckt es immer wieder, mit welchem Mut(?) du hier von dir – der Entwicklung deines bewussten Innern – berichtest (falls hier überhaupt Ängste da sind, die des Mutes bedürfen?).
    Es könnte aber auch eine Kehrseite der Medaille, dass so etwas immer direkt (öffentlich) mitgeteilt werden soll/will, geben, nämlich etwa ein (wohl unbewusstes) Sich-Zurechtlegen von „pseudo-radikalen Ehrlichkeiten“ (oder von gefühlsunterdrückenden Reaktionen auf Verhalten anderer), um sich und die eigenen wirklichen Gefühle/Bedürfnisse/Wunden zu schützen. Denn das Ego (inkl. „Masken und Rollen“) hat ja auch eine wichtige Schutz-Funktion, die erst mal liebevoll anerkannt werden will, anstatt es „radikal“ gnadenlos(!) aufdecken/bekämpfen, einfach „weghaben“ zu wollen. („Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen!“, sagte das Ego. Nur das Ego will das Ego bekämpfen. :-)) Der Nachfolge-Blogartikel, den ich vorhin zuerst gelesen habe, klang auch so ein wenig in die Richtung gehend an, glaube ich. Auch daher komme ich wohl gerade so darauf.
    Alles Liebe
    Josh

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 28. August 2017 um 11:17 Uhr Antworten

      Lieber Josh,

      ich danke dir. Eben darum, weil ich nicht in solche spirituellen Sackgassen geraten will, möchte ich selbst zu Go & Change ziehen – dort wird man mir keine Nicht-Integrität, keine Rollenspiel durchgehen lassen. Im Moment, da wäre ich ganz bei dir, ist die Gefahr zu groß, einfach alleine weiterzumachen. Auch ich brauche ein Korrektiv – auch ich brauche jetzt eine Führung, um weiter wachsen zu können. Das spirituelle Ego ist bei mir bereits aktiv.

      Ja, das Ego als Ganzes zu bekämpfen wäre wohl wenig weise. Darum ist es mir auch sehr wichtig, hier wie dort zwischen dem höheren Selbst und den niederen Mustern zu unterscheiden, die ersteres blockieren. Nur und alleine die Muster sind zu bekämpfen. Das allerdings tatsächlich, so viel habe ich von Go & Change mitgenommen – wenn wir unseren Mustern auch nur die Existenz zugestehen, sabotieren wir unsere SelbstLiebe komplett, und das kann es ja wohl erst recht nicht sein. Mit Geduld, sicherlich, und mit Mitgefühl und Nachsicht, aber bis zum bitteren Ende.

      Es erfordert allerdings ein recht komplexes Denken und eine hohe Perspektive, sich hier und nur hier dann doch wieder auf einen Kampf „auf Leben und Tod“ (der Muster, wenn möglich) einzulassen. Viele, die momentan voll ins Gefühl gehen wollen (ist ja inzwischen Mainstream), dürften damit erstmal große Probleme haben, weil ja „aller Kampf schlecht ist“ – pauschal, undifferenziert, „grün“ in der Integralen Theorie. Ich weiß es, wie sich dieses Denken von innen anfühlt, ich habe bis vor kurzem selbst so gedacht und argumentiert: Kein Kampf kann je das Kämpfen beenden. Das war in dieser Hinsicht (und hoffentlich nur in dieser Hinsicht) leider dummes, in meinen Verstand selbstverliebtes Zeug.

      Eben darum also auch die Kompetenzhierarchie – weil zumindest unsere Moderatoren sich nicht von ihren Mustern beherrschen lassen wollen dürfen. Erst, wenn wir anderen zugestehen, dass sie unsere Muster erkennen und mit uns gemeinsam knacken können, werden wir frei von ihnen. Es muss jeder selbst wissen, ob er/sie es mit seiner SelbstLiebe so ernst meint, oder nicht. Ich kann nur sagen: Verdammt, es lohnt sich.

