Das spirituelle Fitnessstudio – und was in Berlin noch geschah

25. April 2015

Bitte beachte: Ältere Artikel von mir können überholt sein. 1) Bis Februar 2017 ging ich davon aus, Liebe sei ausschließlich eine Tätigkeit. Ich glaubte, nur ich selbst könne meine Liebe machen. Heute weiß ich: Liebe ist und war zugleich immer schon da, und wird immer da sein, in mir und in der Welt. 2) Bis Juni 2017 hielt ich monogame Beziehungen für überholt und Polyamorie für das überlegene Modell. Heute weiß ich: Bevor ich mit vielen Frauen tiefe Beziehungen eingehen kann, muss ich es überhaupt erstmal mit einer Frau schaffen... 3) Bis August 2017 wollte ich alles an Menschen unterschiedslos annehmen. Heute weiß ich: Nicht alles ist Licht. Tief in uns kann es auch Muster geben, mit denen wir uns und anderen schaden und die es darum auszuschalten gilt. — Manuel

Letzte Woche haben wir unsere Berliner Gruppe eröffnet. Um unseren neuen Gründern zu zeigen, wie ich das in Bochum mache, habe ich den ersten Abend dort moderiert – und Move Meta zum spirituellen Fitnessstudio erklärt. Eine Punktlandung! Das Treffen war nur der Anfang, danach wurde es sogar noch besser.

Bei Move Meta geht es immer um das Innere, um Liebe und Gefühle. Gerade deshalb sehe ich als Moderator sofort, ob unser Konzept wirkt. Im besten Fall schaue ich in leuchtende Augen, während ich an abwesendem Blick erkenne, dass jemand mit dem Herzen ganz woanders ist. Wer aber nichts spürt, den sehe ich in meiner Gruppe nie wieder. Darum brauche ich eine kraftvolle Erklärung, um am Anfang alle abzuholen, und zwischendurch immer wieder mitzunehmen.

Für unseren ersten Abend in Berlin hatte ich mir dafür das „spirituelle Fitnessstudio“ ausgedacht. Das Bild ist simpel, und harmoniert mit unserer Kultur, die auf das Äußere abfährt: So, wie man beim Sport seine äußeren Muskeln trimmt, trainieren wir bei Move Meta einen inneren (=spirituellen) Muskel. Bedingungslos zu lieben, erfordert nämlich echte Kraft und Ausdauer – wahre Liebe heißt mehr, als bei Sonnenschein zurückzulächeln. (Zum Beispiel die eigenen Eltern von Herzen anzunehmen, obwohl man noch als Erwachsener darauf wartet, endlich von ihnen geliebt zu werden.) In meiner Anmoderation habe ich das so erklärt:

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Es gibt drei Möglichkeiten, bei Move Meta mitzumachen.

Variante 1 ist, mich zurückzulehnen und mal reinzuhören. Im Fitnessstudio hieße das, mich mit Chips und Cola in den Kursraum zu setzen, und dem Trainer bei der Arbeit zuzusehen. Das Ergebnis ist immer das gleiche: Der Teilnehmer spürt zu keiner Zeit, worum es bei uns geht, hat maximal einen „netten Abend“ (mit der bekannten Bedeutung von „nett“), und kommt natürlich nie wieder.

Variante 2 ist, aktiv zuzuhören, andere bewusst anzunehmen und etwas von mir zu teilen – also unser Erstes Prinzip zu trainieren: Bedingungsloses Annehmen. Ohne allerdings die eigenen heißen Eisen anzufassen, oder in anderen mehr zu sehen, als sie nach außen zeigen. Im Fitnessstudio hieße das, mit den kleinen Hanteln anzufangen; die Übungen zwar mitzumachen, aber ohne volle Körperspannung: Der Anfang ist gemacht – und trotzdem geht noch was.

Variante 3 ist Variante 2 plus zusätzliche Hingabe: Unser Zweites Prinzip – Liebe ist eine Tätigkeit. Das bedeutet als Sprecher [und erst recht als Moderator], alles zu zeigen und nichts zu verbergen. Für die Zuhörer hingegen bedeutet es, innerlich zu antworten: Mit Güte, Verständnis und Verbundenheit. So wird Liebe spürbar – das Gefühl von Verbindung und Eins-Sein, mit sich selbst und miteinander. Mir gelingt das vor allem, wenn ich anderen dabei auch in die Augen sehe.

