„Bestie, Testosteronmonster, Vergewaltiger: Das verteufelte Geschlecht“

18. Dezember 2015

Bist du ein Mann? Dann bist du schuldig, du Schwein. Wehe, du setzt dich im Flugzeug neben alleinreisende Minderjährige. – „Männer sind für alles Schlechte in der Gesellschaft verantwortlich: Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat mit unmoralischen animalischen Bankern und Börsenmaklern zu tun, die Unterdrückung der Frau mit egoistischen machthungrigen Ehemännern, schlecht geführte Unternehmen mit skrupellosen Managern. Diese Lesarten sind keineswegs neu: Seit dem 18. Jahrhundert etabliert sich nach und nach ein Mythos, der den Mann als hypersexuell, triebhaft, unmoralisch, egoistisch, asozial und naturhaft beschreibt. Christoph Kucklick, Buchautor und Journalist, beschreibt Ursachen und Wirkungen der negativen Männerbilder.“ (Quelle: SWR 2 Wissen: Aula)

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel, der Gründer von Move Meta. Seit 2013 lebe ich nach einem einzigen Satz: Ich bin gut, so wie ich bin. Heute liebe ich mein Leben. Bei Move Meta erzähle ich davon.

7 Kommentare
  • Jörg
    Veröffentlicht am 20. Januar 2016 um 12:50 Uhr Antworten

    Jede Zeit scheint einen „Bösen“ zu brauchen.
    Im Mittelalter und beim Adolf waren es die Juden.
    In den 50er und 60er waren es die Kommunisten.

    Heute gibts im Schwimmbad Frauenschwimmen, aber kein Männerschwimmen.
    Gerate ich mit einer Frau in Streit, z.B. wenn sie auf dem Radweg spazieren geht und trotz Klingeln nicht zur Seite geht, halten ALLE automatisch zur Frau.

    Eine Frau braucht sich nur einen Mißbrauch oder ähnliches auszudenken um Ihre Interessen durchzusetzen (vor 400 Jahren zeigte man jemanden wegen Hexerei an und der- bzw. diejenige war erledigt).

    Noch etwas zu den „benachteiligten Frauen“:
    Von den Obdachlosen sind 5% weiblich, 95% männlich
    In Haft sind 5% Frauen, 95% Männer
    Bei den Suiziden ca 35% Frauen, 65% Männer.

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 24. Januar 2016 um 11:27 Uhr Antworten

      Lieber Jörg,

      es scheint tatsächlich so, dass wir Menschen jemanden brauchen, auf den wir „das Schlechte“ projizieren können. Im Film sind es die Bösewichter, im echten Leben die Pädos. Auch wenn das in Wahrheit selbst Kinder waren, die missbraucht wurden. Menschen, die nicht wahrhaft lieben, interessiert das nicht. Da ihnen die innere Gewissheit fehlt, selbst gute Menschen zu sein, brauchen sie die „äußere“ Sicherheit, dass andere auf jeden Fall schlechter sind.

      Ob das mit dem erdachten Missbrauch immer noch so leicht geht, wie vor Kachelmann, würde ich erstmal bezweifeln, aber ein Ungleichgewicht ist sicher noch da.

      Ich möchte jedenfalls bewirken, dass wir überhaupt nicht mehr an solchen Zahlen und Schuldzuschiebungen festhalten, sondern uns gemeinsam um Liebe bemühen.

      Liebe Grüße
      Manuel

      • Connie
        Veröffentlicht am 20. November 2016 um 09:54 Uhr Antworten

        Um Liebe bemühen hieße in dem Fall, den Lebensraum Erde wieder allen Menschen frei zugänglich zu machen.
        Ursache für diese ganzen (vordergründigen) Geschlechterschuldzuweisungen und andere Kriege ist die Tatsache, daß sich irgendwann ein Mensch (aus Angst vor den anderen?) ein Stück Land angeeignet hat und einen Zaun darum gezogen hat mir den Worten: „das ist meins“. Die Umstehenden waren so kurzsichtig, daß sie diese Idee gut fanden und sie kopierten.
        Ein liebender Mensch hätte damals gesagt: „Hinfort mit dem Zaun! Die Erde gehört sich selbst! Sie schenkt sich uns, und wir schenken uns ihr – bedingungslos.“

        Hierbei ist es schon fast bedeutungslos, zu erwähnen, daß aktuell 99% der Erdoberfläche in Männerhand sind :-)

        • Manuel Fritsch
          Veröffentlicht am 20. November 2016 um 11:23 Uhr

          Ja, liebe Connie, wenn ich tief genug hinter die Symptome blicke, komme auch ich am Ende bei der simplen Frage heraus: Haben oder Sein? Dieses Nicht-genug-Sein, das gierige Habenwollen, mehr als andere, könnte man als Wurzel allen Übels ansehen – wenn auch dieses nicht seinerseits nur von einem Mangel an Liebe bewirkt worden wäre…

          Wie traurig, dass bereits diese kurze logische Kette uns kollektiv zu überfordern scheint: Keine Liebe -> Gier -> Eigentum -> keine Liebe, bzw. in positiver Form: Liebe -> Großmut -> Überfluss, Sicherheit, Freiheit -> Liebe.

