Nie mehr Hamster! Warum ich meine Arbeit liebe – mit Hartz IV

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07. August 2016

Ergänzung 11.11.16: Sehr wertvoll zum Thema ist auch: „Mit Hartz IV haben die Eliten das Dauerfeuer auf Lohnabhängige eröffnet“ – ein exzellenter Beitrag auf den NachDenkSeiten.

Ich weiß noch, wie ich es gehasst habe, jeden Tag zu müssen. Noch vor sechs Uhr aufstehen zu müssen. Zur Schule zu müssen. In Latein und Mathe die Vier schaffen zu müssen. Zum Flötenunterricht zu müssen, zum Schlagzeug zu müssen, zum Judo zu müssen, zum Tischtennis zu müssen; und als ich auch da versagt hatte, zum Schach zu müssen. Zur Uni zu müssen. Zum Praktikum zu müssen. Lernen zu müssen. 80-90 Klausuren bestehen zu müssen. Und als Abschlussqual meine Diplomarbeit schreiben zu müssen.

Als hätte mein Leben bis zum Diplom nur aus Zwängen bestanden, so kommt es mir rückblickend vor. Natürlich hatte ich Ferien und Freizeit, aber die füllten nur die Lücken zwischen den Pflichten. Sie dienten dazu, mich zu erholen und den Rest zu vergessen (z. B. wie ich über den Schulhof gejagt und mir auf dem Heimweg aufgelauert wurde). Im Wesentlichen war mein Leben ein endloses: Ich muss.

Ein Leben ohne Müssen. Wie geil wäre das?

Wie revolutionär daher der Gedanke, der mir neun Monate nach meinem Diplom zum ersten Mal kam: Was, wenn ich nur noch tue, was mir Lust und Freude macht? Wenn ich meine Gefühle über alles stelle? Ich kam mir vor wie einer, dessen Gesicht man später auf T-Shirts druckt, mit verwegenem Blick ins Weite.

Ich hätte diese Revolution der Gefühle wohl nie denken können, geschweige denn umsetzen – hätte ich damals nicht längst gewusst, wie der Hase läuft. Welches Stück im Jobcenter von mir erwartet wird: „Der Untertan“ – unterwürfig, eilfertig, schicksalsergeben. Und wie ich den Rest des Monats tun kann, was ich will, wenn die Bewerbungen abgeschickt sind. Was 100x besser ist, als jeden Tag den Untertan zu geben.

Mein Opa hat nie verstanden, wie ich das nur tun kann. Man muss doch arbeiten, man muss doch Geld verdienen, man muss doch ein geregeltes Leben führen. „Man“ – „muss“. Es war mir nicht möglich, ihm begreiflich zu machen, dass ich mein Leben auf „Ich darf“ bauen will. Er könne meinen Gedanken nicht folgen, sagte er da. Mein Opa hat selbst ein Diplom, aber selber zu denken – das sei ihm nicht möglich.

20 Jahre Qual waren einfach genug.

Ironischerweise war es wohl gerade das Ausgeschlossensein in der Schule, dem ich meine heutige Freiheit verdanke. Ich hatte keine Freunde als Kind. Darum musste ich lernen, mit mir selber auszukommen. So hatte ich schon eine gewisse Übung darin, meinen eigenen Weg zu gehen – als ich schließlich begriff, dass man mich 20 Jahre lang verarscht hatte. Und ich, nach Schule und Studium, nun zum dritten Mal darauf zulief, nach der Religion zu leben: „Hinterher wird alles besser.“ Also dann, wenn ich im Sarg läge.

Nicht mit mir, dachte ich mir da. Höchstens in Teilzeit wollte ich mein Diplom zu Geld machen, und den Rest meiner Zeit sinnvoll verbringen. Bis dahin würde ich Hartz IV nehmen, für den Übergang. Bloß: Keiner wollte mich. Im Januar 2013 machte das Jobcenter mir dann mein Dilemma deutlich. Ich wollte genug Zeit für die Liebe und das Schreiben haben, neben einer Arbeit. Das aber könne ich mir abschminken, sagte meine Betreuerin. Als Diplom-Wirtschaftsingenieur und Berufseinsteiger würde anderes von mir erwartet. Minimum: 50h-Woche, und das für drei Jahre – dann könne man weitersehen. Mit der Haltung aber würde das schonmal sowieso nichts mit der Karriere. (Und den Frauen. Echt, das hat sie gesagt!)