      Alles Liebe
      Manuel

  • Josh
    Veröffentlicht am 28. August 2017 um 18:49 Uhr Antworten

    Zuerst mal: danke für die ausführliche Antwort. :-)
    Nein, in spirituellen Sackgassen, wie du es nennst (ich würde es wohl einfach Entwicklungshemmnis oder Verhaftung nennen), zu landen, ist nicht schön. Da kann ich ein Leid von singen (den Buchstabendreher lass ich mal so ;-)). Denn ich hab wohl das größte Ego überhaupt! ;D (Oder anders ausgedrückt: Ich bin sehr sensibel, verwundet und bedürftig.) Aber – nur um der Vollständigkeit halber angemerkt – was das wohl größte Entwicklungshemmnis ist meiner Erfahrung nach: wenn man im Widerstand dazu ist, nur ja nicht in „spirituellen Sackgassen“ hängen zu bleiben. Es ist normal (und vielleicht sogar nötig?), auch mal in „spirituellen Sackgassen“ hängen zu bleiben.
    Dass du momentan zu G&C ziehen willst und dir ein Korrektiv/ eine Führung suchst, hört sich stimmig – ja: weise! – an. Dass du das „spirituelle Ego“ grundsätzlich schon erkannt hast, ist da sozusagen „schon die halbe Miete“ …! :-)
    Der zweite Absatz las sich für mich überwiegend hart, mit bitterem Ende … :-( … welches in mir die direkt zuvor genannten eher liebevoll klingenden Begriffe Geduld, Mitgefühl und Nachsicht – als solche für ein „spirituelles Ego-Ziel“ missbraucht – betrübt und leise weinen ließ. :´-(
    Der dritte Absatz las sich für mich wie eine Verteidigung des zweiten gegen (potenzielle) Zweifler – ob im Außen oder im Innen.
    So wirkten auf mich die Absätze nach dem Satz „Das spirituelle Ego ist bei mir bereits aktiv.“ wie die Bestätigung der Aussage – und auch wie die Bestätigung, dass wenn man dagegen/gegen sich im Widerstand ist, es/sich also nicht erst mal einfach akzeptiert, wie es/man gerade ist (und den Eindruck gewann ich bei dir), es erst richtig mächtig wird, weil aus dem Verborgenen der Verdammnis heraus regiert.
    Ja, es lohnt sich, das Verdammte wieder zuzulassen. :-) Heilung geschieht immer im richtigen Augenblick. Dazu braucht man sich nicht unbedingt bemühen (inkl. etwas vermeiden), kann man aber natürlich auch machen (auch das braucht man nicht zu vermeiden). :-)
    So long … alles Gute!
    :-)

  • Caro
    Veröffentlicht am 28. August 2017 um 21:22 Uhr Antworten

    Lieber Josh,

    ich habe eure Diskussion mitverfolgt und möchte gern etwas ergänzen.

    Grundsätzlich ist es erst mal immer okay, wie ein Mensch gerade ist. Verschiedene Umstände und Erfahrungen haben dazu geführt und dadurch hat jeder von uns bestimmte Schatten und Muster. Schatten sind abgespaltene oder unterdrückte Gefühle und (Verhaltens)muster, das was sie versteckt und überspielt.

    Die Schattenanteile sollen wieder in die Persönlichkeit integriert werden. Dafür müssen die verdrängten Gefühle gefühlt werden. Oft lassen sich die Schatten nicht direkt angehen, da sie ja nicht bewusst sind. Die Muster aber befinden sich an der Oberfläche und können erkannt und dann auch verändert werden. Es ist daher oft nötig, ein Muster erst zu erkennen und „bekämpfen“, sprich nicht mehr auf eine bestimmte, automatisierte Weise zu handeln oder sogar genau das Gegenteil zu tun. Dadurch wird oft erst der Zugang zu dem Schatten gewährt, sodass dieser dann bearbeitet werden kann.

    Es stimmt also beides: Jeder Mensch ist gut, so wie er ist und gleichzeitig gibt es Entwicklungspotential und -bedarf. Da die Muster sehr hartnäckig sein können, ist es manchmal nötig, sehr energisch gegen sie vorzugehen und ausreichend Willen und Motivation aufzubauen, sie loszuwerden. Sich das Leid, das Muster einem selbst und anderen antun bewusst zu machen, kann dabei helfen.

    Wenn man seinen Schatten wieder integriert hat, wird es viel leichter, die Muster einfach ziehen zu lassen. Da sie dann nicht mehr benötigt werden, um den Schatten zu schützen.

