Warum das Grundeinkommen uns sogar reicher machen wird

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17. September 2016

Ich lebe von Hartz IV. Das ist mein „bedingtes Grundeinkommen“. Wenn ich von meinem Leben erzähle, fragen Menschen oft: „Wenn das jeder so macht wie du, wie soll die Welt dann funktionieren?“ Einige bezweifeln, dass wir uns das leisten könnten: „Wenn jeder von Hartz IV lebt, wer zahlt die Steuern dafür?“ Andere befürchten ein großes Chaos: „Wer geht dann noch arbeiten, wenn jeder ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält? Wer holt den Müll ab, wenn alle nur noch tun, was sie lieben?“

Vielen verheißt ein BGE also weder Freiheit noch Erfüllung. Den meisten macht es vor allem Angst. In diesem Artikel möchte ich zeigen, welches tiefe menschliche Bedürfnis dafür verantwortlich ist; wie ich auf die zitierten Fragen angemessen eingehe (und wie nicht); was Menschen in Wahrheit antreibt, beruflich wie privat (Tipp: Geld ist es nicht), und was darum geschehen wird, sobald das Grundeinkommen kommt.

1. Warum wir so viel Angst vor dem Grundeinkommen haben: Aus Unsicherheit

Sicherheit kommt noch vor Glück. Diese Einsicht verdanke ich Terry Pratchett, dem britischen Fantasy-Autoren. Sicherheit heißt nämlich, zu leben – und am Leben zu bleiben. Solange das nicht sicher ist, ist Glück unser kleinstes Problem. Deshalb sind wir lieber mit Sicherheit unglücklich, als mit Unsicherheit glücklich.

Am sichersten fühlt sich an, was wir schon kennen. Ob nun ein Job, den wir seit 30 Jahren machen, ein Partner, neben dem wir seit 40 Jahren aufwachen, oder der Klimawandel, vor dem wir uns seit 50 Jahren verstecken. Alles, was gestern schon war und morgen noch sein wird, ist sicher. Und sicher ist gut. Sogar, wenn es schlecht ist. Dann ändern wir erst recht nichts. Es könn­te schließlich noch schlim­mer wer­den.

Unser Bedürfnis nach Sicherheit steht auch hinter der Befürchtung, mit einem bedingungslosen Grundeinkommen fiele uns der Himmel auf den Kopf. Denn dieses Konzept kippt sämtliche gewohnten Sicherheiten – und die Welt, die wir darauf gebaut haben. Nicht länger soll mehr gelten: „Nur wer arbeitet, soll auch essen“, „Menschen müssen zu ihrem Glück gezwungen werden“, „Leistung muss sich lohnen“, „Der Mensch ist im Innersten schlecht und darf darum niemals den ganzen Tag tun, was er will“ usw. usf.

Das BGE stellt alles in Frage, worauf wir seit Tausenden von Jahren unser Leben gründen: „Ich bin schlecht, so wie ich bin. Ich bin nicht für mich verantwortlich. Jemand anders muss entscheiden, was gut und richtig für mich ist. Ich bin nicht genug.“ Übrig bleibt nackte Unsicherheit, was da bloß auf uns zukommt. Diese bereitet uns tiefe, existenzielle Angst. Es ist regelrechte Angst um unser (altes) Leben.

Wer mich also nach Steuern und Müllabfuhr fragt, den bewegen weder Staatshaushalt noch städtische Entsorgung. Seine wahre Frage lautet vielmehr: „Muss ich sterben, wenn das Grundeinkommen kommt?“

2. Wie ich auf diese Angst eingehe (zunächst): Wo Lie­be fehlt, da herrscht die Gier

Die ehrliche Antwort müsste nun lauten: Ja. Das Leben, wie du es kennst, endet mit dem BGE. Dein Reichtum und deine Sicherheit bauen auf Sklavenarbeit, auf deine eigene und die in der restlichen Welt. Heu­te noch gehorchst du dem Geld. Heu­te noch bist du ein Skla­ve des Ka­pi­tals, ein Humankapital. Mor­gen wirst du frei sein. Ja, die Illusion des „besseren“ Lebens wird sterben: um einem guten Leben Platz zu machen.

