Andreas aus Linz: Vergebung

06. Juli 2015

Nach jahrelangen Panikattacken und depressiven Phasen begann für mich – wie offenbar für viele andere Menschen weltweit auch – im Jahre 2012 eine Art geistige Neugeburt. Ein wesentlicher Schritt dazu war das Buch „Unendliche Liebe … Jesus spricht“ von Glenda Green. [Vorurteile? Bitte weiterlesen, es folgt eine unserer besten Geschichten… /Anm. d. Red.] Mein Bruder schenkte es mir zu Beginn jenes Jahres.

Nachdem ich von der Kirche schon längst die Nase voll hatte – und daran hat sich bisher nichts geändert – ließ ich dieses Buch monatelang liegen, anstatt es zu lesen. Ich dachte mir damals einfach so etwas wie: „Ja nett gemeint, Bruder, aber mit diesem Kirchenscheiß kannst du mir gestohlen bleiben“. Ich wollte das Buch dann schon wegschmeißen.

Im Herbst 2012 begann ich dann doch, darin zu lesen. Kaum war ich durch das erste Kapitel, konnte ich kaum noch aufhören. Plötzlich erkannte ich: Nur weil hier jemand von Liebe und Jesus schreibt, heißt dies noch lange nicht, dass es um Kirche oder Religion gehen muss. Ich begriff: An Spiritualität kann man unabhängig von Religionen herangehen, und alles worauf es ankommt, trägt der Mensch von Natur aus bereits in sich – was man in den Kirchen natürlich nicht lernt.

In diesem Buch geht es sehr viel um Vergebung – auch um Selbstvergebung. Also war das Thema Vergebung das nächste große Thema, mit dem ich mich beschäftige. Und dann kam der entscheidende Wendepunkt.

Durch den Gedanken, dass jeder Mensch in jedem Augenblick seines Tun und Handelns alles so gut macht wie er momentan nur kann, hat sich bei mir meine ganze Sicht auf mich und die Welt komplett geändert.

Dieser Gedanke löste in meinem Körper eine Art energetisch-körperliche Kaskade aus. Ich sah innerlich, ausgehend vom Herz, wie es hell wurde. Ich spürte – wiederum ausgehend vom Herz – wie alles leicht wurde und wie Mauern um mein Herz einbrachen bzw. sich auflösten. Nicht umsonst spüren wir Liebe v. a. dort!

Plötzlich gab es das Wort „Schuld“ kaum noch für mich – weder in meinen geäußerten Worten, noch in meinen Gedanken. Plötzlich bekam ich einen Geschmack davon, wie es sich anfühlt, bedingungslos vergeben und lieben zu können – vor allem meinem Vater gegenüber, den ich bis dato so sehr gehasst hatte.

Es kam eine Zeit mit viel befreienden und heilsamen Tränen darüber, wie sehr ich meinen Vater, aber auch viele andere Menschen und mich selbst verurteilt und für alles Mögliche beschuldigt hatte. Selbst jetzt, in diesem Moment, kommen mir noch Tränen etwa darüber, wie sehr ich meinen Vater und mich selbst verurteilt habe und wie viel von dieser Energie immer noch da ist.

Seit diesem Herbst/Winter 2012 ist alles anders.

Ich kann plötzlich Menschen annehmen, die ich vorher gehasst habe. Ich kann beginnen, mein eigenes Leben anzunehmen und mit meiner Vergangenheit Frieden zu schließen. Menschen reagieren ganz anders auf mich. Sie gehen auf mich zu und erzählen mir Ihre Anliegen usw. Ich kann meine Gefühle und Emotionen bedingungslos spüren, ohne sie sofort verändern zu wollen. Ich kann andere Menschen in Ihrerer Unvollkommenheit und mit ihren emotionalen Problemen besser respektieren, ohne sie verändern zu wollen. Ich gebe niemandem mehr die Schuld für meine Misserfolge.

Es ist einfach unglaublich.

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2 Kommentare
  • Julian
    Veröffentlicht am 14:37h, 08 Juli Antworten

    Die Geschichte ist wirklich super! Und wunderschön. Es ist ein großes Glück, so eine Erkenntnis zu haben, wie du sie hattest. Und ein kleines Wunder ist es wohl, wenn man sie wirklich b e g r e i f e n darf – wie es bei dir geschehen ist. Vielleicht sorgt dein Wandel ja dafür, dass es bei anderen auch „Klick!“ macht. Wirkliche Vorbilder sind für die „gute Sache“ ja das Wertvollste überhaupt :)

  • Patrick
    Veröffentlicht am 12:39h, 13 Juli Antworten

    Hallo Andreas – Schoene Wandlung.

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