Und wenn ich nur noch mache, was sich für mich gut anfühlt? Mit Hartz IV?

Da tat ich einen Schritt zurück, und betrachtete das große Bild. Ich bekam bereits Hartz IV, ohne Stress, und fühlte mich damit sicher. Was wäre nun, wenn ich einfach nur noch mache, was sich gut anfühlt? Wenn ich meiner Freude folge, wohin auch immer, anstatt es für Geld zu tun? Würde ich wirklich ein arbeitsloser Faulpelz, unfähig zu einem selbständigen Leben – sobald ich auf Druck, Qual, Zwang und Ziele verzichte? Würde ich mit einer Flasche Fusel auf einer Parkbank verrecken? Oder würde mit guten Gefühlen auch Gutes entstehen; das Leben sich also selbst regulieren – indem ich gute Gefühle maximiere?

Zeit für ein Experiment, dachte ich mir. Noch 40 Jahre bis zur Rente. Ein paar davon könnte ich opfern, und den ganzen Tag das tun, was ich am besten kann und anderen am meisten hilft. Egal, wie viel es einbringt. Zumal ich ja schon wusste, wie das mit Hartz IV so läuft! Wenn mein Leben über mir zusammenstürzte, könnte ich immer noch jeden Morgen mit dem Wecker aufstehen. Doch wenn alles gut ginge – dann hätte ich eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Eine revolutionäre, fahnenschwenkende Story.

Seit ich an das Gute in mir glaube, bringe ich auch Gutes in die Welt. Mit Hartz IV!

Der Rest ist in der Tat Geschichte. Seit 2013 arbeite ich nur noch mit meinem Herzensthema: Der Liebe. Seither habe ich unglaublich viel gelernt, über mich und meine Gefühle, Menschen und Marketing, Schreiben und Strategie, Webdesign und soziale Bewegungen. Ich kann Menschen inzwischen helfen, sich besser zu fühlen als je zuvor: Dank bedingungsloser SelbstLiebe. Ich kann erzählen, wie ich mir selbst dieses Geschenk gemacht habe. Und ich kann anderen erklären, wie sie es weitergeben. Ich stehe jeden Morgen auf, wann es mir passt, und arbeite mit Freude bis in die Nacht. Ich erschaffe echten Wert, und viel davon.

In all dieser Zeit habe ich immer nur eines festgestellt: Wenn ich dem Guten in mir folge (=meinen guten Gefühlen), kommt Gutes auch in die Welt. Was ich ohnehin am liebsten tue, darin werde ich sogar noch besser. Ich werde ein Meister meiner eigenen Kunst, und immer mehr Menschen fangen zu staunen an. Ich verliere keine Zeit mehr mit Angst und Habsucht! Ich baue eine liebevolle Welt, indem ich selber liebe – indem ich bedingungslos *gebe*: Ich schenke meine Arbeit, ohne mich zu sorgen, was ich davon *habe*. Diese Erfahrung hat mich vom bedingungslosen Grundeinkommen überzeugt: Wenn wir teilen, was wir haben, sodass jeder geben kann, worin er am besten ist – dann werden alle reicher denn je. Wie ich!

Hartz IV macht arm. Und dafür reich.

Der deutsche Staat hat mir in den letzten vier Jahren insgesamt ca. 40.000€ geschenkt. Mit diesem Geld habe ich meine Miete bezahlt, meinen Kühlschrank gefüllt und mir gelegentlich ein neues Kleidungsstück gekauft. Um aus dieser Sicherheit heraus meine Stärken zu erkennen, meine Talente zu entfalten und meine Berufung zu finden, um sie allen hinzugeben. Und der Welt meinen maximalen Wert zu stiften. (!)

