Nach 30 Jahren weiß ich endlich, was ich im Leben will.

03. März 2016

„Ich möchte nie wieder eine Arbeit machen, die mich nicht glücklich macht; zu der ich mich mit so viel Kraftaufwand zwingen muss und die jeden eigenen Motivationsimpuls unmöglich macht.“ Das schrieb ich am 23. Oktober 2015 in mein Handy. Zum ersten Mal im Leben hatte ich da Menschen getroffen, die ein ganz anderes Leben leben, frei von Druck und voller Freude. So fasste ich Mut, auch selbst nach der Berufung zu suchen, die mich begeistert. Und wurde fündig.

Freude an meiner Arbeit war mir bisher oft fremd. Ich war schon froh, wenn ich mich nicht allzu unmotiviert fühlte. Ich dachte, mehr könne ich nicht erwarten; anderen ging es ja genauso. Gerade in letzter Zeit musste ich mich allerdings oft so sehr überwinden, dass für die eigentliche Arbeit fast keine Energie mehr blieb. Das machte alles mühsam und anstrengend und senkte meine Motivation weiter. Ich zweifelte aber auch, ob es überhaupt eine Tätigkeit gäbe, die mich dauerhaft begeistern kann. „Arbeit“ ist ja schließlich kein Vergnügen, oder?

Letztes Jahr traf ich dann Menschen, die mich durch ihre ungewöhnliche Lebensweise inspirieren. Menschen, die sich für ihre Werte und Ideen einsetzen, und die mir vor allem zeigen, wie glücklich sie das macht. Ihre Freude und Begeisterung offenbarten mir, dass so ein selbstgestaltetes Leben – unabhängig von den Erwartungen anderer – möglich und keineswegs unrealistisch ist. Das machte mir Mut, auch für mich nach einem neuen Weg zu suchen.

So begann ich, viel über mich, meine Werte und meine Motivation nachzudenken. Ich überlegte, was mir wichtig ist und Freude macht, und was ich (in der Welt) bewirken will. Mir kamen viele Ideen und Einfälle. Manche gingen vorüber, andere blieben oder kehrten immer wieder. Nach und nach kristallisierte sich so heraus, was mich wirklich begeistert. Und zum ersten Mal in meinem Leben weiß ich nun, was ich (machen) will.

Ich möchte viele neue Erkenntnisse über mich, meine Gefühle und Bedürfnisse gewinnen, genauso wie über die von anderen. Ich möchte über meine Erfahrungen, Erlebnisse und meine Gedanken schreiben und sie mit anderen Menschen teilen, um sie zu inspirieren, auch in ihrem Leben etwas zu verändern. Ich bin überzeugt, dass nur spirituelles Wachstum der Menschen zu einem liebevolleren Umgang und Zusammenleben führt. Und diese wichtige Entwicklung will ich unterstützen.

Ich bin so glücklich und dankbar. Endlich – nach fast 30 Jahren meines Lebens (!) – habe ich erkannt, was mir wichtig ist. Endlich brauche ich nicht mehr den „Weg des geringsten Übels“ zu gehen. Ich kann tun, was mich anzieht und motiviert! Das ist mein innerer Kompass: Freude und Begeisterung weisen mir den Weg. Ich spüre die innere Sicherheit, mich auf diese Gefühle verlassen zu können und mir von ihnen die Richtung weisen zu lassen. Ich brauche mich keinem vorgegebenen Weg entlangzuquälen. Ich kann auch einfach einen anderen, meinen eigenen Weg nehmen, der genau mich zu Erfüllung und Glück führt.

Wenn ich mich zurückerinnere, hatte ich tatsächlich schon immer diesen idealistischen Kern in mir. Doch immer umgab ihn eine skeptische Schale: „Das ist unrealistisch, utopisch, zu unsicher, klappt sowieso nicht“ etc. So bin ich nie meinem Idealismus gefolgt, sondern habe immer versucht, mein Glück auf einem gesellschaftlich angepassten Weg zu finden. Inzwischen weiß ich, dass das (für mich) nicht möglich ist. Dieser Weg führt niemals zu meinem Glück, wie weit ich ihm auch folge. Es wird Zeit, ihn zu verlassen und mir endlich selber treu zu werden.

Mein ganzes Leben lang wusste ich nicht wirklich, was ich will. Mit meinem neuen, alten inneren Kompass brauche ich nur noch meinem Weg zu folgen und kann andere Abzweigungen getrost ignorieren. Die Navigation ist gesichert, jetzt heißt es Sachen packen (nützliche Dinge mitnehmen, Ballast abwerfen) und auf geht’s. Ich weiß noch nicht, wo ich ankommen werde, aber ich weiß, dass es „mein“ Ziel sein wird.

Caro
caro@movemeta.org

Ich bin Caro und möchte mich für eine liebevollere und schönere Welt einsetzen. Ich moderiere die Leipziger M² Gruppe und liebe echte Begegnungen, in denen ich mich verbunden fühle. Ich mag lebendige Beziehungen, in denen ich wachse - und schreibe gern darüber.

4 Kommentare
  • Sandra
    Veröffentlicht am 06. März 2016 um 13:53 Uhr Antworten

    Toller Artikel Caro!! Du bist genau auf dem richtigen Weg …auf deinem Weg.. :)

  • Caro
    Veröffentlicht am 07. März 2016 um 08:35 Uhr Antworten

    Liebe Sandra,
    vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich freue mich sehr, dass dir der Artikel gefällt. :)
    Alles Liebe
    Caro

  • Johannes
    Veröffentlicht am 07. März 2016 um 14:48 Uhr Antworten

    :-)

    Hallo liebe Caro,

    heute ist bei mir ein Tag wo ich wieder merke, dass ich mir nicht treu bleibe. Dass ich etwas erreichen moechte, was ich nicht erreichen moechte.

    War das dein erster Artikel?

  • Caro
    Veröffentlicht am 07. März 2016 um 17:27 Uhr Antworten

    Lieber Johannes,
    hab Dank für deinen Kommentar. Leider weiß ich nicht genau, was du meinst. Meinst du, dass du es nicht schaffst, dich für das einzusetzen, was du wirklich möchtest und dich verpflichtet fühlst, stattdessen etwas anderes zu machen (was du eigentlich nicht willst)?
    Ja, das war mein erster Artikel. Es hat mir sehr viel Freude gemacht ihn zu schreiben. Vielleicht werden weitere folgen. :)
    Liebe Grüße
    Caro

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