Allerdings wäre es herzlos und unverantwortlich, einem abhängigen, emotional unreifen, unselbständigen Normalmenschen all das ins Gesicht zu sagen. Er ist innerlich ein Kind, und Kinder wollen behütet sein. Die schonungslose Wahrheit würde ihn in blanke Panik versetzen. Es wäre auch kaum besser, von der Würde des Menschen zu erzählen oder von der Freiheit zu schwärmen, tun und lassen zu können, was ich will. Davor fürchtet er sich ja gerade, dass die anderen frei sein könnten. Die FDP hat das nie begriffen. Humanistische Schwärmerei auf existenzielle Angst: Das ist wie Wasser auf heißes Öl.

Für eine kluge Antwort muss ich bereit sein, mich in das Herz meines Gegenübers zu versetzen. Und wem die Liebe fehlt, den beherrscht die Gier, wie 98% der Bevölkerung. Oder in Worten, zu denen mir noch jeder beigepflichtet hat: Die immerwährende Sorge um die Zukunft unserer Volkswirtschaft. Es reicht nicht, dass wir alles haben und reichlich obendrauf. Nein, es muss auch immer noch mehr, mehr, MEHR sein.

Diese Gier will befriedigt werden, bevor ich irgendetwas anderes erzählen darf. Weshalb ich verkünde: „Wenn jeder von uns gibt, was er am besten kann, können wir reicher nicht sein. Darum lebe ich von Hartz IV, um frei zu entfalten, worin ich am besten bin – anstatt für Geld irgendeinen Job zu machen, wo ich weniger geben kann.“

Mit diesem simplen Walzerschritt hebele ich die Panik aus, das Grundeinkommen stürze uns alle in Armut und Chaos. „Mit dem BGE kann jeder tun, was er liebt; wir alle schwelgen im Wohlstand, und den Müll holt ab, wer Ordnung liebt. Während andere ihre Berufung darin finden, unsere Müllflut gleich ganz trocken zu legen.“ So geleite ich mein Gegenüber von der Gier zum Großmut. [Vgl. ebendiesen Artikel.]

3. Was uns tatsächlich antreibt: Am Ende geht es immer nur um Liebe

Was ich al­so sa­ge, stif­tet zu­gleich Si­cher­heit und be­frie­digt Gier. „Nein, du wirst nicht ster­ben!“, ist mei­ne ei­gent­li­che Ant­wort. Doch selbst, wenn mein Gegenüber eifrig nickt: Damit ist noch nichts gewonnen. Beruhige ich Gier mit guten Argumenten, habe ich zwar das Symptom behandelt – an der vertrauten & verdrängten To­des­angst aber ändert das gar nichts. Noch ist die Welt genauso unsicher und furchteinflößend wie zuvor. Und deshalb wird auch die Gier schon bald wieder da sein. So ist sie definiert: unstillbar.

Haben ist eben nie genug. Biete ich ihm bloß stumpfe Materie, kehrt mein Gegenüber zu­ver­läs­sig zu seinen alten Glau­bens­sät­zen zurück. Wir er­in­nern uns: „Ich muss ar­bei­ten, um et­was wert zu sein“, „Wir sind alle schlecht“, „Niemand verdient ein BGE“ etc. Denn Glau­be stif­tet Si­cher­heit in ei­ner un­si­che­ren Welt. Einen Glauben ge­ben wir nicht mal eben so auf. Der Spatz in der Hand ist bes­ser als die Tau­be auf dem Dach.