    Liebe Grüße
    Caro

    • Josh
      Veröffentlicht am 30. August 2017 um 18:45 Uhr Antworten

      Hey Caro,
      schönes Bild! :-)
      Danke für deinen Kommentar!
      „Die Schattenanteile sollen wieder in die Persönlichkeit integriert werden.“ – Statt: „sollen“ kann ich sagen: „wollen“ (unabhängig davon, ob „ich“ – Ego – glaube zu wollen). :-)
      „Da die Muster sehr hartnäckig sein können, ist es manchmal nötig, sehr energisch gegen sie vorzugehen und ausreichend Willen und Motivation aufzubauen, sie loszuwerden. (…) Wenn man seinen Schatten wieder integriert hat, wird es viel leichter, die Muster einfach ziehen zu lassen. Da sie dann nicht mehr benötigt werden, um den Schatten zu schützen.“ – Ich würde sagen: Die Muster sind Ausdruck des Schattens, weshalb mein Leben schöner ist, wenn ich auch „ihnen“ (also ja mir) einfach mit „Geduld, Mitgefühl und Nachsicht“, wie Manuel es so schön benannt hatte, begegne. :-) So brauche ich nicht „gegen“ sie vorgehen und sie loswerden wollen, sondern sie ‚einfach‘ nur liebevoll zu sehen/akzeptieren und ihnen zuzuhören (übrigens: ich glaube, auf Hawaiianisch wird „jdn. lieben“ mit: „jdn. sehen“ formuliert; auch bei uns – jedenfalls bei den Gebildeten – hieß es („Liebe machen“) früher: „jdn. erkennen“) – so löst sich der Schatten (inkl. Muster) irgendwann, wenn man gerade bereit dafür ist, von selbst auf, wenn man es zulässt. Aber man kann natürlich auch anders damit umgehen (vgl. diesbzgl. den letzten Absatz meines vorigen Kommentars) … Das Leben – ein einziges Experiment … ;-)
      Liebe Grüße
      Josh

  • Caro
    Veröffentlicht am 31. August 2017 um 19:24 Uhr Antworten

    Lieber Josh,

    ich sehe deine Sichtweise. Und ich denke, ich habe sie bis vor Kurzem selbst vertreten. Das man sich „von allein“ weiterentwickelt und Muster sich auflösen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Alles, was es braucht, ist liebevolle Selbstannahme.

    Leider kenne ich niemanden bei dem das bisher funktioniert hätte. Alle Menschen, die ich kenne und die sich schon sehr stark und schnell weiterentwickelt haben, haben sich dafür sehr angestrengt – ja, man kann schon sagen gekämpft. Es war ein langer Prozess von ständigem sich selbst beobachten und hinterfragen, und sich immer wieder für die liebevollste Sichtweise und Handlung zu entscheiden. Das ist niemandem, den ich kenne, einfach zugefallen.

    Ich merke es auch bei mir. Ich werde demnächst einen Artikel über mein Opfermuster schreiben, was sich bisher sehr hartnäckig gezeigt hat. Mir immer wieder zuzuhören, wenn ich aus diesem Muster heraus weine und jammere, hat noch nicht dazu geführt, dass es verschwunden wäre. Im Gegenteil, es fühlt sich bestätigt in seiner Funktion und läuft weiter. Immer wieder von neuem, schon seit ca. 20 Jahren. Egal, wie oft mir Aufmerksamkeit und Zuwendung geschenkt wurde.

    Du hast ja schon gesagt, dass du diesen (anstrengenden) Weg auch für möglich hältst. Ich denke, für mich funktioniert er besser.

    Liebe Grüße
    Caro

  • Florian Eichhorn
    Veröffentlicht am 06. September 2017 um 13:38 Uhr Antworten

    Lieber Manuel,

    besser kann man es nicht ausdrücken. Ich bin sehr glücklich, dass ich damals mit Move Meta einen neuen Weg eingeschlagen habe. Das hat mein Leben radikal beeinflusst. Heute tue ich Dinge, die ich mir damals nicht hätte vorstellen können. Ich erlebe tiefe, liebevolle Momente und bin von meinem früheren Selbstmitleid meilenweit entfernt. Bei Move Meta habe ich gelernt, dass ich einfach *sein* darf. Und auch wenn dieses Sein manchmal schmerzhaft ist, fühlt es sich in jedem Moment wie ein Teil von mir an.