Ob ich jemals so frei, erfüllt und glücklich geworden wäre, wenn ich am Anfang selber so viel besessen hätte? Um genau dahin zu kommen, wo ich heute stehe, hätte ich von 40.000€ erst einmal 35.000€ aufbrauchen müssen. Dann erst hat man Anspruch auf Hartz IV. Und ich glaube, so viel Geld hätte ich nicht einfach so losgelassen. Ich hätte mich daran festgeklammert! Es wäre schwer geworden, ohne Vorbilder, ohne Glauben an mich, ohne SelbstLiebe und voll Angst, mit meinem Geld auch mein Glück zu verlieren.

Umso mehr Glück hatte ich tatsächlich: Ich ha­tte nie so viel Geld. So war es leicht, loslassen zu lernen und spirituell zu wachsen. Wäre ich dagegen ein Reicher: Ich hätte zu viel zu verlieren. Ich wäre nicht glücklich. Aber ich wäre ja reich. Und wer braucht schon Liebe, der Geld hat. Ich kenne viele, auch in meiner Generation, die genauso sind. Sie ha­ben zu viel, um los­zu­las­sen. Und mit all ihrem Besitz und ihren Karrieren *ha­ben* sie kei­ne Chan­ce, das Le­ben zu lie­ben. Ha­ben ODER Sein, so heißt das Buch von Erich Fromm.

Mit Hartz IV kann ich mich lieben. Und dich genauso.

Hartz IV ist die Grundlage für alles, was du heute bei Move Meta siehst und erleben kannst. Ich bin Hartzer mit Herzblut, und ich stehe dazu. Denn Hartz IV hat mir erlaubt, mich für einen neuen Glauben zu entscheiden: „Ich bin gut, so wie ich bin“ – diesen Glauben zu spüren, von allen Seiten zu betrachten und durchzuhalten, EGAL – WAS – KOMMT. Seit Januar 2013 ist ein „Ich bin schlecht, so wie ich bin“ radikal ausgeschlossen. Und so erst konnte der Glaube in mir wachsen, der mich heute trägt: an das Gute in mir. Ich bin gut, so wie ich bin – weil ich mir erlauben kann, bedingungslos leben zu dürfen. Danke, Hartz IV.

Erfahre, was ich sonst noch anders mache als du: Melde dich an und erhalte das M² Vorspiel mit 7 Geheimnissen der Liebe, die fast keiner kennt! Spüre „Ich bin gut, so wie ich bin“, ohne gleich alles hinzuschmeißen: Besuche eine unserer Gruppen! Und tu was dir Freude macht, um auch deine Berufung zu finden: Engagiere dich bei uns!

Manuel
m@movemeta.org

Ich bin Manuel und will Liebe finden, anstatt sie zu suchen. Ich bin der Gründer von Move Meta und liebe es, über Gefühle zu sprechen, in die Tiefe zu tauchen und Schätze zu heben.

4 Kommentare
  • Jochen
    Veröffentlicht am 10. August 2016 um 08:54 Uhr Antworten

    Hallo Manuel,

    ich erfahre von Dir völlig neue Einsichten zum Thema Liebe und HatzIV.

    Danke dafür

    Jochen

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 10. August 2016 um 12:07 Uhr Antworten

      Lieber Jochen,

      ich danke dir, das bestärkt auch mich! Und ebenfalls danke für den Verschreiber. Hatz IV, das trifft es. Allerdings bin ich nicht der Gejagte. Ich bin der Jäger! Ich habe einen Rechtsbeistand, und ich nutze ihn bei jeder Gelegenheit, um das Jobcenter zu Fall zu bringen. Das ist ein gutes Gefühl.

      Alles Liebe
      Manuel

  • Tobi
    Veröffentlicht am 03. November 2016 um 22:08 Uhr Antworten

    Hallo Manuel,

    danke erstmal für deinen interessanten Blog und das was du machst. Deine Beiträge zum Thema Hartz 4 haben mir die Augen geöffnet.

    Ich kriege auch Hartz 4, bei mir ist es aber krankheitsbedingt. Ich leider unter einer sozialen Phobie und Depressionen, die es sehr schwer machen für mich, in Vollzeit oder auch Teilzeit zu arbeiten. Zurzeit arbeite ich nebenbei noch als Zeitungszusteller, weil ich zusätzlich zu meinen psychischen Problemen noch 1000 Euro Schulden auf dem Girokonto habe.