Es sei denn, und hier wird es spannend: Ich mache noch ein bes­se­res An­ge­bot. Da gibt es nämlich eines, das stillt die Gier für immer, und macht sicher und glücklich zugleich. Das, wonach wir uns alle so sehnen, hinter unserer Unsicherheit, unserer Angst, unserem Schmerz. Dafür geben wir im Wimpernschlag alles auf, lassen unsere Heimat hinter uns, wandern aus, heiraten in fremde Kulturen ein und fangen ein neues Leben an, *so* gut ist es – das absolute, unbedingte Gute. Die Men­schheit hat ein Wort dafür: Lie­be.

Wir mögen zwar *glauben*, im Leben ginge es um Geld. Um Ziele, Leistung und Anerkennung. Um Auto, Haus und Kinder. Um Sex (my favourite). Um Freiheit. Oder gar um Sicherheit als Selbstzweck. (Apropos: „Wer Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ Benjamin Franklin, Herr Seehofer!) – Doch das ist eben bloß unser Glaube. Tatsächlich geht es uns am Ende immer nur um Liebe.

Und Liebe ist nicht bloß ein Gefühl. Wer unser Vorspiel bekommen hat, weiß es längst: Liebe ist vielmehr das Eins-Sein mit allen unseren Gefühlen. Ausschließlich darum geht es im Leben: Fühlen. Liebe. Gefühle. Zudem ist Lie­be be­din­gungs­los, und ei­ne Tä­tig­keit. Was auch jeder weiß, wenngleich es keiner wissen will.

Damit ist mein Trumpf auf dem Tisch. Wir alle wollen uns im Leben gut fühlen. Gut fühlen heißt Liebe spüren. Liebe spürt, wer bedingungslos gibt. Genau das erlaubt uns ein bedingungsloses Grundeinkommen.

4. Was das BGE uns bringt: Wonach wir uns in Wahrheit sehnen

Das bedingungslose Grundeinkommen macht uns heute Angst. Nicht, weil es selber so schrecklich wäre – sondern, weil es unsere Betäubungsmittel ausschaltet: Unsere alten Sicherheiten. Damit zeigt es uns, in welch entmenschten Zuständen wir leben. 5 Minuten Zigarettenpause nach 50.000 Stichen sind das, was wir unter Freiheit verstehen. (Sonst stünde es nicht auf Plakaten.) Existenzangst ist vollkommen normal.

Doch das Grundeinkommen bringt uns neue Sicherheit. Die Sicherheit, Teil einer liebenden Gemeinschaft zu sein. Nicht mehr Kampf jeder gegen jeden, mit Burnout als festem Karriereschritt und Hartz IV für die Gestrauchelten; Verachtung verpackt als Almosen. Sondern einer für alle, alle für einen. Wir teilen, was wir haben, damit jeder sich entfalten und der Gesellschaft sein Bestes geben kann. Das wird 82 Millionen Deutschen bald so selbstverständlich sein, wie es mir jetzt schon selbstverständlich ist. Ich muss es wissen: Ich wollte früher sogar Milliardär werden. Ich kenne mich aus mit Gier. Und mit dem Weg heraus.

Die Religion der Gier wird mit dem BGE ein Ende finden. Was wir wirklich wollen, ist bedingungslose Liebe: die Sicherheit (!), voneinander alles zu bekommen, was wir brauchen – materiell wie spirituell. Wir werden den Glauben verlieren, diese Sicherheit kaufen zu müssen, weil sie mit dem BGE jeder freiwillig schenkt.

So werden wir nicht mehr *haben* müssen, um uns für fünf Minuten gut zu fühlen – die Handtasche, den Cayenne, das iPhone aus Sklavenarbeit. Denn wir werden einander *geben*, und viele Stunden strahlen. Wir werden froh sein, unser Bestes in Liebe loszuwerden – um noch mehr geben zu können, um dadurch noch glücklicher zu sein. Egal ob Bauer, Bäcker oder Ingenieur: Jeder wird schenken wollen, was auch ihm geschenkt wurde. So frei, erfüllt und voller Liebe ist mein Leben schon heute; mit dem BGE kann das jeder haben. Und es werden auch alle wollen, allein schon aus Neid. Wir werden reicher sein als je zuvor.