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Was wir so trainieren, ist mir mittlerweile zur Natur geworden. Und genau das ist die Idee! Ins Fitnessstudio gehe ich, um mich den Rest meiner Zeit wohl zu fühlen – dasselbe gilt bei Move Meta: Ich trainiere *gemeinsam*, aus mir selbst heraus und auch *alleine* glücklich zu sein. So, wie Sport einen schönen Körper und anmutige Bewegungen hervorbringt, bewirkt eine liebevolle innere Haltung innere Schönheit – die man genauso sehen, und dazu sogar spüren kann.

Auf das Bild vom spirituellen Fitnessstudio konnten wir in Berlin immer wieder zurückkommen. Mir hat das sehr geholfen. Als Moderator habe ich Verantwortung für meine Gruppe, und helfe anderen, sich selbst das schönste Erlebnis zu schenken. Ab jetzt kann ich, und können andere, dafür einfach an dieses Bild vom inneren Training erinnern, sobald es geboten scheint. Move Meta öffnet Räume für SelbstLiebe, und ich begreife immer besser, wie ich diese Räume stark mache.

Nach knapp drei Stunden (selbstverständlich durchgehend freiwillig – SelbstLiebe kann auch heißen, sich zurückzuziehen!) und zutiefst berührenden Momenten gingen wir später noch in Kreuzberg aus. Auf Wunsch der Gruppe hatte ich dafür ein Free-Hugs-Schild gebastelt. Alle wollten erleben, wie das mit den Gratis-Umarmungen so funktioniert. Und als die dritte junge Frau mit offenen Armen auf mich zugelaufen kam, wollten die anderen dann auch mal das Schild halten.

In meinen Sportkursen lerne ich, von außen zu glänzen – bei Move Meta zeige ich, wie ich von innen strahle. Was ich hier nur andeuten konnte, haben die anderen vielleicht noch mehr gespürt. Für mich war das Treffen der Anfang eines wunderbaren Wochenendes. Die Menschen bei Move Meta sind klasse, und Berlin ist erst unsere dritte Gruppe… wie viel da noch auf uns zukommt!?! Sei dabei, und gründe mit uns in deiner Stadt!

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2013 lebe ich nach einem einzigen Satz: Ich bin gut, so wie ich bin. Heute liebe ich mein Leben. Bei Move Meta erzähle ich davon.

4 Kommentare
  • Helena aus Magdeburg
    Veröffentlicht am 01. Mai 2015 um 13:01 Uhr Antworten

    Es war ein Erlebnis, das sich anfühlt wie 2 Wochen Urlaub zu haben. Eine gute Freundin aus Berlin hatte mir vorgeschlagen mit zum Gründungsseminar von Move Meta nach Berlin zu kommen.
    Alles begann mit einer sehr berührenden Geschichte von Manuel. Ich durfte spüren lernen, wie es ist zum einen sich selbst anzunehmen und wie es sich anfühlt meine Mitmenschen und dabei auch völlig fremde Menschen zu lieben. Die drei Stunden Moderation von Manuel über das Thema Selbstliebe sind mir schon sehr nah gegangen. Die eigentliche Verinnerlichung folgte jedoch erst später, ganz außerhalb des Seminars.

    Manuel zeigte uns eine Übung zur bedingungslosen Annahme anderer Menschen: „FREE HUGS“ stand auf einem Schild. Ich wusste nicht so recht, ob ich das könnte, war aber sehr gespannt darauf, wie es zum einen „aussieht“ und ggf. dann sich „anfühlt“ Liebe, also Umarmungen zu verschenken und das egal für wen, völlig unvoreingenommen. Es war mir anfangs etwas unbehaglich zumute, wie das wohl aussehen würde. Die sind doch fremd. Nicht dass ich mir weh tue. In Berlin, im Dunkeln, an der S-Bahnstation…