    Deine Posts haben mir geholfen, mich nicht für Hartz 4 zu schämen. Vor allem, dass die Würde eines Menschen unantastbar ist und das Jobcenter einen fast zwingt, arbeiten zu gehen, hat mir eingeleuchtet. Ich bin jetzt 27. Meine Eltern machen sich Sorgen, dass aus mir nichts wird, weil ich keine Ausbildung abgechlossen habe etc. Sie wollen, dass ich arbeite. Ich habe das Gefühl, dass sie sich für mich schämen, weil ich arbeitslos bin. Dabei würde ich ja gerne mein Leben leben, aber meine Angst und Depressionen machen es fast unmöglich. Meine Eltern sind an den ganzen Schlamassel ja mitschuldig, da ich in der Kindheit nicht genug Liebe bekommen habe, und mir jegliches Selbstvertrauen fehlt. Richtige Freunde habe ich leider auch nicht und ich fühle mich sehr oft einsam, hoffnungslos und verzweifelt.

    Ich versuche, mich aufzuraffen und zu einen Move Meta Treffen in Berlin zu gehen. Ich hoffe es bringt etwas und ich kann mich etwas öffnen.

    Liebe Grüße
    Tobi

    • Manuel Fritsch
      Veröffentlicht am 04. November 2016 um 10:24 Uhr Antworten

      Lieber Tobi,

      ich freue mich sehr, dass du zu uns gefunden und deine Geschichte hier geteilt hast. Du bist nicht alleine! Viele hat das System „Angst statt Liebe“ krank gemacht. Jetzt fühlst du dich, wie Millionen andere, hilflos und alleine, und deine Möglichkeiten sind gering. Du bist festgekeilt in deinem Leben, das so aussieht: Ich bin wertlos und schlecht -> ich fühle mich schlecht -> ich habe keine Kraft -> ich kann nichts -> ich bin wertlos und schlecht -> …

      Move Meta kann deine Brechstange sein, dich aus diesem inneren Gefängnis zu befreien – wenn du es aufrichtig willst. Der Schlüssel ist das „Ich bin gut, so wie ich bin“, das wir gemeinsam durchsetzen, egal wie groß der Widerstand zu sein scheint. Nicht *gegen* die anderen, sondern *für* uns selbst. Bei uns geht es darum, radikal zu unseren Gefühlen zu stehen und uns Stückchen für Stückchen freizuruckeln aus dem System des Schlechtseins, oder sagen wir doch gleich: Aus dem System des Bösen. Denn so wie diese Welt im Moment gebaut ist, ist sie einfach nur abgrundtief böse.

      Deine Entscheidung wird sein, ob du diesen Satz durchsetzen möchtest: „Ich bin gut, so wie ich bin.“ Bei Move Meta warten Menschen auf dich, die dich dabei begleiten werden. Wir nehmen dir die Arbeit an dir selbst nicht ab, weil dir das nicht helfen würde – man kann niemandem helfen, der sich nicht selbst helfen will. Doch dich bei uns angenommen zu fühlen und zugleich anderen dasselbe zu schenken, ist bereits alles, was du brauchst, um deine SelbstLiebe aufzubauen, in deinem eigenen Tempo und so, dass es sich immer gut anfühlt.

      Du wirst viel Gegenwind von deiner Familie bekommen – das kann ich dir jetzt schon versprechen – weil sie von dem, was wir Liebe nennen, keine Ahnung haben. Das macht *jeder* bei uns durch: Normalen Leuten macht es Angst, einfach so gut sein zu dürfen. Gerade dann wird die Gruppe dir Kraft und Hoffnung geben. Also: Nimm unser Angebot ernst, hilf dir selbst und sorge dafür, dass du kommen wirst!

      Außerdem kannst du, so wie jeder bei uns, immer auch auf mich persönlich zukommen. Schreib mir über unser Kontaktformular oder per E-Mail, wenn du mit mir sprechen möchtest.

      Alles Liebe
      Manuel

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