5. Fazit: Alles darf bleiben, wie es ist. Und deshalb wird sich alles ändern.

Wenn ich jemandem all das erzählt und ihm mein Leben dargelegt habe, höre ich oft: „Du bist so mutig.“ Leute glauben, ich hätte „meine Komfortzone verlassen“ und wäre mutig ins kalte Wasser gesprungen, um so erfüllt und glücklich zu werden. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Ich bin nicht mutig; ich bin lediglich konsequent. Zum Beispiel habe ich erkannt, dass ich für Geld morgens nicht freiwillig aufstehe, sondern nur dafür, Menschen zu helfen. Al­so tue ich genau das, und gebe mich hin – weil ich es mir leisten kann, dank „bGE“ Hartz IV. Sicherheit steht auch in meinem Leben ganz oben: Ich springe nie ohne nachzudenken ins kalte Wasser, und würde es auch keinem empfehlen. Solchen Rat erteilen bloß Haie.

Wir al­le wol­len uns si­cher füh­len. Al­les soll blei­ben, wie es ist – und zu­gleich bes­ser wer­den. Das be­din­gungs­lo­se Grund­ein­kom­men er­laubt uns ge­nau das: Wir kön­nen un­ser al­tes Le­ben behalten – und doch je­der­zeit auf­ge­ben. Ge­ra­de des­halb wer­den wir es festhalten. Und ge­ra­de deshalb werden wir uns sicher fühlen, es loslassen, uns frei entfalten und ei­ne völ­lig neue Welt er­schaf­fen. Mit Er­fin­dun­gen, so­zia­len, kul­tu­rel­len und tech­ni­schen, die un­se­re Welt un­end­lich viel rei­cher ma­chen als iPho­ne oder Whats­App.

Der Beweis ist diese Bewegung: erschaffen aus SelbstLiebe, finanziert mit „bedingtem Grundeinkommen“. Ich war sicher, dass ich später Unternehmer werden würde, mit Tausenden Arbeitssklaven Angestellten. Erst Hartz IV hat mir gezeigt, wie toll es ist, einfach geben zu können – ohne nehmen zu müssen. Das ist Liebe! Move Meta bringt genau diese Idee in die Welt. Wir schenken Zeitreisen in eine liebevolle Zukunft, und erzählen eine spannende Geschichte davon. Bis die Welt so scharf auf das BGE ist, dass alles ganz schnell geht. Bei uns könnte es zur Bundestagswahl 2021 bereits soweit sein. Inoffiziell schon viel früher.

Mit dem BGE ver­lie­ren wir un­se­re tie­fe Angst. Da­für ge­win­nen wir Lie­be und Si­cher­heit. Was dann kommt, sprengt un­se­re Fantasie. Es überfordert uns, wie ei­nen Schim­pan­sen das In­ter­net. Si­cher ist nur, dass wir un­ser Le­ben zu­tiefst lie­ben wer­den. Und das ist al­les, was ich per­sön­lich wis­sen muss, um mich absolut si­cher zu füh­len. Das ist un­se­re Be­we­gung, das ist die Zukunft, und alles das verdanken wir dem BGE.

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel und will Liebe finden, anstatt sie zu suchen. Ich bin der Gründer von Move Meta und liebe es, über Gefühle zu sprechen, in die Tiefe zu tauchen und Schätze zu heben.

