M² Recklinghausen startet: Fühlen. Freiheit. Endlich.

Halde Hoheward Move Meta Recklinghausen SelbstLiebe

03. Mai 2017

Image: „Horizontobservatorium Herten“ by Jan on flickr is licensed under CC BY-NC 2.0.

Von klein auf musste ich lernen, für mich selbst einzustehen. Als emotionales Wesen wurde ich nicht wahrgenommen. In meiner Familie war einfach zu viel los. Es war hektisch und jeder hatte mit seinen eigenen Problemen zu tun; so hatte ich keine emotionale Unterstützung. Es war bestimmt nicht absichtlich oder böse gemeint. Wahrscheinlich hatten meine Eltern es so von ihren Eltern gelernt. Sie konnten nicht anders, weil sie es nicht anders kannten. So musste ich lernen, mit mir alleine klarzukommen. Mit der Zeit verschloss ich mein Herz und fing an zu glauben, dass Gefühle zu zeigen eine Schwäche ist.

Wann immer ich in meinem Leben traurig war, war ich damit alleine. Ich fühlte mich im Stich gelassen, einsam. Als Kind verstand ich vieles noch nicht. Da keiner es mir erklärte, blieben viele Fragen unbeantwortet; Fragen und Schmerzen, die viele Jahre lang in mir wucherten. Das meiste machte ich mit mir selber aus. Was ich nicht selbstständig verarbeiten konnte, musste ich verdrängen. So baute sich über die Jahre ein emotionaler Druck in mir auf.

Dieser Druck führte mich schließlich zu der Frage, was der Sinn des Lebens ist. Soll das hier schon alles sein? Ich hatte so die Schnauze voll von dem Leid, der ganzen Qual und dem Kraftaufwand, gegen meine Gefühle anzukämpfen. Ich fing an, mich mit Themen wie Gott, Psychologie und Philosophie zu beschäftigen. Ich begann, vieles zu hinterfragen und meditierte, um mir selber näher zu kommen. Ich gewann auch viele Erkenntnisse und konnte so schon einiges verarbeiten.

Doch das schien noch lange nicht auszureichen. Mit 33 klopften all die angestauten Emotionen an meine Tür. Ich wachte morgens panisch auf und brauchte immer ein paar Stunden, um mich zu beruhigen. Ich verlor mit jedem Tag an Willenskraft, bis ich morgens nur noch regungslos da lag. Ich war am Tiefpunkt.

Eines Tages überkam mich an einem solchen Morgen plötzlich ein Trotz, und ich stellte mich der Panik. Ich sagte still vor mich hin: „Komm doch her! Wer bist du und was willst du mir zeigen?“ Das Leben konnte sich doch nicht so grausam anfühlen!

Langsam begriff ich, dass die Verweigerung gegenüber meinen Emotionen sich wie ein roter Faden durch mein Leben zog. Dadurch, dass ich mein Herz nicht wirklich öffnen konnte, wurde es umso öfter gebrochen. Zurückweisung, Einsamkeit und Unverständnis waren die Quittung dafür, dass ich meine Gefühle nicht zulassen konnte. Die Mauer um mein Herz war immer höher geworden. Ich begriff, dass ich es selbst war, die sich das Leid zufügte. Ich war es, die sich einsperrte hinter dieser kühlen Mauer in mir drin. Und so sollte es nicht weiter gehen.

Ich war endlich soweit, mich zu öffnen und mir Hilfe zu suchen. Parallel dazu lernte ich Move Meta kennen. Ich war überrascht, wie hilfreich und wohltuend das ist. Bei Move Meta habe ich Menschen gefunden, die mich genauso sehen wie ich bin und mich so akzeptieren. Mir wurde Gehör für meine Gefühle geschenkt, egal ob positive oder negative. Mir kam so viel Verständnis und Akzeptanz entgegen. Nach jedem Treffen fühlte ich mich besser und ging zutiefst zufrieden aus den Deep Talks. Die emotionale Tiefe und der Austausch mit anderen kamen genau richtig für mich!

Durch Move Meta kann ich im Alltag meine Gefühle besser zulassen und richtig reinspüren, weil ich weiß, dass es ok ist. So ist auch mein Wunsch wieder aufgeflammt, für die Welt etwas Sinnvolles und Gutes zu tun. Bei den Treffen in Essen und Bochum habe ich erfahren, wie gut mir Move Meta tut. Das möchte ich auch in meiner Stadt weitergeben, in Recklinghausen.

Leid, Scham, Schuldgefühle und das Gefühl von Minderwertigkeit entsprechen nicht meiner wahren Natur. Ich will mich lieben, so wie ich bin und liebe es, mich mit anderen auszutauschen. Was erspüre und erfahre ich über mich selbst, wenn ich es zulasse? Ich bin neugierig und gespannt auf Menschen, die das mit mir teilen möchten. Ich möchte Raum für mehr Tiefe schaffen. Die Gelegenheit, sich kennenzulernen, vielleicht auch mal über seinen Schatten zu springen und einfach über das zu sprechen, was einen bewegt oder beschäftigt.

Wenn ich könnte, würde ich jeden Menschen innerhalb einer Sekunde von all dem erlösen, was ihn quält. Leider kann ich das nicht. Doch ich kann Menschen bei Move Meta empfangen, um mir selbst und anderen etwas Richtiges, Echtes und Gutes zu schenken. Ich gehe somit einen Schritt, der für mich machbar ist. Ich schenke Gehörtwerden, Gesehenwerden. Ich öffne meine Türe und mein Wohnzimmer für diejenigen, die gerne darüber sprechen möchten, was sie bewegt oder ihnen gerade wichtig ist.

Für mich ist es unser universales Geburtsrecht, glücklich zu sein und sich geliebt zu fühlen. Heute bin ich frei, all das zu spüren und lade jeden ein, sich auch so frei zu fühlen.

– Caro, Gründerin Move Meta Recklinghausen

Erfahre unter Mitmachen, wann und wo unsere Treffen in Recklinghausen stattfinden. Abonniere den lokalen Verteiler über unseren Newsletter!
M² Gründer & Moderatoren
gruenden@movemeta.org

Was sind das für Menschen, die eine Gruppe mit Move Meta gründen &/ moderieren? Was haben sie erlebt, was treibt sie an, was wollen sie erreichen? Erfahre es in unseren Gründergeschichten. Möchtest du auch mit uns gründen? Das kann jeder! Schreibe uns!

2 Kommentare
  • Babs
    Veröffentlicht am 07. Mai 2017 um 14:00 Uhr Antworten

    Danke für den sehr schönen Artikel mit so authentischen Einblicken in eine Reise zurück zu sich selbst :) Alles Gute und viel Spaß weiterhin dabei :)

  • Joshi
    Veröffentlicht am 10. Mai 2017 um 04:31 Uhr Antworten

    Wow, ich danke dir, Caro!
    Mir ging/geht es ähnlich.
    Deine Worte haben mir geholfen.
    :-)

Dein Kommentar ist willkommen.

Du bist gut, so wie du bist. Werde Teil unserer Revolution.