    Danke dafür und alles Liebe auf deinem (unserem) gemeinsamen Weg
    Flo

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 12. September 2017 um 12:34 Uhr Antworten

      Danke, lieber Flo, dass du bei uns bist! Du warst unser erster Gruppengründer nach mir, und hast nicht nur unsere Bewegung enorm vorangebracht, sondern auch dich selbst. Was wir anderen zeigen wollen, das lernen wir selbst als erste – so hast du all das zugleich dir selbst geschenkt, was du anderen geschenkt hast. Deshalb bist du mit Move Meta so schnell vorangekommen!
      Ich bin gespannt, was wir noch alles zusammen erleben werden. Nach unserem Gespräch neulich Abend zu schätzen, war das bisher gerade einmal der Anfang.
      Alles Liebe
      Manuel

  • Lotus
    Veröffentlicht am 08. September 2017 um 16:04 Uhr Antworten

    Liebe Grüße an alle,

    ich habe eure Beiträge gelesen und möchte auch etwas dazu schreiben.

    Muster bekämpfen klingt für mich wie eine „Kampfansage“. Als hart, zehrend und Energie raubend. Die Gefahr besteht bei Kämpfen darin, sich zu verausgaben, weil man so verbissen für sein Ziel schuftet und bei Rückschlägen oder Stillstand seine Reserven verbraucht.

    Die Veränderung seiner Muster braucht, denke ich; mehr als Tatkraft, Intellekt, durch- und ausleben von Gefühlen und Erkenntnisse. Gerade tiefer gehende Ursachen und seelische Schmerzen können sehr stark verwoben und deswegen umso hartnäckiger sein. Dieser Prozess der Heilung/ Ganzwerdung lässt sich meines Erachtens nicht erzwingen oder beschleunigen. Es dauert so lange, wie es dauert oder braucht.
    Manches Muster lässt einen schneller los (oder ich lasse es los) als ein anderes. Da spielen wahrscheinlich noch mehr Aspekte als Zuwendung, positive Erfahrungen und Glauben eine Rolle. Vielleicht braucht es manchmal auch sehr viel/viele von genannten Punkten.

    Mit der Arbeit an meinem inneren Wachstum habe ich bemerkt, und das hat auch gedauert. dass ich mit Geduld und dem Zugeständnis von Pausen wesentlich besser vorwärts komme, als mit „kämpfen“. Zudem hat mir mein Frust auf immer noch nicht erreichte Ziele eher im Wege gestanden. Ich bin auf einer Reise und es ist entspannender zu wandern als zu rennen.

    Liebe Grüße
    Lotus

    • Caro
      Veröffentlicht am 09. September 2017 um 12:58 Uhr Antworten

      Liebe/lieber Lotus,

      danke für dein Interesse an unserem Artikel und deinen Kommentar. Hast du schon meinen Kommentar, in dem ich Josh geantwortet habe, gelesen? Dort habe ich bereits versucht zu erklären, was „Muster bekämpfen“ für mich bedeutet und warum ich denke, dass es nötig ist.

      Alle Tätigkeiten, die du beschreibst, wie mal Pausieren und seelische Schmerzen durchfühlen (etc.) gehören für mich mit dazu, wenn ich meine Muster bekämpfen will. Das Wort „Kämpfen“ finde ich in sofern passend, dass es verdeutlicht, dass ich selbst aktiv werden muss, dass es kein Zuckerschlecken ist, mich selbst weiterzuentwickeln und dass es oft viel Willenskraft und Durchhaltevermögen braucht.

      Gleichzeitig ist es wichtig, mich selbst immer wieder anzunehmen, wie ich im Moment gerade bin, mit all meinen Gefühlen und Mustern. Erst eine Kombination aus all diesen Dingen ermöglicht und ergibt einen wirkungsvollen „Kampf“, statt mich nur selbst zu verausgaben.

      Du hast vollkommen Recht, dass der Prozess ein Muster loszuwerden unterschiedlich lange dauern kann. Auf diesem Weg meine Vision nicht zu verlieren und sie geduldig und zuversichtlich immer weiter zu verfolgen, ist wichtig, wenn ich mich weiterentwickeln will.

      Liebe Grüße
      Caro

  • Lotus
    Veröffentlicht am 09. September 2017 um 17:10 Uhr Antworten

    Liebe Caro,

    ich habe deine Kommentare gelesen.