9 Kommentare
  • Rüdiger
    Veröffentlicht am 18. September 2016 um 09:15 Uhr Antworten

    Dein Artikel ist toll. Ich mag ihn, aber du bist auch ein Träumer. Die Wirtschaftsverbände werden gegen ein BGE und für die Beibehaltung der billigen Lohnsklaverei kämpfen. Die Nährwertampel haben sie mit dem Einsatz einer Milliarde Euro verhindert. Es ist keine politische Mehrheit für die Einführung des BGE in Sicht.
    Das BGE wäre ein Experiment. Es gibt noch keine Erfahrungen damit. Es ist offen, ob die notwendigen Dienstleistungen weiterhin erbracht würden und die Finanzierbarkeit Bestand hätte. Ist deine Sichtweise nicht sehr optimistisch?
    Du definierst uns Menschen ausschließlich über unsere Liebesbedürfnisse. Ich glaube, das ist nicht ganz richtig. Wir haben Ernährungs- (Ernährung, Atmung, Kleidung, Wohnen usw) und Liebesbedürfnisse (Platonik, Erotik), die gleichwertig nebeneinander stehen. Wir arbeiten, um uns zu ernähren. Wir lieben, um uns zu erfreuen und uns fortzupflanzen. Das erste findet in der Arbeitswelt statt und da regiert das Geld, das zweite im Privatleben und da regieren Freude, Vergnügen und Sex. Die beiden Bereiche sind vielfältig miteinander verwoben. Manche haben zB das Glück, auch ihre Arbeit zu lieben. Ich verweise dazu auf die Psychobiologie von Hans Lungwitz.
    Ich würde die Einführung eines BGE sehr begrüßen und wäre echt gespannt darauf, wie sich unser gesellschaftliches Leben damit verändern würde, aber ich glaube nicht daran, dass es kommt. Warten wir es ab…

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 18. September 2016 um 09:56 Uhr Antworten

      Lieber Rüdiger,

      danke für das Kompliment und deinen Kommentar! Absolut, ich bin Träumer und Optimist. Und zugleich ein rationaler Stratege, der in den Köpfen anderer Menschen arbeitet. Ich frage nicht: Warum wird es scheitern (was ich bei dir lese) – ich frage: Warum wird es gelingen, und was kann ich dazu beitragen? Das ist konstruktives Denken.

      Auf dem Wege der Logik und rationaler Argumentation werden wir das BGE nie einführen, da stimme ich dir ganz zu. So funktioniert keine Revolution. Der Weg zum BGE führt über heiße Emotionen. Darum ist Move Meta eine mitreißende Bewegung, und kein Think Tank in Berlin wie das verlinkte Denkwerk Zukunft. Wir bringen Menschen dahin, dass sie freiwillig geben wollen, anstatt sich bezahlen zu lassen. Ein Kulturwandel beginnt im Individuum, und den begleiten und befeuern wir mit Move Meta. Als Ergebnis (!) entsteht dann die Zukunft, wie ich sie beschreibe – als Ziel hätten wir damit keine Chance.

      Mit Glück hat es im Übrigen nichts zu tun, ob ich meine Arbeit wirklich liebe (nicht bloß als Phrase, die meisten benutzen Sprache zum Selbstbetrug). Ob ich in meiner Arbeit Liebe spüre, hängt davon ab, ob ich mich darin bedingungslos hingebe. Liebe ist immer bedingungslos, das ist elementar, und darum kann keiner sein Leben lieben, der für seine Arbeit die Bedingung aufstellt, bezahlt werden zu müssen. So ist das Menschsein nicht gedacht, so ist Liebe nicht gedacht. Wer sich Prä-BGE nicht für den Systemwandel einsetzt, also nicht aktiv und bedingungslos liebt, der bekommt, was er verdient – ein Leben ohne Liebe.

      Henry Ford hat gesagt: „Ob du glaubst, du schaffst es oder ob du glaubst, du schaffst es nicht, du hast auf jeden Fall Recht.“ Ich habe mich entschieden, an das BGE zu glauben. Das gibt mir die Energie, ihm den Weg zu bereiten. Du hast dich entschieden, nicht daran zu glauben. Und lebst dein Leben folglich wie …? Du hast mir geschrieben, du möchtest SelbstLiebe lernen. Gibst du dein Leben hin? Übst du Liebe? Schenkst du deine Gaben? Ich freue mich, wieder von dir zu lesen!