  • Connie
    Veröffentlicht am 20. November 2016 um 10:11 Uhr Antworten

    Das Mißgeschick bei Berichten dieser Art ist immer, den ausgeformten Geschlechtern nur die jeweiligen Eigenschaften zuzuschreiben. Dabei ist jeder Mensch sowohl mit männlichen als auch mit weiblichen Eigenschaften ausgestattet, und zwar so ziemlich im Gleichgewicht (51:49). Die Frage ist nur, welche er lebt. Und hier spielt die Erziehung mit rein. Und die hat was mit Kultur zu tun (bzw. eigentlich mit deren Fehlen).
    Wir leben aktuell (noch) in einer patriarchalen Struktur, in welcher – egal bei welchem Geschlecht – mehr die männlichen Eigenschaften gefördert werden. Und daß dies nicht gerade wohlstand- oder liebesförderlich ist, merken wir so langsam. Allerdings sind es eben nicht „die Männer“ oder „die Frauen“, die „schuld“ sind: Ursache ist die grundsätzliche Zuweisung der Eigenschaften auf unterschiedliche Geschlechter. Wenn jeder Mensch sowohl seine weiblichen als auch seine männlichen Eigenschaften (51:49) all-ein lebt, ist die Harmonie wieder hergestellt.
    Dann brauchen wir auch nicht mehr die lebenslange Zwangs-Mann-Frau-Beziehung, um die Sicherheit der Harmonie zu haben. Das Leben würde freier.

    Und: es stimmt: würde es nur Männer auf diesem Planeten geben, wäre die Menschheit binnen kürzester Zeit ausgestorben: einfach, weil es keine Nachkommen mehr gibt.

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 20. November 2016 um 11:31 Uhr Antworten

      Hast du dir den Bericht denn angehört? Weil, in meiner Erinnerung wird darin durchaus beleuchtet, dass unsere Kultur Geschlechter überhaupt erst definiert, um sie hernach mit negativen Klischees zu belegen. Und der Zwang, als Mann hart und stark zu sein, korrespondiert mit der ebenso einseitigen Forderung an die Frauen, sanft und weich zu sein, um als Frauen durchzugehen. Es geht darin also nicht bloß um unser Männerbild, sondern genauso um das der Frauen und letztlich um das ausgewogene Menschsein, wie du es beschreibst.

      • Connie
        Veröffentlicht am 20. November 2016 um 19:28 Uhr Antworten

        Liebender Manuel,

        ich kann es doch nicht lassen….

        Du hast großzügig meine letzten Sätze überlesen: es gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen Weib und Mann, und der ist auch gar nicht so klein, wie ihn die meisten (gerdermainstreaminggeprägten Menschen) gerne hätten: weibliche Wesen sind in der Lage, Leben zu schenken.
        Dieser biologische Aspekt fehlt in obigem Beitrag.
        Im patriarchalen Feminismus (von dem der Autor spricht) ist dies ebenfalls vollkommen untergegangen. Wenn man diese grundlegende biologische Tatsache miteinrechnet (neben der Hormon- oder Erziehungsdebatte), haben die Weiber in der menschlichen Gemeinschaft eindeutig andere Aufgaben als die Männer. Weiber in Vorstandsrollen zu pushen und Männer als Familienväter zu erziehen, sorgt weiterhin für ein Aussterben der Menschheit.
        Die für die menschliche Art und deren soziale Eigenschaften unendlich wertvolle Bindung zwischen Mutter (!) und Kind in den ersten drei Jahren bildet die Grundlage (fürs Gott- oder Urvertrauen und) für das bisher Gott sei Dank noch manchmal beobachtete unterschiedliche Verhalten von Weib und Mann.
        Die Frage ist nur, ob wir dieses unterschiedliche Verhalten VERURTEILEN – oder ob wir dank unserer Bewußtheit das 51:49-Schema anwenden und sagen: ich selbst habe alle Eigenschaften in mir – doch es steht mir frei, die auszuleben, die in dieses Leben passen.
        Vielleicht hilft es, auf eine Meta-Ebene zu gehen: wir sind nicht nur geistige Wesen, wir haben 4 Körper… Geistig, astral, seelisch und physisch (echt bio :-))

        Wir brauchen Leben UND Sterben (weibliches Gebären und Erhalten und männliches Benutzen und Zerstören) auf diesem Planeten! All dies kann die Liebe.

        Connie

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