    Ich sehe es genauso wie du, dass Musterveränderungen und dementsprechende Weiterentwicklung Willenskraft und Durchhaltevermögen und natürlich eigenen Antrieb und Aktivität fordern. Es will erarbeitet werden und ich halte es ebenso für kein Zuckerschlecken.

    Ich lese aus deinen Schilderungen Ärger heraus. Zitat:
    „…demnächst einen Artikel über mein Opfermuster schreiben, was sich bisher sehr hartnäckig gezeigt hat. Mir immer wieder zuzuhören, wenn ich aus diesem Muster heraus weine und jammere, hat noch nicht dazu geführt, dass es verschwunden wäre. Im Gegenteil, es fühlt sich bestätigt in seiner Funktion und läuft weiter. Immer wieder von neuem, schon seit ca. 20 Jahren. Egal, wie oft mir Aufmerksamkeit und Zuwendung geschenkt wurde.“
    Klingt für mich so, als wärst du wütend auf deine Emotionen und willst, dass sie endlich verschwinden. Nachvollziehbar, aber meines Erachtens ist das keine (ausreichende) Annahme der Gefühle.

    Die Betrachtung der eigenen Bewertungen und Interpretationen kann knifflig sein. Aber ich denke, dass Wissen darüber hilft bei der Musterveränderung. Es bleibt ergo bei den Fragen: Wie interpretiere und bewerte ich Situation xy? Wie bewerte ich meine Gefühle und meine Handlung? Habe ich in Bezug auf Emotionen und Muster Mitgefühl und Verständnis für mich und „fühle“ ich dies auch? Durch Letzteres entstand bei mir eine Art der Besänftigung der inneren Gefühlswelt. Danach war ich irgendwie freier und konnte überlegen, wo und wie ich Veränderungen vornehmen könnte.

    Deine Erklärung in Bezug auf bekämpfen der Muster, kann ich nachvollziehen. Ich sah das mal genauso und machte die Erfahrung, dass mich das auf Dauer mürbe machte. Ich fragte mich, ob ich mich dadurch eigentlich selber bekämpfe. Denn wenn ich gegen etwas kämpfe das Teil von mir ist, widerspricht das in meinen Augen der Selbstannahme und -liebe.

    Liebe Grüße
    Lotus

    • Caro
      Veröffentlicht am 10. September 2017 um 14:19 Uhr Antworten

      Liebe/lieber Lotus,

      danke, dass du deine Erfahrungen mit mir/uns teilst. Hast du den Eindruck, dass du dich leichter weiterentwickeln kannst, seit du dich und deine Gefühle stärker annimmst? Oder bist du dadurch einfach mit dem Jetztzustand zufriedener und akzeptierst, wenn du dich weniger schnell entwickelst?

      Es stimmt, dass ich auf mein Opfermuster wütend bin (nicht auf meine Emotionen). Ich weiß natürlich, woher es kommt und kann das akzeptieren. Gleichzeitig merke ich, wie wenig es mir und anderen gut tut. Es ist auf eine gewisse Weise ein Teil von mir, aber auch nur ein antrainiertes, automatisiertes Verhaltensmuster. Es sind nicht meine echten Gefühle. Diese werden von dem Muster verdeckt und so ist es schwerer, sie zu fühlen und anzunehmen.

      Ich möchte gern dieses Muster auflösen, damit ich stärker mit meinen echten Gefühlen in Verbindung komme. Das ist für mich ein Akt von Selbstliebe.

      Liebe Grüße
      Caro

  • Lotus
    Veröffentlicht am 10. September 2017 um 20:39 Uhr Antworten

    Liebe Caro,

    ich freue mich, dass du mir nochmal geschrieben hast.

    Mir ist klar, dass du für dich und damit im Sinne der Selbstliebe und deine Mitmenschen sorgen möchtest. Das ist definitiv liebevoll. Ich kann nachvollziehen, dass du diesen antrainierten und automatisierten Prozess, also das Muster, verändern möchtest. Was ich nicht verstehe, ist deine Überzeugung, dies wären nicht deine echten Gefühle.
    Entsprechen sie nicht einem oder mehreren Grundgefühlen (Wut, Trauer;Angst…) oder den Gefühlen abgleitet aus dem Gefühlsstern? Der Stern wird unter anderem in der Verhaltenstherapie angewendet und ist durch Bildersuche im Internet zu finden.