    Die lächelnden, beglückten Gesichter der Menschen zu sehen, die gerade zu auf Manuel mit offenen Armen zustürmten, löste in meiner Herzens- und Magengegend ein beglückendes, hüpfendes Gefühl aus. Wenig später wollte auch ich (noch mehr) spüren, wie sich so eine Umarmung anfühlt. Die erste Umarmung war noch etwas holprig, so wie das erste Mal Fahrrad zu fahren, irgendwas sieht noch etwas versteift aus, fühlt sich auch so an. Aber ich spürte, dass es einfach bloß eine Art Barriere ist, die sich über die Zeit aufgebaut hat. Ich war neugierig drauf, ob ich noch mehr Herzenswärme schenken könnte. Und so bin ich bereits bei der dritten Umarmung von mir selbst überwältigt gewesen. Ich habe gespürt wie mich die meisten Menschen anlächelten, mit offenen Armen und teils sehnsüchtigen Blicken auf mich zu kamen und mir eine feste, liebevolle, warmherzige Umarmung schenkten. Und gleichzeitig schenkte ich ihnen ihre Umarmung liebevoll und herzlich erwidernd zurück. Ich fühlte mich dabei so geborgen, innerlich erwärmt und aufgefangen von ihrem liebenden Herzen. Mit jeder Umarmung die ich verschenkt habe (und damit auch empfing) wollte ich noch mehr von dieser bedingungslosen Liebe geben. Ich habe eine Dynamik gespürt, die ganze Barrieren zwischen völlig fremden Menschen aufzulösen scheint. Von Umarmung zu Umarmung fühlte ich noch mehr Offenheit in mir selbst für den/die Nächste. Als würde meine Liebe von mal zu mal in mir wachsen.

    Diese Begegnung bei Move Meta an diesem Wochenende und die Erkenntnis darüber, dass meine Selbstannahme mich dazu befähigt andere besser anzunehmen und zu lieben, haben mir in den letzten Tagen immer wieder Freude und Glück gebracht. Free Hugs habe ich nun auch in meiner Stadt angeboten und bin jedes Mal von Neuem davon überwältigt, wie viel Liebe auf der Straße und damit in jedem von uns, auf der Welt, möglich ist.
    Mir ist zum einen bewusst geworden, worum es beim gegenseitigen Verstehen geht. Es ist die Annahme des Gefühls meines Gegenübers. Ich spüre jetzt sehr deutlich, dass Liebe in uns, für uns und für alle anderen Menschen die Lösung eines jeden Problems zu sein scheint.

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 01. Mai 2015 um 15:44 Uhr Antworten

      Liebe Helena,

      ich bin so dankbar, dass du dabei warst und diesen tollen Erlebnisbericht geschrieben hast! Und dass du sogar in Magdeburg Free Hugs gegeben hast, klasse. Alleine ist das nochmal eine intensivere Erfahrung, habe ich gelernt. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder, das würde mich sehr freuen!

      Alles Liebe
      Manuel

  • Bodo Meier
    Veröffentlicht am 26. Dezember 2015 um 19:12 Uhr Antworten

    Jetzt, am kommenden Montag haben Sie eine Veranstaltung in Darmstadt Kranichstein, sogar in der Strasse, in der ich wohne. Sehr gerne würde ich an diesem Treffen teilnehmen.

    Mein Vorbehalt: Ich sehe nur Bilder von jungen Menschen, so bis 40 oder vielleicht auch 50 Jahren. Das kommt ja nicht von ungefähr! Das sind eben die Teilnehmer. Nun, ich bin 75 Jahre alt, und sage mir natürlich, da liegen Welten zwischen den anderen und mir.

    Vergeblich habe ich auf Ihren Seiten gesucht, … dass Sie eine bestimmte Altersgruppe einladen… Ich habe Sie heute das erste Mal in meinem Leben entdeckt und schreibe demnach auch das erste Mal an Sie.

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 02. Januar 2016 um 19:28 Uhr Antworten

      Lieber Bodo Meier,

      leider komme ich erst heute zu meiner Antwort, da ich zu Weihnachten und zwischen den Jahren unterwegs war. Unser nächstes Treffen in Darmstadt wird Ende Januar sein, und bei uns sind immer alle willkommen, ganz ohne Alters- oder sonstige Bedingungen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Liebe alle Menschen verbindet, und bei uns machen auch solche in hohem Alter mit. Da wir bisher in unseren Gruppen nicht fotografiert haben, sieht man die allerdings nicht im Bild. Es würde uns sehr freuen, Sie (dich?) beim nächsten Treffen im WOHNSINN dabei zu haben!

      Mit herzlichen Grüßen
      Manuel Fritsch

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