      Alles Liebe
      Manuel

      • Rüdiger
        Veröffentlicht am 19. September 2016 um 22:47 Uhr Antworten

        Lieber Manuel,

        du musst ja auch an das Grundeinkommen glauben, weil es die Basis für dein System der unentgeltlichen Arbeitsleistungen bildet. Aber heute ist doch deine Freiheit abhängig vom Jobcenter. Es kann auch nicht nur kein BGE kommen, sondern sogar die Hartz IV Gesetze können so geändert werden, dass die Zuwendungen gekürzt werden, wie es in den meisten unserer Nachbarländer üblich ist. Das ist Realität. Sei mir nicht böse: du kommst mir ein bisschen vor wie ein Guru, der Hohepriester der Liebe oder so.
        Ich habe eine sogenannte Angststörung und Jahrzehnte lang sehr zurückgezogen gelebt. Nun stelle ich mich meinen Ängsten in meinem Alltag. Ich gehe raus und versuche den Leuten in die Augen zu sehen und zu grüßen. Heute habe ich die Heldentat vollbracht, keine Sonnenbrille aufzusetzen. Das mache ich, weil ich etwas Lebensfreude für den Rest meines Lebens gewinnen möchte. Auch Freude zeige ich jetzt und positive Gefühle anderen gegenüber, wenn ich welche empfinde. Leider habe ich draußen mit einer Angstsymptomatik zu kämpfen, mal mehr und mal weniger. Das erschwert es, aktiv zu werden. Aber ich bleibe dran…

      • Manuel Fritsch
        Veröffentlicht am 19. September 2016 um 23:23 Uhr Antworten

        Lieber Rüdiger,

        ich freue mich für dich, dass du nun beginnst, trotz deiner Angststörung auf Menschen zuzugehen. Das ist wohl das Liebevollste, was du persönlich gerade tun kannst. Du gehst es an, mit (der) Liebe, in deinem Tempo, ohne Druck und Zwang, einfach freiwillig. Das finde ich wunderbar. Ich möchte gerne immer wieder von dir erfahren, wenn ich darf.

        Ja, heute ist meine Freiheit immer noch bedingt durch das Jobcenter. Und tatsächlich wurden die Hartz-Gesetze, denen die Nachwelt einmal Mahnmale gleich denen für die Nazizeit aufstellen wird (man google „Tod durch Hartz“ o. ä.), gerade erst empfindlich verschärft. Ich habe dagegen bereits Verfassungsbeschwerde eingelegt. Jede solcher Verschärfungen macht eine Grundsatzentscheidung des BVerfG nur umso wahrscheinlicher. Bis dahin spornt sie mich und z. B. auch das Team hinter Sanktionsfrei nur umso mehr an, dem BGE den Weg zu bereiten.

        Ich will gerne auf der ganzen Welt dafür bekannt sein, die Stimme für die SelbstLiebe zu ergreifen. Wer es nötig hat, dafür ein Wort mit negativem Beiklang zu gebrauchen, richtet sich selbst. Das Wort Guru ist im Indischen zwar kein Pejorativ, doch bei uns schon… Hohepriester ist nicht besser. Ich persönlich verstehe mich als Autor und Inspirator.

        Alles Liebe
        Manuel

  • Anja
    Veröffentlicht am 21. September 2016 um 14:28 Uhr Antworten

    Spricht mir aus der Seele. Die Gier, die Angst und die bedingungslose Freiheit!

    Wir haben einen besonderen Bio-Betrieb aufgebaut, mit dem wir auch durch Authentisches Sein, Sinnerfülltes und Erfüllendes Tun zum Anders-Sein inspirieren. Das ist voll schön, wenn die Leute die Weide mit einem anderen Gefühl verlassen – „Tut es gut, was du tust?“

    Ach ja, und wir haben aus Hartz4 gegründet! Alles ohne alles aus dem Nichts aufgebaut – mit vielen (mentalen, helfenden und Kühe finanzierenden) Unterstützern! Jede*r kann dabei sein, auch jetzt gerade beim Finanzieren der Käserei…

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 21. September 2016 um 19:09 Uhr Antworten