    Ich weiß nicht, ob Muster Gefühle verdecken. Die automatisierten und unbewussten Gedanken halten das Muster aufrecht und diese müssen “ sichtbar“ werden. Erst danach kann ich mich fragen, wie es mit meinen Grundeinstellungen, Normen etc. steht. Wo kann ich gedanklich etwas verändern und/oder ersetzen oder wie kann ich anders handeln? Manchmal ist das Gefühl angemessen und auch an dem Muster muss nichts falsch sein. Dann lässt sich nur die Intensität der Gefühle beeinflussen, wenn man diese für angemessen hält. Ehrlichkeit sich selber gegenüber ist sehr wichtig.

    Zu deinen ersten Fragen: Wenn ich mich und meine Emotionen wirklich annehme, fällt es mir tatsächlich leichter, mich bezüglich meiner Muster anzunehmen und weiterzuentwickeln. Ich bin dann auch mit mir zufriedener, weil ich Verständnis für mich aufbringen kann, eben weil ich mich verstehe.
    Ansonsten sehe ich es so Es dauert so lange, wie es braucht. Seit dem ich diese Haltung habe, komme ich auch mit dem Jetztzustand oder „scheinbarer“ Stagnation besser zurecht.

    Liebe Grüße
    Lotus

    • Caro
      Veröffentlicht am 10. September 2017 um 22:19 Uhr Antworten

      Liebe/lieber Lotus,

      danke für deine Neugier und dein Interesse.

      Wenn ich im Opfermuster bin, fühle ich mich hilflos und ohnmächtig. Das ist aber in sofern nicht das echte Gefühl, da dieses Muster immer in Situationen auftritt, in denen ich eigentlich wütend wäre (weil ich mich ungerecht behandelt fühle). Die Wut unterdrücke ich aber (spüre sie daher nur sehr kurz oder gar nicht). Stattdessen fühle ich mich hilflos und weine.

      Es ist tatsächlich schwierig, die Gefühle, die aus dem Muster resultieren von den darunterliegenden Gefühlen zu unterscheiden. Ich denke, das gelingt aber auf folgende Weise: Wenn ich ein echtes Gefühl spüre, dann kann ich es durchfühlen und irgendwann wird es schwächer oder verschwindet ganz. Das „Mustergefühl“ (Hilflosigkeit) verändert sich dagegen überhaupt nicht. Egal, wie oft ich es spüre, es ist immer wieder genauso stark.

      Ich kann dieses Muster nur auflösen, wenn ich das wahre Gefühl (also die Wut) spüre und diese durchfühle. Dann wird das Muster irgendwann überflüssig. Bis dahin ist es wichtig, dass ich das Muster erkenne, wenn es kommt und versuche, herauszutreten, um das echte Gefühl spüren zu können.

      Wenn ich nur die „Mustergefühle“ fühle und annehme, verändert sich leider nichts. Das Muster fühlt sich nur in seiner Funktion bestätigt und läuft immer weiter, wie ein Computerprogramm.

      Zu deiner Frage: Ja, Muster können in mir Gefühle erzeugen, mich verwirren, mich Dinge vergessen oder mich einschlafen lassen. Alles, um mich davon abzuhalten, das echte Gefühl, welches meist schmerzhaft ist, zu spüren.

      Ich hoffe, diese Erklärung hilft dir. Ich schreibe gerade auch an einem ausführlicheren Artikel über mein Muster. Vielleicht wird es darin noch einmal deutlicher.

      Es freut mich, dass du dich in deinem So-sein annehmen und dich weiterentwickeln kannst und dich scheinbare Stagnationen nicht entmutigen.

      Liebe Grüße
      Caro

  • Christoph
    Veröffentlicht am 10. Oktober 2017 um 05:40 Uhr Antworten

    Hallo ihr Lieben

    danke fürs Teilen. Beim Lesen des Textes und der Kommentare fühlte ich eine Spannung, wenn es um die Ablehnung von Mustern geht. Es gibt da eine Stimme in mir, die sagt, dass der Satz „Unsere Masken und Rollen verdecken das bloß. Also weg damit.“ nicht stimmt. Auch in anderen Kommentaren wünscht sich die Stimme mehr Differenzierung. Wann ist ein Muster konstruktiv/destruktiv? Ist immer klar, dass mit „Muster“ ein destruktives Verhaltensmuster gemeint ist, das früher vielleicht mal gut war, jetzt aber oft Leid innen und außen erzeugt?

    Als menschliches Wesen habe ich in jedem Moment gewisse Handlungsoptionen zur Verfügung. Einige wenige Handlungsoptionen kann ich bewusst wählen. Ein Muster oder eine Verhaltensstrategie verstehe ich als eine Folge von Handlungen, die zu ganz bestimmten Konfigurationen des Momentes „passen“. Es gibt einen Trigger in einem Moment und dann wird das Muster bzw. die Verhaltensstrategie ausgeführt, was wiederum den nächsten Moment beeinflusst. Das ist weder gut noch schlecht. Es ist einfach so. Ich betrachte nur die quasi-kausalen Zusammenhänge, weil ich über alle anderen (vielleicht die meisten, die das Leben ausmachen) wohl nur spekulieren könnte. Also nehmen wir an:

    Wahrnehmung:Trigger X → Ausführung:Muster Y

    Immer wenn wir den Trigger X Wahrnehmen läuft Muster Y ab. Jetzt kann ich mir das Modell anschauen und mir Fragen Stellen. Nehme ich X bewusst wahr? Nehme ich Y bewusst wahr? Nehme ich den Zusammenhang X → Y bewusst wahr? Kenne ich außer Y noch andere Handlungsoptionen Y1, Y2, Y3,…? Kann ich frei zwischen den einzelnen Handlungsoptionen wählen, damit ich die liebevollste Option auswählen kann? Und was ist die liebevollste Option? Es ist die liebevollste Option, die ich in der Lage bin, zu erkennen und auszuführen. Und schließlich werde ich mich für genau diese Option entscheiden.
    In dem Moment, wo ich anfange Handlungsoptionen/Muster/Rollen/Masken zu verbannen, schränke ich die Zahl meiner potentiell möglichen Handlungsoptionen ein. Damit beschränke ich mich selbst. Die Menge der Optionen, aus denen ich für einen gegebenen Trigger in der Raumzeit die liebevollste Option wähle, wird kleiner. Das möchte ich nicht.

    Ich möchte bewusst und frei aus möglichst maximal vielen Handlungsoptionen die liebevollste wählen können.

    Ich möchte bewusster werden. Ich möchte freier werden. Und ich möchte die Menge meiner Handlungsoptionen vergrößern. Ich möchte vor allem diejenigen zwanghaften Muster entdecken, die nicht liebevoll sind und mich von dem Zwang befreien. Das Muster soll als eine von vielen Optionen bleiben (existieren) aber meine Anhaftungen, meine Identifikationen damit sollen gehen.

    Liebe Grüße
    Christoph

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 10. Oktober 2017 um 15:56 Uhr Antworten

      Lieber Chris,

      deinem Kommentar entnehme ich, dass ich das Wort „Muster“ wohl noch eingehender hätte definieren sollen. Für den Moment nur so viel: Muster sind alles, was uns davon abhält, liebevoll zu handeln. Darum müssen alle Muster weichen, wenn wir unsere SelbstLiebe voll entfalten wollen.

      Ja, es gibt „gut“ und „schlecht“ in der Welt: Es gibt Handlungen, die Liebe in die Welt bringen, und solche, die es nicht tun. Muster machen, dass wir automatisiert und unbewusst „schlecht“ handeln, heißt: wenig oder nicht liebevoll handeln. Bei Move Meta wollen wir eine liebevolle Welt, und daraus folgt, unsere Muster restlos abzuschaffen. (Was letztlich nur durch konsequente Schattenarbeit gelingt, die wir allerdings bei Move Meta nur anreißen können.)

      Es gibt viele Wege, nicht authentisch zu sein (…aus Mustern zu handeln), aber nur einen, authentisch zu sein (aus dem höheren Selbst zu handeln, im Einklang mit mir und meinen Gefühlen). Darum reduzieren wir ganz bewusst die Vielzahl schlechter, nicht liebevoller (Zwangs-)Handlungsmuster, bis keine mehr übrig sind. Es liegt kein Wert darin, diese lieblosen Muster zu konservieren. Aus Mustern zu handeln ist ausdrücklich kein Ausdruck von Freiheit oder Wahl, sondern immer von Unfreiheit, Beschränkung und Zwang.

      Liebe Grüße
      Manuel

Dein Kommentar ist willkommen.

Du bist gut, so wie du bist. Werde Teil unserer Revolution.