      Liebe Anja,

      herzlichen Dank! Ich habe mir auch eure Website angesehen, und ahne dort einiges von dem, was du hier beschreibst. Dort darf es gerne noch mehr davon sein, finde ich! Je mehr ich von eurer Begeisterung sehen darf, umso mehr kann sie mich anstecken und für euch einnehmen. Als Kunde, als Mitmacher, als Praktikant aus der Großstadt, der längst vergessen hat, wie es sich anfühlt, mit Nichtmenschenwesen zu sein… wie es mir selbst letztens ging…

      Hättest du vielleicht Lust, uns auch hier bei Move Meta mehr von deiner Geschichte zu erzählen – uns ganz nah heranzulassen? Entweder mit einer Zuschrift, oder sogar in unserem Blog? Menschen, die tun, was sie lieben und lieben, was sie tun: Die sind so selten – und gerade Landwirtschaft, das ist unser aller Lebensgrundlage. Wenn du möchtest, kannst du mir auch eine E-Mail schreiben und/oder wir telefonieren, und ich erkläre dir, worauf ich beim Schreiben achte!

      Alles Liebe
      Manuel

  • Sonja
    Veröffentlicht am 25. September 2016 um 11:49 Uhr Antworten

    Hallo Ihr Lieben….
    ich lese und lese..nein ich sauge hier jedes Wort auf und ich bin begeistert, habe das seltene Gefühl, hier sind Wesen am Werk, die so anders sind, als die, die mich umgeben.
    Ich bin nicht mehr die Jüngste, lebe von Hartz4, habe Ideen und Vorstellungen und werde doch oft belächelt.
    Belächelt von denen, die sich selber nicht erlauben, mal nach innen zu horchen, tief in sich hinein.
    Denn dann würden sie sehen und fühlen, was ihnen fehlt.
    Ich werde Euch nicht mehr „aus den Augen lassen“, sprich möchte mehr lesen, Pläne reifen lassen und eines Tages berichten können, das ich angekommen bin.

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 25. September 2016 um 11:58 Uhr Antworten

      Liebe Sonja,
      daaaanke! Schön, dass du uns gefunden hast! Hast du dich schon zum Vorspiel+Newsletter angemeldet? Da warten einige meiner besten Texte auf dich. Erzähle uns gerne schon jetzt mehr von dir! Du bist heute schon wertvoll als Vorbild, nicht erst morgen! Angekommensein ist langweilig, Sichaufdenwegmachen ist viel spannender, und SelbstLiebe ist sowieso immer Weg und Ziel zugleich – es gibt keinen Endpunkt, wo man sich dann ausruhen und seine Biographie schreiben kann. Dieser Endpunkt wäre höchstens das Grab :)
      Alles Liebe
      Manuel

  • Frank
    Veröffentlicht am 19. November 2016 um 17:07 Uhr Antworten

    Hallo Manuel,

    Deine Gedanken zum Grundeinkommen gefallen mir ausgesprochen gut. Es geht in Deinem Artikel nämlich um die eigentlichen Themen unseres Lebens. Es sind nicht Geld oder Macht, was sich die Menschen wirklich wünschen, auch ist es letztlich nicht die Sicherheit. All dies sind nur Hilfskonstruktionen, Rettungsanker, Ersatzbefriedigungen, mit denen wir hoffen aus unserer Misere zu entkommen. Doch leider haben wir uns in diesen Rettungsankern hoffnungslos verstrickt.

    Was die Menschen eigentlich suchen, sind Freiheit, innerer Friede und Liebe. Du sagst ganz richtig, die beiden großen Themen sind Liebe und Angst. Zwischen ihnen müssen wir uns entscheiden. Wenn wir das Leben wirklich lieben und alles, was es uns zu bieten hat, dann wird es uns mit allem versorgen, was wir brauchen. Jeden Tag aufs Neue. Diese Versorgung kann Hartz IV sein, oder auch etwas anderes.

    Alles Liebe
    Frank

    Mein Geschichte findet Ihr hier: http://de.movemeta.org/zuschriften/#Frank

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Liebe selbst. Und werde ge­liebt.